Boden (Stadt in Schweden)

Stadt in der schwedischen Provinz Norrbottens län From Wikipedia, the free encyclopedia

Boden ['bu:dən] (samisch Suttes, finnisch Puuti, Putas) ist eine Stadt in der schwedischen Provinz Norrbottens län und der historischen Provinz Norrbotten. Der Hauptort der gleichnamigen Gemeinde liegt etwa 35 Kilometer nordwestlich von Luleå am Lule älv.

Schnelle Fakten
Boden
Boden
Lokalisierung von Norrbotten in Schweden
Staat: Schweden Schweden
Provinz (län): Norrbottens län
Historische Provinz (landskap): Norrbotten
Gemeinde (kommun): Boden
Koordinaten: 65° 50′ N, 21° 41′ O
SCB-Code: C102
Status: Tätort
Einwohner: 16.830 (31. Dezember 2015)[1]
Fläche: 14,02 km²[1]
Bevölkerungsdichte: 1200 Einwohner/km²
Höhe: 46 m ö.h.
Liste der Tätorter in Norrbottens län
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Geographie

Medborgarplatsen in Boden

Geographische Lage

Die Stadt Boden liegt etwa 82 Kilometer südlich des arktischen Polarkreises am linken Ufer des Lule älv, rund 44 Flusskilometer oberhalb dessen Mündung in den Bottnischen Meerbusen der Ostsee.

Klima

Das Klima in Boden ist kalt-gemäßigt mit kalten Wintern und kühlen Sommern. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 2,8 °C, dabei liegen die mittleren Monatstemperaturen bei −10 °C im Januar und bei 17 °C im Juli. Die Jahresniederschlagssumme beträgt 647 mm. Alle zwölf Monate sind humid. Die Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger lautet Dfc.[2]

Schnelle Fakten Klimadiagramm ...
Boden
Klimadiagramm
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_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: Climate-Data.org, Daten: 1991-2021
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Boden
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) −9,5 −8,9 −4,6 1,1 7,8 13,3 16,7 14,7 9,7 2,6 −2,7 −6,8 2,8
Mittl. Tagesmax. (°C) −6,9 −6,4 −1,4 4,9 11,9 16,8 20,0 17,9 12,8 4,8 −0,8 −4,2 5,8
Mittl. Tagesmin. (°C) −12,2 −11,5 −7,7 −2,9 3,1 9,2 12,8 11,3 6,9 0,5 −4,9 −9,7 −0,4
Niederschlag (mm) 51 38 37 35 46 67 77 73 60 51 57 55 Σ 647
Regentage (d) 8 7 6 5 7 8 9 9 7 7 8 8 Σ 89
Luftfeuchtigkeit (%) 87 85 80 74 64 63 69 74 79 86 89 85 77,9

Geschichte

Boden war ursprünglich ein kleines Bauerndorf, das mit der Fertigstellung einer Kirche 1831 unter dem Namen Överluleå zu einem Kirchendorf erhoben wurde. Durch den Bau der dazugehörigen rund 300 Blockhäuser für die Anreisenden zu den Gottesdiensten verschob sich der Siedlungsschwerpunkt von Heden an das Südufer des Sees Bodträsket. Heute sind noch knapp 30 dieser ehemaligen Unterkünfte erhalten. Ab 1863 wurde mit dem Bau des Englischen Kanals versucht, den Erztransport entlang des Lule älv zu verbessern. Dieses Projekt scheiterte, 1989 unter Denkmalschutz gestellte Überreste finden sich im westlichen Stadtteil Trångfors. 1884 begann mit dem Bau der Eisenbahn Gällivare–Luleå die moderne Entwicklung der Siedlung, 1888 wurde die Bahnstrecke eingeweiht, die am damaligen Stadtrand von Boden einen Bahnhof erhielt. 1894 erreichte die nordländische Eisenbahnhauptstrecke von Stockholm die Stadt. Mit der Fertigstellung der Erzbahn von Gällivare nach Narvik wurde Boden zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt.

Die guten Verkehrsverbindungen und die günstige geographische Lage führten dazu, dass der schwedische Reichstag im Jahr 1900 beschloss, rund um Boden eine große Festung zu bauen. Innerhalb zweier Jahrzehnte verdoppelte sich die Bevölkerung der Stadt von 2.500 im Jahr 1900 auf 6.000 im Jahr 1918. 1919 bekam Boden die Stadtrechte. In den folgenden Jahrzehnten wurden mehrere Regimenter in Boden stationiert und die Stadt wurde zu einem wichtigen militärischen Ausbildungszentrum. Wegen seiner bedeutenden strategischen Lage wurde Boden auch als „Gibraltar des Nordens“ bezeichnet. Die fünf Forts und drei Batteriestellungen wurden in den 1990er Jahren aufgegeben und 2001 unter Denkmalschutz gestellt. Die Anlagen Rödberget und Södra Åberget im Südwesten wurden 2002 als Museen mit geführten Touren eröffnet. 2006 folgte am Garnisonsstandort das schwedische armeehistorische Museum Försvarsmuseum Boden. Die Garnison ist weiterhin eine der acht Stationen für das 21-gun-salute anlässlich des Nationalfeiertages am 6. Juni und zu Geburtstagen von Mitgliedern des schwedischen Königshauses.

Das schwedische Unternehmen Stegra (bis September 2024 H2 Green Steel[3]) baut südöstlich der Stadt die weltweit erste Anlage zur Massenproduktion von emissionsfreiem Stahl. Es soll eine komplette Produktionsanlage inklusive Wasserstoffproduktion (800 Megawatt Elektrolyseur) entstehen, mit einem Produktionsvolumen von jährlich 2,5 Millionen Tonnen Stahl ab 2026, ab 2030 fünf Millionen Tonnen.[4]

Sport

Boden hat einen Fußballverein, Bodens BK, der in der Division 1 Norra (3. Liga, Nordstaffel) spielt.

Des Weiteren besitzt Boden eine Trabrennbahn.

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Boden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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