Bobow Dol

Stadt in Bulgarien From Wikipedia, the free encyclopedia

Bobow Dol (bulgarisch Бобов дол) ist eine Stadt im Westen Bulgariens in der Oblast Kjustendil. Mit 17 weiteren Ortschaften bildet sie die gleichnamige Gemeinde Bobow Dol, deren Verwaltungszentrum die Stadt ist.

Schnelle Fakten (Бобов дол), Basisdaten ...
Bobow Dol (Бобов дол)
Basisdaten
Staat: Bulgarien Bulgarien
Oblast: Kjustendil
Einwohner: 3963 (31. Dez. 2025[1])
Fläche: 18,286 km²
Bevölkerungsdichte 216,7 Einwohner/km²
Koordinaten: 42° 22′ N, 23° 1′ O
Höhe: 694 m
Postleitzahl: 2670
Telefonvorwahl: (+359) 0702
Kfz-Kennzeichen:KH
Verwaltung (Stand: 2023)
Bürgermeister: Elsa Welitschkowa
Regierende Partei: Es gibt ein solches Volk
Website: www.bobovdol.egov.bg
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Ausblick auf die Stadt (2007)

Toponymie

Der Name der Stadt leitet sich von dem bohnenförmigen Tal ab, in dem das ursprüngliche Dorf, der heutige Stadtteil Christo Botew, liegt.

Geografie

Die Stadt Bobow Dol liegt etwa 45 Kilometer Luftlinie südwestlich der Hauptstadt Sofia im östlichsten Teil des Konjawskagebirges (bulgarisch Конявска планина), rund 6 Kilometer südöstlich des Berges Kolosch (bulgarisch Колош, 1314 m) im nördlichsten Teil des Einzugsgebietes des Flusses Rasmetaniza (bulgarisch Разметаница река) auf 694 Metern über dem Meer. Das Stadtgebiet, das 18,286 Quadratkilometer umfasst, liegt gut 15 Kilometer nordwestlich des Regionalzentrums Dupniza und teilt sich in den westlich liegenden alten Ortskern Christo Botew (bulgarisch Христо Ботев) im Tal des Baches Dedenska (bulgarisch Деденска река), welcher der Rasmetaniza zufließt, und die im Osten befindliche Neubausiedlung Bankowiza (bulgarisch Банковица).

Geschichte

Der Name Bobow Dol wurde erstmals 1576 in osmanischen Steuerdokumenten erwähnt. In den 1830er Jahren besuchte der deutsch-österreichische Geologe Ami Boué das Gebiet und erforschte die Braunkohlevorkommen, die sich im Nord und Osten der Stadt befinden. Die industrielle Erschließung dieser Vorkommen im Untertagebau begann jedoch erst nach der Befreiung Bulgariens von der osmanischen Herrschaft. 1891 wurde das Vorkommen zu einem staatlichen Bergwerk. Im Dezember 1916 wurde eine Zweigstrecke der Schmalspurbahn Radomir–Petritsch von Dupniza aus zu den Minen eröffnet. Nach 1944 setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. Ab 1954 wurde im Bereich von Bankowiza ein neues Stadtviertel für die Bergleute errichtet. Am 31. Oktober 1967 erhielt die Siedlung Bobow Dol den Stadtstatus. In den Jahren 1973–1975 wurde nahe Golemo Selo (bulgarisch Големо село) knapp zehn Kilometer südsüdöstlich von der Stadt entfernt das Kohlekraftwerk Bobow Dol unter der Schirmherrschaft des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) errichtet. In den 1970er und 1980er Jahren erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen und demografischen Aufschwung, Menschen aus dem ganzen Land und sogar aus dem Ausland kamen, um dort zu arbeiten. Die größte Gruppe von Arbeitern stammte Mitte der 1980er Jahre aus Nicaragua. Während des sogenannten „Wiedergeburtsprozess“ (bulgarisch Възродителен процес, 1984–1989) wurden zahlreiche türkische Familien aus den Regionen Kardschali und Ludogorie zwangsweise in die Stadt umgesiedelt. Nach 1989 wirkte sich das wirtschaftliche Chaos im Land nachteilig auf die Wirtschaft der Stadt aus, deren Bergwerke in den Folgejahren privatisiert wurden.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Wie fast überall im ländlichen Raum Bulgariens ist die Bevölkerungszahl auch in der Stadt Bobow Dol durch Fortzüge und einen Überschuss der Sterbefälle seit gut zwei Jahrzehnten stark rückläufig. Seit 2001 hat die Stadt fast die Hälfte ihrer Bevölkerung verloren.

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1880583
19101027
19261632
19341844
19462520
JahrEinwohner
19564920
19657256
19757584
19857697
19927655
JahrEinwohner
20016904
20115737
20204711
20253963
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Religion

Die traditionelle Religion der Stadt ist das orthodoxe Christentum. Die Stadtkirche „St. Nikolaus“ befindet sich in der Aleksandar-Stambolijski-Straße im Stadtteil Christo Botew. Die Stadt verfügt außerdem über eine Freikirche, die dem Verband Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden angehört, sowie über eine Gemeinde der Adventisten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das 630 MW-Kraftwerk, das mit Braunkohle aus Bobow Dol, Pernik und Simitli betrieben wird, wurde 2008 durch den Verkauf aller Anteile an das „Konsortium Energia MK“ (bulgarisch Консорциум Енергия МК) privatisiert. Seither kommt der Brennstoff auch aus Stanjanzi und Beli Breg. Die Anlagen des Kraftwerks gelten als veraltet und verschmutzen regelmäßig die Luft in der Region, was regelmäßige Proteste der Bevölkerung auslöste.[2] Im Mai 2026 wurde deshalb einer der Blöcke vom Bulgarischen Umweltministerium mit Zwangsabschaltung belegt.[3]

Bobow Dol hat einen Bahnhof bei Streckenkilometer 24,5 am Ende der Bahnstrecke 51, der nördlichsten Zweigstrecke der Bahnstrecke Sofia–Kulata. Seit Eröffnung des Abschnittes Dolna Dikanja–Dupniza am 23. Juli 2013 besteht über die Anschlussstelle 51 Dupniza-Nord der Awtomagistrala Struma rund 10 Kilometer südöstlich des Ortes Anschluss an das Autobahnnetz. Bis dahin war die ebenfalls im Strumatal verlaufende Republikstraße I-1 die Fernstraßenverbindung Richtung Hauptstadt oder in den Süden. Von dieser zweigt die Straße dritter Klasse III-623 ab, die nach Bobow Dol hinauf führt.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

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