Bolivianische Küche
Küche Boliviens
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Die bolivianische Küche spiegelt die Esskultur Boliviens wider. Durch die großen naturräumlichen und klimatischen Unterschiede zwischen Altiplano, den Kordilleren, den Tälern am Ostabhang der Anden und dem bolivianischen Tiefland unterscheiden sich auch die Gerichte erheblich.


Generell spielen Kartoffeln, Reis, Milchprodukte, Obst und Suppen in der bolivianischen Ernährung eine Hauptrolle. Stärkereiche Lebensmittel variieren je nach Region: im Tiefland wird Yucca und in den Tälern Mais gegessen; Im Altiplano werden täglich Kartoffeln verwendet.[1] Quinoa gedeiht in Boliviens aridem Klima und wird in Eintöpfen gekocht oder gemahlen zu Brot gebacken.[2]

Lebensmittel und Zutaten
Die Kartoffel spielt in der bolivianischen Küche eine große Rolle; im Land werden mehrere Hundert Kartoffelsorten gezüchtet.[3] Einige bittere Kartoffelsorten werden zu Chuño verarbeitet, indem sie Frost ausgesetzt und anschließend entwässert werden. Das getrocknete, optisch an Trüffel erinnernde Chuño ist lange haltbar und wird rehydriert wie Kartoffeln genutzt oder zu Mehl vermahlen.
Esskultur
Zum Frühstück gibt es normalerweise Tee oder Kaffee zu Brot und Käse; in ländlichen Gebieten trinkt man ein heißes Getränk namens Api, aus mit Zucker und Zimt gewürztem Mais. Am späteren Vormittag nimmt man Salteñas (Fleischpastetchen mit Kartoffeln, Oliven und Rosinen) als Imbiss zu sich. Das Mittagessen ist die Hauptmahlzeit des Tages, die aus einer Suppe und einem Hauptgericht besteht;[1] in bessergestellten Haushalten gibt es bis zu fünf Gänge. Das Abendessen ist generell leichtere Kost und wird ab 19 Uhr gereicht.[2]
Typische Gerichte
Zwischen den Küchen der Hochregionen Boliviens und der anderen Andenländern sind Gemeinsamkeiten erkennbar (siehe Peruanische Küche und Ecuadorianische Küche): das scharfe Würzen mit Chilischoten, eher Eintöpfe und Gemüsegerichte als Braten sowie das Färben von Lebensmitteln mit Annatto. Die frostbeständigen weißen und violetten Kartoffelsorten, die auch für Herstellung von Chuño verwendet werden, sichern das ganze Jahr über Lebensmittel, zum Beispiel mit Beilagen wie Peperoni oder Käse, oder als Zutat für Eintopf. Auf dem Altiplano ist Quinoa ein Grundnahrungsmittel, es wird in Suppen gekocht oder als Beilage gereicht. Mais wächst besonders an den Andenhängen in gemäßigter Höhe. Er ist ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Küche, etwa in Humintas oder Plato Paceño.
Die drei Grundnahrungsmittel im Hochland sind Kartoffel, Quinoa und Mais, im Tiefland werden neben Reis und Kartoffeln auch Maniok und Kochbananen genutzt.
Meerschweinchen- und Kaninchenfleisch wird in ländlichen Gebieten gelegentlich gegessen. Das Lama wird auf dem Altiplano traditionell als Lasttier und Milchlieferant gehalten, spielt aber in dieser Region auch für die Fleischversorgung eine Rolle.[4] Die touristische Küche Boliviens hat sich aufgrund der Vorlieben, Wünsche und sozialen Rollen der Touristen entwickelt. Bestimmte lokale Zutaten werden daher in der Touristenliteratur als bolivianischer angesehen als andere. Lama-Fleisch wird seit 1997 zunehmend den ausländischen Besuchern angeboten. Das Tier erscheint auf Postkarten und nationalen Insignien als Symbol der Anden. Die beiden großen Seen Titicaca und Poopó sowie die Flüsse im Tiefland liefern Süßwasserfische.[5][6][7]
Spezialitäten der bolivianische Küche sind Chairo (Suppe aus Chuñomehl), Sopa de Maní (eine Erdnuss-Suppe) oder Sajta de Pollo (ein würziges Hühnchengericht). Huhn ist die häufigste Fleischsorte, in Südbolivien auch Rindfleisch.[1] Pique Macho (Grillteller mit Tomaten, Peperoni, Zwiebeln), Picante de pollo (scharfes Hühnerfleisch) oder Silpancho (dünn geklopftes Rindfleisch) sind weitere beliebte bolivianische Fleischgerichte.[2]
Typische Gerichte aus dem Tiefland Boliviens sind Masaco (Püree aus Kochbananen oder Maniok gemischt mit geschnetzeltem Charque, das gebraten wird), Majadito (Reis mit Charque, Spiegelei und gebratenem Maniok). Ein beliebter Snack sind Cuñapé.
Getränke
Nichtalkoholische Getränke
In Bolivien wird Kaffee angebaut und getrunken, auch Tee wird oft getrunken. Cocatee (aus den Blättern des Cocastrauchs) wird gegen Symptome der Höhenkrankheit getrunken. Weitere typische Getränke sind das Heißgetränk Api, das aus lilafarbenem Mais hergestellt wird, sowie das Erfrischungsgetränk Mocochinchi aus rehydrierten getrockneten Pfirsichen.[8]
Alkoholische Getränke
Das häufigste alkoholische Getränk ist Bier. Im Departamento Tarija wird Wein angebaut, der im ganzen Land gerne getrunken wird. Als Nationalschnaps gilt der Traubenschnaps Singani, der pur oder in Cocktails getrunken wird. Im gesamten Andenraum wird Chicha getrunken. In Bolivien wird damit ein leicht alkoholisches Getränk aus fermentiertem Mais bezeichnet, das bereits vor der Kolonisierung durch die Spanier getrunken wurde.[8]