Bolle reiste jüngst zu Pfingsten
Volkslied
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Bolle reiste jüngst zu Pfingsten ist ein Volkslied aus dem Berliner Raum im Berliner Dialekt. Es ist wahrscheinlich um 1900 entstanden und wurde erstmals 1930 schriftlich veröffentlicht. Die erste Veröffentlichung in einem Gebrauchsliederbuch erfolgte 1934 in Der Kilometerstein von Gustav Schulten.[1] Seitdem ist es, verstärkt nach dem Zweiten Weltkrieg, in vielen Liederbüchern zu finden.
Laut der Einschätzung des Musikwissenschaftlers Lukas Richter handelt es sich um ein Schwanklied auf den Prototyp des unbekümmerten, „rüdigen“ (typischen) Berliners.[2] Im Lied spiegelt sich der Feiertagsausflug eines typischen Berliners in den damaligen Vorort Pankow mit der Schönholzer Heide wider. Durch die Vorstadtwagen und Kremserwagen war dies seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zum beliebten Freizeitvergnügen der Berliner geworden. Der verbreitete Spitzname Bolle steht dabei für eine nicht näher bestimmte Person.
Text
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1. Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, |
3. Auf der Schönholzer Heide, |
5. Als er nach Haus’ jekommen, |
7. Und Bolle wurd’ begraben, |
Melodie

Quelle[5]
Adaptionen
Da das Lied weit verbreitet ist, hat es zahlreiche Umdichtungen erfahren, unter anderem zu Demonstrationen und politischen Anlässen. Auch die Strophenzahl des Liedes variiert wie bei vielen volkstümlichen Liedern je nach Quelle.
Die Erlanger Band J.B.O. adaptierte das Lied 1997 in einer Rock-Version. Die Gruppe Maybebop veröffentlichte das Lied 2021 auf ihrem Album Die Gedanken sind frei in A-Cappella-Form.
Literatur
- Karl Heinz Ocasek (Hrsg.): Fröhlich sein und singen ...: Lieder aus unserem Leben. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-359-00974-6.