Bochumer Lustmorde
Mordserie
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Die Bochumer Lustmorde (auch Bochumer Frauenmorde) waren eine ungeklärte Mordserie mit Vergewaltigung an wahrscheinlich acht Frauen und Mädchen im Landkreis Bochum zwischen 1878 und 1882.[1] Weitere versuchte Überfälle wurden dem Täter zugerechnet. Die Aufmerksamkeit über diese Gewalttaten zog weite Kreise, auch in der überregionalen Berichterstattung,[2][3][4] teils mit Fehlmeldungen.[5][6][7] Sie brachte der Stadt Bochum damals eine traurige Berühmtheit.[8][9]

Für diese Art sexualisierter Morde wurde erstmals der Begriff Lustmord verwendet.[10] Die Berichterstattung über das fünfte Opfer, die Hebamme Johanne Becker, in dem Leipziger Tagesblatt im November 1880 war Bezugsquelle für die Aufnahme des Wortes Lustmord in das Wörterbuch der Gebrüder Grimm im Jahr 1881[11] oder 1885.[12]
Anfang der Mordserie

Überfälle auf junge Frauen, welche im Kontext der Morde gesehen wurden
Henriette Wittkämper, Lisette Friedrichs und weitere Fälle
Im Rahmen der späteren Berichterstattung wird in manchen Berichten auf einen unsittlichen Angriff auf Henriette Wittkämper bei Herne eingegangen, welcher am 3. Oktober 1878 erfolgte. Ihr wurde von einem Mann eine Schlinge aus weißem Schweinsleder (die Tatwaffe in wenigstens zwei weiteren Fällen) übergeworfen. Nur dadurch, dass das kräftige Mädchen seine Hand dazwischenhalten konnte und durch Gegenwehr und Hilferufe, entging es wahrscheinlich einer Vergewaltigung und Mord.[13]
Auch weitere versuchte Überfälle wurden später vor dem ersten Mord mit der Serie in Zusammenhang gebracht,[14] teils aber später nicht mehr erwähnt.
Am 27. Dezember 1878 gab es dann einen Überfall auf die unverehelichte Lisette Friedrichs in Harpen, welche ebenfalls mit einem ledernen Riemen überfallen wurde. Aufgrund des Hilfegeschreis des Mädchens ergriff der Täter die Flucht. Der Täter wurde von ihr beschrieben als um die 30 Jahre, groß, und blond.[15]
Mord an Josefine Kost
Als ersten bekannten Mord der Serie zählt die Vergewaltigung und Ermordung von Josefine Kost (17 Jahre) in Grumme bei Bochum.[2] Die Tat geschah am hellen Mittag am 30. Dezember 1878.[1][16] Sie wurde mit einem ledernen Riemen erdrosselt.[14] Im Januar 1879 wurde von falschen Spuren und Verdächtigungen eines jungen Metzgergesellen aufgrund von böswilligen Verleumdungen berichtet.[17] Weiterhin wurde angegeben, wie in der Überzeugung der damaligen Zeit Ermittlungsversuche erfolgten:
„Bekanntlich bleibt einige Zeit nach der Ermordung eines Menschen auf der Netzhaut seines Auges noch das Bild des Mörders haften. Auf Grund dieser Thatsache hat ein hiesiger Photograf eine Photografie aufgenommen. Jedoch dürfte der Zweck, da die Aufnahme erst 24 Stunden nach dem Morde geschah, kaum erreicht werden.“
Die Belohnung zur Ergreifung des Täters wurde auf 500 Mark angesetzt, und dann später auf 900 Mark erhöht.[17] Der Fall wurde von der Bochumer Staatsanwaltschaft in Verbindung mit dem Überfall auf Lisette Friedrichs gesehen.[15]
Ein weiterer Überfall
Am 13. Januar 1879 erfolgte in Wiemelhausen in der Nähe der Zeche Friederika bei Bochum ein misslungener Überfall auf ein Mädchen, welches den Täter ähnlich beschrieb wie bei dem Überfall auf Lisette Friedrichs.[19]
Elise Riemenschneider
Das nächste Opfer war die 14-jährige Magd Elise Riemenschneider, die am 5. Juli 1879 in Querenburg, südlich von Bochum, ermordet wurde.[1][16] Das Mädchen war morgens um 7:30 Uhr zum Hüten der Kühe auf ein Feld geschickt worden. Kurz danach muss sie ermordet worden sein.[20] Das Sittlichkeitsverbrechen soll nach dem Mord stattgefunden haben.[21] In einem späteren Zeitungsbericht von 1927 wurde sie auch als sehr stabil gebautes Weibsbild bezeichnet.[22] Um 10 Uhr wurde sie, vom eigenen Halstuch erdrosselt, in einem nahegelegenen Gebüsch gefunden. Es wurde in der örtlichen Presse ein Zusammenhang mit dem ähnlichen Fall der Josefine Kost gesehen, und auch die Entsendung von Berliner Kriminalbeamten gewünscht.[20] Mit diesem zweiten Mordfall wurde auch angefangen, überörtlich zu berichten.[23]
Kulturkampf und verdächtige Individuen
Das Westfälisches Volksblatt, eine katholische Zeitung aus Paderborn,[24] sah in den Morden einen Verfall der Sitten durch den Verlust der Religion, und den Hang zu Lustbarkeiten, gerade bei der Jugend, welche „… allerhand Schenkwirthschaften und zweifelhaften Tanzlocalen …“ besuchen. Gerade die Ausweisung der Patres (gemeint waren unter anderem die der Redemptoristen in Bochum im Kulturkampf) wurde beklagt. Besonders da „… hier viel verkommenes und verwahrlostes Volk im Verlaufe der letzten Jahre zusammengekommen …“ sei.[25][26] Der ungenannte Correspondent führte die Grausamkeit wie folgt aus:
„Man ist es sonst hierorts gewohnt, daß alle Monate ein oder anderes Mal sich im Streite einige schwer verwunden oder todtschlagen, man hört allwöchentlich von Unfällen, wo ein oder anderes Menschenleben zu Grunde geht, so daß Gemüth der Markaner gegen Mord und Todtschlag ziemlich abgehärtet ist. Bei solchen Unthaten indeß erschauert doch auch das an Vieles gewohnte Markanerblut.“
Auch in anderen Zeitungen des Kaiserreiches wurden Parallelen zwischen der verwilderten Arbeiterbevölkerung und dem Kulturkampf gesehen.[28]
Infolge der Mordtat an Elise Riemenschneider wurden etliche Verdächtige verhaftet. Darunter auch Landstreicher und andere verdächtige Individuen.[29] Unter allen Festgenommenen, bezeichnet als „verschiedenes Gesindel“, konnte keiner der Verdächtigen mit den Verbrechen in Verbindung gebracht werden.[30] Später wurde noch der „ungerathene“ Sohn des lokalen Mühlenbesitzers Kleffmann steckbrieflich[31] bis in eine niederländische Hafenstadt verfolgt, und dort im November verhaftet. Den Aufenthaltsort des Verdächtigen fand der seit Wochen als Feldmesser verkleidete ermittelnde Berliner Kriminalkommissar von Raumer heraus.[32] Als trauriges Nachspiel wurde erwähnt, dass den alte Kleffmann beim Bekanntwerden des Steckbriefes ein Schlaganfall niederwarf.[30]
Lisette Schülken

Es folgte der dritte Mord an der 19- bis 20-jährigen Lisette Schülken „zu Gisenberg bei Castrop“[16] am 5. August 1879,[1] als braves Kind ehrenwerter Eltern beschrieben. Sie wurde um 10 Uhr von ihren Dienstherren auf das Feld zum Roggenbinden geschickt. Als sie mittags nicht zum Essen erschien, wurde nach ihr gesucht. Sie wurde in dem Wald, welcher zu dem Gut Gysenberg gehört, gefunden. Anhand der Fingernägel konnte man folgern, dass die sehr kräftige und stark gebaute junge Frau sich zur Wehr gesetzt hatte. Allerdings half es nicht, sie wurde durch das eigene Tuch erdrosselt und missbraucht.[33] Das Sittlichkeitsverbrechen soll nach dem Mord stattgefunden haben.[21]
Auch hier wurde eine Prämie ausgesetzt, dieses Mal in der Höhe von 750 Mark.[34] Auch hier wurden unter anderen zerlumpte Vagabunden verhaftet.[35][36] In dem Fall konnte ebenfalls bei den Verhafteten keine Schuld nachgewiesen werden.[30] Auch wurde kritisiert, dass die Polizei nicht den Tatort abgeriegelt hatte, und sich die Untersuchungen vor allem gegen Landstreicher und ähnliche untere Schichten konzentrierten.[35]
„Obdachlose Gesindel, welches von Bettel lebt und die Nächte in den Wäldern zubringt, treibt sich genug im hiesigen Amtsbezirke umher. Ob aber der Mörder gerade ein obdachloser Gesell sein muß, ist doch auch sehr fraglich, warum sollte derselbe denn nicht auch ein gut situierter Mann sein können! Möge die Polizei deshalb ihr Augenmerk nicht allein auf Leute in zerrissenen Kleidern richten. Schließlich muß nochmals betont werden, daß es unbedingt nothwendig ist, einige der tüchtigsten Criminalpolizisten hierher zu senden, der Steuerzahler hat das Recht, zu verlangen, daß alles aufgeboten wird, um die öffentliche Sicherheit wieder herzustellen.“
Da es offensichtlich war, dass die provinzielle Bochumer Polizei nicht in der Lage war, mit den Verbrechen umzugehen, wurden im August 1880 der Kriminalkommissar Leopold von Meerscheidt-Hüllessem von Berlin sowie sein Assistent, Kriminalwachmeister Sowa, nach Bochum beordert, und richteten dort eine Ermittlungsstelle ein.[21] Ihnen wurden Gendarmen aus dem Landkreis Bochum zugewiesen. Die Gruppe arbeitete direkt mit der Staatsanwaltschaft zusammen und erstattete den Bochumer Landrat August Overweg regelmäßig Bericht.[17]
Überfall auf Friederike Hühning und andere Frauen
Mit der Mordserie wurde später der am 16. Mai 1880, am ersten Pfingsttage, der versuchte Überfall auf die unverehelichte Dienstmagd Friederike Hühning, unterwegs in Harpen, in Verbindung gebracht.[38] In dem Mordfall Minna Pott wurde von insgesamt vier Angriffen dieser Art berichtet, ohne Details zu nennen.[39]
Wilhelmine Pott
Auch der vierte Mord an der Magd Wilhelmine (Minna) Pott (19 Jahre) am 30. Juli 1880[1] erfolgte bei der Feldarbeit in der Herner Mark. Sie war beauftragt, zwei Feldarbeitern das Frühstück zu bringen und dann ebenfalls Roggen zu binden. Sie hatte das Frühstück am vereinbarten Ort abgestellt, war aber nicht anwesend. Nachdem Minna Pott mittags vermisst wurde, wurde umgehend die Polizei informiert, welche eine Suche startete. Sie wurde teilweise entblößt mit zerrissenen Kleidern unweit ihrer Arbeit am Rande eines Waldes gefunden. Minna Pott wurde auch als kräftige Person beschrieben und hatte sich ebenfalls erfolglos gewehrt. Sie wurde mit einem Strick erdrosselt.[39][40] Das Sittlichkeitsverbrechen soll nach dem Mord stattgefunden haben.[21]
Durch die Steigerung von unsittlichen Attentate und Morden kam es auch zur verstärkten Aufmerksamkeit durch die Behörden. So trafen am 5. August in Bochum der Arnsberger Regierungspräsident Steinmann, Oberstaatsanwalt Irgahn aus Hamm und der Staatsanwalt Lerbrocks aus Essen in Bochum zusammen, um weitere Maßnahmen zu beraten. Gleichzeitig wurde in diesem Fall eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.[41]
Überfall auf Emma Tönnshoff
Am 24. Oktober 1880 erfolgte ein Tötungsversuch auf die Dienstmagd Emma Tönnshoff in Hordel, zwischen Bochum und Herne. Die Tat war von einem zufällig vorbeikommenden Passanten vereitelt worden.[17] Der Überfall erfolgte im Dahlhauser Busch, der Täter versuchte, sie mit einer Schnur zu erwürgen und bedrohte sie mit einem Messer. In Bezug auf die Berichterstattung mit dem später folgenden Mord gaben die Behörden an, dass es sich wohl um den gleichen Täter handelte.[1]
Mord an Johanne Becker

Der Mord an der Hebamme Johanne Becker am 1. November 1880, dem Tag von Allerheiligen, erregte dann weitere große Aufmerksamkeit, besonders da hier der Mörder das Opfer aktiv in eine Falle lockte.[42] Die Hebamme wurde von einem unbekannten Mann zu der angeblichen Geburt einer Schwangeren gerufen. Morgens um 6:30 Uhr gingen sie zusammen los, in die Richtung der Zeche Prinz von Preußen. Auf dem Weg zur vermeintlichen Wöchnerin wurde sie in einem Hohlweg im nördlichen Teil der Gemeinde Altenbochum brutal ermordet. Als Todesursache wurde Erdrosseln angegeben. Weiterhin waren ihr die Pulsadern an einer Hand durchgeschnitten. Johanne Becker hinterließ ihren Mann und vier kleine Kinder.[1][17] In einem späteren Zeitungsbericht von 1927 wurde sie auch als sehr stabil gebautes Weibsbild bezeichnet.[22]
Die Leiche wurde gegen 15 Uhr von einem polnischen Arbeiter gefunden, welcher sofort den Gemeindevorsteher Wintermann informierte. Dieser mache eine entsprechende Anzeige bei dem Bochumer Gericht und der Staatsanwaltschaft, welche sich zum Tatort begab.[17]
Am 4. November appellierte der Bochumer Oberbürgermeister Bollmann an den Bürgersinn „aller rechtschaffenen Einwohner von Stadt und Land“ zur Mithilfe bei der Aufklärung. Er mahnte, „daß seinen eigenen weiblichen Angehörigen täglich etwas Aehnliches geschehen kann, sofern solche Scheusale nicht bald entdeckt und unschädlich gemacht werden.“ Weiterhin kündigte er eine hohe Belohnung an.[43]
Die Staatsanwaltschaft, in Person des königlichen Staatsanwaltes Dr. Schwering, lobte bereits am 6. November die damals enorme Belohnung von 5000 Mark aus. Die Summe kam von der Gemeinde Altenbochum mit 500 Mark, von der Stadt Bochum mit 1500 Mark und vom Regierungspräsidenten in Arnsberg mit 3000 Mark.[17] An der Stelle des Mordes wurde ein Holzkreuz errichtet, heute befindet sich die Mulde, damals Grabeloh genannt, oder auch Grohweg genannt,[42] auf dem Hauptfriedhof Bochum.[44]
Bericht und Verwendung des Begriffs Lustmord
Selbst weit ab vom Industriegebiet an der Ruhr wurde darüber berichtet, so in der Leipziger Tageblatt und Anzeiger, welche am 5. November 1880 vermerkt: „Die Aufregung in der Stadt und der Umgebung ist nicht zu beschreiben.“[45] Auch in Österreich wurde darüber geschrieben, so im Salzburger Volksblatt.[3]
In dem Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm wurde direkt auf den Bericht und Mordfall Bezug genommen:[11]
„LUSTMORD m. mord aus wollust, nach vollbrachter notzucht, ein erst neuerdings aufgekommenes wort: dasz bei Altenbochum ein fünfter lustmord verübt worden sei. Leipziger tageblatt vom 5. nov. 1880.“
Verhaftung und Hinrichtung des Wilhelm Schiff

Der Verdächtige Schiff
Die systematischen Nachforschungen der Ermittlungsgruppe führten zuerst zu keinen Ergebnissen. Ende März 1881 meldete sich der Besenbinder Wilhelm Schiff aus Weitmar im Landkreis Bochum, dass er Zeuge des Mordes an Elise Riemenschneider gewesen sei. Ihm ging es nach seinem angeblichen längeren Schweigen vor allem um die Belohnung von 10.000 Mark.[46] Von ihm wurden der oben genannte Kleffmann sowie der Knecht (oder Bergmann) Mette beschuldigt.[21] Mette als Hauptbeschuldigter war allerdings zum Zeitpunkt des Mordes in Haft gewesen und schied als Täter aus.[47] Nach Aufdeckung dieser Tatsache und der Verwicklung in Widersprüche wurde Schiff im April 1881 verhaftet.[21]
Allerdings war auch klar, dass er nicht für alle Taten verantwortlich sein konnte; allein schon, da der Mord an Christine Hämelmann im Juli 1881 während seiner Haft erfolgte.[48] Diese Tatsache spielte trotzdem später vor Gericht keine Rolle. Weiterhin entsprach Schiff nicht den Beschreibungen der ihren Überfall überlebenden Mädchen. Der 42-jährige Schiff wurde als rothaarig beschrieben, klein an Statur und schwächlich, mit grauen Augen, teils als versoffen.[21][49] Zwei der überfallenen Mädchen, welche den Angriff überlebt hatten, beschrieben den Täter als um die 30 Jahre, groß, blond und mit braunen Augen.[15][19] Die immer wieder als kräftig beschriebenen Mägde von den Bauernhöfen hätten sich nach Ansicht von Zeitgenossen gegen Schiff erfolgreich wehren können.[22]
Prozess
Vom 16. bis zum 19. November 1881 wurde ihm vor dem Landgericht Essen der Prozess gemacht. Schiff war verheiratet und hatte ein Kind und galt in der Gegend als ein einfach gestrickter Mensch. Im Jahr 1864 war er wegen versuchter Notzucht an einem 12-jährigen Mädchen zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. In den drei Prozesstagen wurde das ganze Hin und Her der Geständnisse und Widerrufungen von Schiff noch einmal dargelegt. Einzelheiten, die er bei Tatortbesichtigungen äußerte, wurden ihm als Täterwissen ausgelegt. Er wurde für drei der Morde (Riemenschneider, Schülken und Pott) für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Ihm wurde eine Alleinschuld gegeben, da alle Spuren darauf hindeuten, dass es nur einen Täter gab. Die anderen Morde wurden mit einem anderen Täter erklärt.[21]
Hinrichtung
Vor der Hinrichtung betonte Schiff noch einmal so stark seine Unschuld, dass nach einem Zeitungsbericht der Staatsanwalt Schlüter die Fassung verlor und dem Delinquenten die Hoffnung auf das Wiedersehen in einer besseren Welt gab. Auch mehrere Geschworene sollen Gewissensbisse gehabt haben. Die Hinrichtung erfolgte am 11. Januar 1882. Der mit drei Gehilfen aus Berlin angereiste Scharfrichter Krautz führte die Hinrichtung mit dem Richtbeil durch. Wilhelm Schiff ging nach Zeitungsberichten gefasst in den Tod.[21]
Es war die erste Vollstreckung eines Todesurteils in Essen seit der letzten Hinrichtung am Galgen im Jahr 1795.[21] Der preußische König und Kaiser Wilhelm I. lehnte eine Begnadigung ab. In den vorherigen Jahrzehnten gab es etliche Gnadenentscheidungen, welche die Urteile umwandelten. Hier wurde aber Wilhelm I. von seinen Beamten im Justizministerium überzeugt, diese abzulehnen. Neben der lokalen Besorgnis und Empörung gab es in Berlin die wachsende Befürchtung, dass das sich schnell industrialisierende Ruhrgebiet eine Bedrohung für die soziale, politische und moralische Ordnung des Deutschen Reiches darstelle.[1]
Allerdings passierte im April 1882 dann der nächste Mord an Friederike Ostermann.[17] Auch in der Bevölkerung gab es Stimmen, die annahmen, dass Wilhelm Schiff unschuldig war.[47][50] Die Meinung wurde auch Jahrzehnte später in Zeitungen noch erwähnt und Schiff als Opfer der Justiz bezeichnet.[22]
Weitere Morde und Mordversuche

Christine Hämelmann
Am 26. Juli 1881 besuchte die 10 ½-jährige Christine Hämelmann aus Rellinghausen, südlich von Essen, die örtliche St.-Annen-Kirmes. Sie wurde nach 20 Uhr nicht mehr gesehen, der vermutliche Tatort lag eine halbe Stunde in der entgegengesetzten Richtung zum Wohnhaus der Eltern.[48] Anhand der Fußspuren muss es sich um einen Täter gehandelt haben.[21] Sie wurde am nächsten Morgen auf einem Feld tot aufgefunden. Nach dem Missbrauch ermordet der Täter das Mädchen mit einem Messerschnitt vom Unterleib bis zum Brustkorb.[48] Noch am selben Tag setzte der Bürgermeister von Rellinghausen, Joseph Sartorius, eine Belohnung von 300 Mark aus.[51] Der Kriminalkommissar von Meerscheidt-Hüllessem nahm vor Ort auch Ermittlungen auf.[21]
Die meisten Morde und Überfälle fanden im Umkreis von ca. 6 bis 8 km, meistens nördlich und östlich, um die Stadt Bochum statt. Rellinghausen liegt ungefähr 15 km in südwestlicher Richtung von Bochum entfernt, außerhalb des Landkreises Bochum. Auch erfolgte hier die Ermordung mit einem Messer anstatt durch Erwürgen. Außerdem handelte es sich um ein Schulkind, das eventuell weggelockt wurde, und nicht um eine (kräftige) Magd in einer einsamen Umgebung. Der Mord wurde trotzdem, auch überregional, als Bochumer Lustmord gesehen.[1][52]
Überfall auf Hermine Becker
Ein Überfall am 31. Januar 1882 auf Hermine Becker, welche sich auf dem Weg von Hordel nach Ückendorf befand, wurde auch in der Reihe der Überfälle und Morde gesehen.[53] Die versuchte Erdrosselung konnte vereitelt werden, aber auch hier brachte eine ausgesetzte Belohnung der Staatsanwaltschaft Bochum keine Lösung des Falls.[54]
Friederike Ostermann
Die Dienstmagd Friederike Ostermann (15 ½ Jahre alt) wurde am 10. April 1882[1] ein Opfer in der Tatreihe. Sie war am Ostermontag auf ihrem Kirchgang auf dem Weg von Hiltrop nach Herne um 7:30 Uhr überfallen und in der Schulte-Möllerschen Waldung ermordet worden. Sie wurde ebenfalls geschändet, stranguliert und entblößt zurückgelassen. Dabei ließen die Spuren darauf schließen, dass das kräftig gebaute Mädchen sich mit seinem Mörder einen heftigen Kampf geliefert haben muss.[55] Da Friederike Ostermann erst am Abend gefunden wurde, war die Leiche über die Nacht unter Bewachung am Fundort verblieben.[56] Zahlreiche Anwohner kamen zur Tatstelle.[57] Auch hier wurde unverzüglich von der Staatsanwaltschaft eine Belohnung, in dem Fall 500 Mark, ausgesetzt.[58]
Elisabeth Gantenberg, gestorben durch Lustmörder Hand

Das letzte bekannte Opfer war die 17-jährige Magd Elisabeth Gantenberg,(* 23. Februar 1865, Dahlhausen, Amt Bochum), welche am 21. Mai 1882[1] ermordet wurde. Die junge Frau war als Magd bei dem Landwirt Wißmann angestellt. Wie andere Opfer wurde sie als kräftig gebaut beschrieben. Sie wurde Havenscheid nach dem Kirchgang am Sonntag zum Pfingstfest vermisst. Zuerst wurde vermutet, dass sie zu Verwandten gegangen war, weswegen ihr Dienstherr sich zuerst keine Gedanken machte. Nach erfolglosen Nachfragen wurde am Dienstag eine Anzeige bei den Behörden gestellt. Der Staatsanwalt Dr. Schwering veranlasste am Freitag in Sorge um ein weiteres Verbrechen eine Suche nach ihr. Die kaum sichtbare Leiche wurde erst am 27. Mai entdeckt, als ein junger Mann durch den Geruch auf die Leiche aufmerksam wurde. Der Fundort war nur wenige hundert Meter von der Stelle entfernt, an der Johanne Becker entdeckt wurde. Die Spuren deuteten darauf hin, dass sie zuerst in ein Kornfeld geschleppt wurde, dort erwürgt und später an der Fundstelle abgelegt und in schrecklichster Weise verstümmelt wurde. Ein vorher gesehener Rumstreicher, der als Verdächtiger genannt wurde, wurde als sonnenverbrannt mit krausem blonden Schnurrbart beschrieben.[59][60][61] Sie wurde auf dem katholischen Friedhof in Linden begraben. Ihr Grabstein trägt die Inschrift: „… gest. bei Bochum durch Lustmörder Hand …“
Erschütterung in Stadt und Land
Auch im Fall der Elisabeth Gantenberg berichteten die Zeitungen wieder überregional über den Mord. Unter anderem in der wurde folgender Text im Würzburger Journal gedruckt:
„Was aus den Zuständen in dortiger Gegend werden soll, man weiß es nicht, die Bevölkerung, besonders die auf dem Lande, ist in furchtbarer Aufregung, die Oekonomen bekommen keine Dienstmädchen mehr. Die Behörde steht diesen furchtbaren Verbrechen vollständig rathlos gegenüber. Daß etwas Außergewöhnliches geschehen muß, das sagt sich Jeder, keiner weiß aber was. Es dürfte wohl auf den ganzen Erdenrund weiter keinen Bezirk geben, in welchem ähnliche Zustände jemals geherrscht hätten.“
Erschütternd für die Bevölkerung war vor allem, dass die meisten Taten am helllichten Tage begangen wurden, an jungen Frauen, die auch teils gerade an Sonn- oder Feiertagen auf dem Kirchgang waren. Auch dass die Morde an unbescholtenen jungen Frauen und Mädchen stattfanden und nicht zum Beispiel im Rotlicht- oder Arbeitermilieu, sorgte für zusätzliche Verunsicherung.[1][47] Wie die Zeitungen berichteten, traute sich fast keine Frau mehr, ohne männliche Begleitung durch ein Feld zu gehen.[1]
Ergebnislose Ermittlungen

Am 17. Juni 1882 wurde die Belohnung für die beiden Mordfälle Ostermann und Gantenberg vom Regierungspräsidenten aus Arnsberg, im Auftrag des Ministers des Inneren auf 10 000 Mark erhöht.[63] Die Summe war weit über das 10-fache Jahresgehalt eines einfachen Arbeiters.
Auf dringenden Antrag des Landrats Overweg wurden zwölf weitere Gendarmen aus ruhigen ländlichen Kreisen (Brilon, Meschede, Lippstadt, Soest und Wittgenstein) zum Einsatz nach Bochum beordert, was in der Bevölkerung positiv aufgenommen wurde.[64] Auch wurden die örtlichen Leiter der Gemeinden angehalten, ihre Maßnahmen zu verschärfen und darüber zu berichten. Wattenscheider Bürgermeister Otto Pokorny sagte dazu, dass die verdächtigen Personen schärfer kontrolliert würden (gemeint waren Landstreicher und ähnliche Personen) und auch teils ausgewiesen würden.[17]
Über einen längeren Zeitraum seit dem Beginn der Mordfälle wurden viele Verdächtige verhaftet, ohne dass es eine konkrete Spur oder einen ernsthaften Tatverdächtigen gab. Dabei konzentrierte man sich auch stark auf die niederen Volksschichten. Dies wurde auch in lokalen Zeitungen kritisiert.[40] So hob auch der Märkische Sprecher hervor, dass viele Sittlichkeitsfrevel von höher gebildeten Personen der gut situierten Klasse begangen werden.[65] Auch gab es durchaus Kritik an dem (offensiven) Auftreten von Meerscheidt-Hüllessem,[28] und dass er und seine Mitarbeiter zwar häufiger Verdächtige verhaften,[66] aber nicht wirklich in dem Fall weiterkommen.[49] Wilhelm Schiff geriet nur in die Augen der Ermittler, weil er sich selbst meldete, um die Belohnung zu kassieren.
Im November des Jahres 1882 wurde ein vom Bochumer Staatsanwalt Dr. Hertzsch unterzeichneter Steckbrief verfasst. Der Bochumer Landrat erhielt 136 Exemplare zur Verteilung. Dieser war aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern für die im Landkreis tätigen Polizisten. Das Wesentlichste war eine Beschreibung eines „Brodmessers“ mit dem Johanne Becker ermordet wurde, welche auch mit einer Zeichnung dargestellt wurde. Weiterhin wurden zwei an den Tatorten gefundene Zigarrenspitzen gezeigt. In dem Text wurden auch eine Beschreibung von dem mutmaßlichen Täter gegeben, sowie ein kleines Foto, welches in Größe und Physiognomie dem vermutlichen Täter entsprach.[17]
Für die Öffentlichkeit bestimmt war eine Präsentation der Replikate der Beweisstücke. Dies erfolgte an einem Sonntag, dem 10. Dezember 1882, auf dem Bochumer Wilhelmsplatz. Über die Präsentation der Replikate wurde in den Zeitungen ausführlich berichtet.[38]
„Das Menschengedränge zur Besichtigung der Lustmordgegenstände auf hiesigem Markte gestern war kolossal und beweißt das Interesse des Publikums an dieser Untersuchung. Obwohl die Polizei scharfe Ordnung hielt, hörte das Gedränge nicht auf und haben viele die Gegenstände nicht gesehen. Dieselben waren an einem Häuschen daselbst befestigt und eine Barriere davor angebracht. Das verrostete noch mit Blut befleckte Brodmesser, womit Frau Hebamme Becker ermordet und verstümmelt ist, die Cigarrenspitze und namentlich die Photographie des Bremers Jos. Müller, des Coblenzer Lustmörders, wurden eingehend besichtigt. [...] Ob die Ausstellung ihren Zweck erfüllt hat, zur Ermittlung der Thäter neue Anhaltspunkte zu geben, wissen wir nicht; zweifeln aber sehr daran ; zu wünschen wäre es sehr, damit endlich der Schleier, der noch über mehreren dieser Morde liegt, gelüftet und unsere Gegend von einem Alpdruck befreit wird!“
Aber auch nach mehreren Jahren Ermittlungen konnten der oder die (anderen) Mörder nicht ermittelt werden. Die Untersuchungsgruppe wurde ohne Ergebnis aufgelöst, die Kriminalbeamten kehrten nach Berlin und die Gendarmen an ihre alten Wirkungsstätten zurück.[17]
Erwähnenswert ist, dass nach dem Mordfall Gantenberg die Serie aufhörte. Laut einer Anmerkung der Redaktion des Bochumer Anzeiger in einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1929 waren einige alte Leute in Bochum nicht nur von der Unschuld Schiffs überzeugt, sondern hatten auch einen Mann aus Altenbochum im Verdacht, welcher nach Südamerika verzogen war.[42][68] Dies wäre eine mögliche Erklärung für das Abbrechen der Mordserie und die Lage der Tatorte.
Nachklang zu der Mordserie

Lustmord als Begriff
Ging Amber Aragon-Yoshida in ihrer Dissertation von 2011, Lustmord and Loving the Other: A History of Sexual Murder in Modern Germany and Austria (1873–1932), aufgrund der Quellenlage noch davon aus, dass der Begriff Lustmord zuerst in der Zeit von Herbst 1880 bis Frühling 1881 von Zeitungen außerhalb der Region um Bochum verwendet wurde,[1] kann heute durch die Online-Zeitungsportale dieses ergänzt werden.
Die erste Verwendung des Begriffes Lustmord wurde in späteren Zeitungsartikeln der Westfälischen Volkszeitung zugeschrieben,[10] „ein braves Zentrumsblatt“.[9] Ob der dortige Redakteur dieses Wort erfunden hat, oder ob er Adolf Stahrs Ein Jahr in Italien von 1850 kannte, in dem der Begriff Lustmordkämpfer als Bezeichnung für die Gladiatoren vorkommt,[69][70] kann heute nicht mehr ermittelt werden.
„Im Anschluß hieran wird erwähnt, daß das Wort ‚Lustmord‘ damals von der hiesigen ‚Westf. Volkszeitung‘ erfunden und zuerst gebraucht worden ist. Eine erfreuliche Bereicherung des Sprachschatzes bedeutet dasselbe allerdings nicht, aber es ist für den Charakter des Verbrechens doch sehr bezeichnend.“
Ob die Verwendung bei dem Mord an Josefine Kost oder Elise Riemenschneider stattfand, bedarf noch weiterer analoger Recherche. Im Deutschen Zeitungsportal lassen sich die Verwendung des Wortes bisher lokal und überregional für den 9. August 1880 nachweisen. Spätestens seit dem Mord an der Hebamme Johanne Becker wurde der Begriff Lustmord von Zeitungen außerhalb Westfalens und des Rheinlandes auch in Bezug auf andere Morde dieser Art gebraucht.[72][73][74] So wurde auch in Bezug auf die Affäre von Tiszaeszlár um das Verschwinden eines christlichen Mädchens in Ungarn im April 1882 dem jüdischen Schächter ein Lustmord unterstellt.[75]
Die Berichterstattung über das fünfte Opfer, die Hebamme Johanne Becker, in dem Leipziger Tagesblatt im November 1880 war Bezugsquelle für die Aufnahme des Wortes Lustmord in das Wörterbuch der Gebrüder Grimm. Bei der Berichterstattung des Berliner Tageblatt am 13. April 1881 über den Kriminalkommissar Leopold von Meerscheidt-Hüllessem von Berlin wurde davon berichtet, dass dieser entsendet sei, um "dem sogenannten ´lustmörder´ nachzuspüren". Somit fanden die beiden Worte im Jahr 1881[11] oder 1885[12] Aufnahmen.
Später wurde der Begriff auch als Lehnwort über Deutschland hinaus bekannt. So finde es sich 1911 in Schweden im Nordisk familjebok.[76] Künstler der Weimarer Republik wie Otto Dix und George Grosz malten Bilder, welche die Amoralität der Zwischenkriegszeit einfingen, in deren Titel das Wort Lustmord auftaucht. Diese Malertradition wurde mit dem Lehnwort auch über Deutschland hinaus bekannt.[77][78] Aktuelles Beispiel ist der britische Musiker Brian Williams, welcher unter dem Namen Lustmord auftritt.
Erinnerung an die Mordserie

Noch viele Jahre wurde in der lokalen Presse zu verschiedenen Gelegenheiten über die Bochumer Frauenmorde berichtet, wie zu Jahrestagen,[21][79] geschichtlichen Rückblicken,[2] in Bezug auf andere Mordfälle[53][50][80] oder in allgemeinen Artikeln mit lokalem Bezug.[44] Teils wurden die Morde mit denen von „Jack der Aufschlitzer“ in London verglichen.[47] Anekdotenhaft wurde auch von dem „Spuk von Altenbochum“ berichtet. In den späten 1880ern gab es einen Fall, in dem die Bewohner von Altenbochum dachten, in dem leer stehenden Peters Hof in Altenbochum sollte es spuken. Dies war nicht unweit der Mordstelle Becker. Aus den Berichten erscheint es, als ob jener plötzlich nach Brasilien gezogene Peters für die Morde verdächtigt wurde (siehe oben) und man nun annahm, in dem Hof würde es spuken.[42][81][82]
Umso erstaunlicher ist es, dass in den Bochumer Chroniken und lokalen Geschichtsabhandlungen die im deutschen Sprachraum weit bekannte Mordserie keinen Einzug gehalten hat. Außer den oben genannten Zeitungsartikeln, welche alle vor 1945 erschienen, sind fast keine weiteren lokalen Abhandlungen bekannt. Die ausführliche Chronik von Franz Darpe, Geschichte der Stadt Bochum nebst Urkundenbuch in sechs Bände, welche in den Jahren 1888 bis 1894 verfasst wurde, enthält keinen Hinweis auf die Ereignisse.[83] Dieses lässt sich eventuell noch damit erklären, dass diese Chronik generell auf kurz zurückliegende Ereignisse nur sehr knapp eingeht. Aber auch andere geschichtliche Rückblicke späterer Jahrzehnte oder aktuelle, ob Chroniken[84] oder anekdotenhafte Bücher,[85] enthalten keine Erwähnung der Ereignisse.
Lediglich mit der Ausstellung des oben genannten Steckbriefes von 1882 in der Ausstellung Hundert sieben Sachen – Bochumer Geschichte in Objekten und Archivalien und dem dazugehörigen Text im Ausstellungsbuch fand die Mordserie in der lokalen Literatur Erwähnung.[17] Der Grabstein der Elisabeth Gantenberg auf dem Friedhof in Linden sowie ein Eintrag auf einer Tafel zur Stadtnatur sind die einzigen sichtbaren Zeugnisse der Ereignisse.
Literatur
- Amber Aragon-Yoshida: Lustmord and Loving the Other: A History of Sexual Murder in Modern Germany and Austria (1873–1932). In: All Theses and Dissertations (ETDs). 1. Januar 2011, doi:10.7936/K7PC30F6 (wustl.edu [abgerufen am 1. September 2025]).
- Andreas Halwer: Plakat zur Lustmord-Serie in Bochum. In: Ingrid Wölk (Hrsg.): Hundert sieben Sachen – Bochumer Geschichte in Objekten und Archivalien. 1. Auflage. Klartext, Essen 2017, ISBN 978-3-8375-1869-6, S. 196–199.