Boniface Mwangi
Kenianischer Fotojournalist und Bürgerrechtler
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Boniface Mwangi ist ein kenianischer Fotojournalist und Bürgerrechtler.[1] Er kritisiert Korruption und Polizeigewalt und gilt als prominenter Vertreter der Protestbewegungen gegen die kenianische Regierung.[2] Im Juli 2025 wurde er im Zusammenhang mit Straßenprotesten festgenommen und später wegen unerlaubten Besitzes von Munition angeklagt, kam jedoch gegen Kaution frei.[3]

Leben und Wirken
Mwangi wuchs im Wahlkreis Starehe im Zentrum Nairobis auf.[4] Er begann als Fotojournalist für eine kenianische Zeitung und dokumentierte während der Gewalt nach der kenianischen Wahl 2007/2008 insbesondere Ereignisse in den Slums Nairobis.[4] Im Jahr 2008 erhielt er für diese Arbeit internationale Anerkennung und entschied, dass reine Dokumentation gesellschaftlicher Missstände nicht ausreiche.[5] Er lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Kenia.[6]
Nach den Unruhen 2007/2008 setzte Mwangi künstlerische Protestformen ein und zeigte seine Fotos in öffentlichen Räumen, um Debatten über Gewalt und verantwortliche Führung anzustoßen.[5] Im November 2011 stellte er ein junges Team aus den Bereichen Journalismus, Kunst und Bürgerrechtsbewegung zusammen und gründete in Nairobi das Kollektiv Pawa254.[5] Zu den frühen Aktionen gehörte eine stadtweite Graffiti-Kampagne im Jahr 2012, die Kenias politische Führung als Geier darstellte.[5] Pawa254 entwickelte sich als Arbeits- und Veranstaltungsort, dessen Aktionen unter anderem Schweine vor dem Parlament als Protest gegen Gehaltsforderungen von Abgeordneten einsetzten.[5] 2017 kandidierte Mwangi im Wahlkreis Starehe für einen Parlamentssitz und begründete seinen Schritt damit, Kritik auch innerhalb staatlicher Institutionen vorzutragen.[4] Im Mai 2025 wurde Mwangi in Tansania nach der Reise zu einem Gerichtstermin des Oppositionspolitikers Tundu Lissu festgehalten und nach Kenia abgeschoben.[3] Mwangi und die ugandische Aktivistin Agather Atuhaire berichteten danach von Folter und sexuellen Übergriffen in der Haft, und Ende Juni 2025 kündigten sie rechtliche Schritte gegen den Staat Tansania an.[7][1] Im Juli 2025 wurde Mwangi in Kenia festgenommen, zunächst der „Ermöglichung terroristischer Handlungen“ beschuldigt und anschließend wegen unerlaubten Besitzes von Munition angeklagt; genannt wurden Tränengaskanister und eine 7,62-mm-Platzpatrone, während er die Vorwürfe bestritt und seine Verteidigung sie zurückwies.[3][8][9] Im August 2025 kündigte Mwangi ein Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2027 an.[2] Im Februar 2026 wurde berichtet, Citizen Lab gehe mit hoher Sicherheit davon aus, kenianische Behörden hätten während seiner Festnahme mit Cellebrite-Technologie sein Mobiltelefon entsperrt, während das Unternehmen auf eigene Prüfprozesse bei Missbrauchsvorwürfen verwies.[6]