Boehner-Film
Filmgesellschaft in Dresden von 1926 bis 1945
From Wikipedia, the free encyclopedia
Die Boehner-Film GmbH war eine Filmgesellschaft in Dresden von 1926 bis 1945.
Geschichte
1926 gründete der Werbefachmann Fritz Boehner die Boehner-Reklame und Film GmbH in Dresden. Er produzierte dort in den folgenden Jahren vor allem Werbefilme für Unternehmen, aber auch für Behörden und regionale Organisationen, außerdem einige Landschaftsfilme und zuletzt auch Puppenfilme. Er gestaltete die Vorprogramme von Kinovorstellungen in Dresden mit Aufnahmen von regionalen Neuigkeiten und Firmenwerbungen. Boehner-Film entwickelte sich zum bedeutendsten Produzenten von Werbe- und Kulturfilmen in Sachsen und einem der produktivsten im Deutschen Reich. Nach 1933 waren einige Filme auch nach der neuen ideologischen Richtung geprägt. Insgesamt entstanden dort fast 2000 Filme.[1]
Ende 1944 wurde die Produktion eingestellt. Fritz Boehner zog in seine Heimatstadt Erlangen und gründete dort 1949 eine neue Filmgesellschaft Boehner-Film Fritz Boehner. Die Studioräume in Dresden wurden 1946 von der neu gegründeten DEFA übernommen, 1950 wurde dort das DEFA-Studio für Trickfilme eingerichtet.
Filme (Auswahl)
- 1926 Farbfilm zur Internationalen Gartenbauausstellung
- 1927 Anruf 25881 bzw. Anruf 24101, Informationsfilme für Arbeitsnachweise des Arbeitsamtes
- 1928 Tonfilm mit Schallplatte für die Ausstellung "Die technische Stadt"
- 1929 Auf Landstraßen durch Sachsen
- 1934 Du und deine Zeitung, Werbefilm für NSDAP-Zeitung
- 1936 Reisen im schönen Deutschland
- 1937 Messestadt Leipzig
- 1937 Elbestadt bei Nacht
- 1935 Sachsen, wie es wirklich ist
- 1937 Zum Greifen nah, Stereo-Raum-Film
- 1938 Trajektverkehr Deutschland – Schweden
- 1940 Karlsbader Reise
- 1943 Bauernhochzeit in der Schwalm
- 1944 Filme der Hohnsteiner Puppenbühne
Mitarbeiter (Auswahl)
- Leiter
- Fritz Boehner, Inhaber und Leiter, 1926–1945
- Ludwig Boehner, technischer Leiter, Bruder
- Eberhard Boehner, Leiter der Werbeabteilung, Bruder
- Regisseure
- Curt A. Engel, 1927–
- Friedrich Wollangk
- Kurt Grimm
- Richard Groschopp (wenige Male)
- Freimut Kalden, Regieassistent von Curt A. Engel
- Kameraleute
- Richard Groschopp, 1928– , später DEFA-Dokumentarfilmer
- Erich Barthel, 1929– , (einmal Regie 1944)
- Werner Bergmann, 1938–1939
- Erich Gusko
- Erich Menzel
- Kurt Gewissen
- Fritz Lehmann
- Weitere Mitarbeiter
- Heinz Engelmann, Trickfilmer
Literatur
- André Eckardt: Im Dienst der Werbung. Boehner-Film 1926 – 1967. CineGraph, Babelsberg 2004
- K. Hoffmann: Mobilisierung der „Werkgemeinschaft“. In: Peter Zimmermann (Hrsg.): Geschichte des dokumentarischen Films in Deutschland. Band 3. Reclam. Stuttgart 2005, S. 248–252
Weblinks
- Boehner-Film bei filmportal.de
- Ralf Forster: Fritz Boehner. In: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (Hrsg.): Sächsische Biografie.
- Boehner-Film Letterboard, mit einigen Filmplakaten