Borkumer Kleinbahn T 2
Schienenbus in Borkum in Deutschland
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Der Verbrennungstriebwagen T 2 der Borkumer Kleinbahn (BKB) ist ein am 10. April 1939 an das Reichsluftfahrtministerium (RLM) für die Luftwaffe der Wehrmacht auf der ostfriesischen Insel Borkum abgelieferter Schienenbus von der Waggonfabrik Wismar der Bauart Hannover Typ E mit einer Spurweite von 900 mm und mit der Werknummer 21123[1]. Bestimmt war er für den Einsatz als Verbindungsfahrzeug für die Fliegerhorst-Kommandantur auf den Gleisen der Ostlandbahn und der Borkumer Kleinbahn. Zum Einsatz für die Wehrmacht kam er dort kurz vor und während des Zweiten Weltkriegs.
| Borkumer Kleinbahn T 2 | |
|---|---|
Wismarer Schienenbus T 2 der Borkumer Kleinbahn im Bahnbetriebswerk Borkum, 1969 | |
| Nummerierung: | T 2 |
| Baujahr(e): | 1939 |
| Ausmusterung: | 1976 – seitdem in wechselndem Privatbesitz – Verbleib nicht öffentlich bekannt |
| Bauart: | AA bm |
| Gattung: | CvT |
| Spurweite: | ab 1939: 900 mm ab 1986: 750 mm |
| Länge: | 10.100 mm |
| Breite: | 2300 mm |
| Höhe: | 2850 mm |
| Fester Achsstand: | 3500 mm |
| Dienstmasse: | 6,0 t |
| Radsatzfahrmasse: | 3,1 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 30 km/h |
| Installierte Leistung: | 2 × 50 PS (37 kW) |
| Motortyp: | 2 × Ford BB |
| Motorbauart: | Reihen-Vierzylindermotor (Otto) |
| Sitzplätze: | 32 |
| Stehplätze: | 13 |
| Klasse(n): | 2 |
Geschichte
Am 24. Juli 1947 übernahm die BKB das von Kriegsschäden weitestgehend verschont gebliebene Triebfahrzeug vom aufgelösten Fliegerhorst Borkum-Reede, bezeichnete in als T 2 und setzte ihn ab 1949 ein. Bis 1976 fuhr der T 2 planmäßig im Verkehr der Kleinbahn, seit 1971 hauptsächlich in verkehrsschwachen Zeiten. Bis 1971 wurde er teilweise mit dem etwas größeren, 1940 neu an die Borkumer Inselbahn gelieferten T 1, Bauart Hannover Typ D, die lange Ausführung mit vier Fenstern, zusammen eingesetzt, manchmal mit dazwischen gekuppelten Beiwagen. Im Jahre 1976 wurde er zusammen mit dem T 1 mangels Bedarfs abgestellt. Er war auch unter dem Spitznamen Kleines Schnäuzchen bekannt.
Am 31. August 1978 wurde der T 2 in gutem Zustand an den Deutschen Eisenbahn-Verein (DEV) in Bruchhausen-Vilsen verkauft. Die geplante Umspurung auf 1000 mm konnte aber wegen des zu engen Rahmens nicht realisiert werden. Der DEV verkaufte den T 2 im April 1984 an eine Privatperson in Bad Waldsee, die ihn im Jahre 1985 an die Museumsbahn „Öchsle“ zwischen Warthausen und Ochsenhausen abgab. Diese konnte den T 2 jedoch wegen seiner abweichenden Spurweite von 900 mm nicht einsetzen, weshalb er im Jahre 1986 durch das Ausbesserungswerk Bleckede der Osthannoversche Eisenbahnen (OEH) auf die neue Spurweite von 750 mm umgespurt wurde. Die Umspurung wurde mit Unterstützung von BEMO Modelleisenbahnen finanziert. Im selben Jahr wurde der Triebwagen von der Museumsbahn noch einmal geringfügig umgebaut und wieder in rot/weiß lackiert. Danach wurde er von 1986 bis 1990 auf der Strecke Warthausen–Ochsenhausen als VT 1 eingesetzt – wegen der fehlenden Betriebsgenehmigung jedoch nur im begrenzten Umfang.
Im Jahre 2001 erfolgte im Auftrag von Privatpersonen der Abtransport des früheren T 2 vom Öchsle nach Bad Waldsee oder Kanzach, der genaue Verbleib ist nicht bekannt.
Technik
Der Triebwagen hat eine Länge von 10.100 mm, eine Breite von 2300 mm sowie eine Höhe von 2850 mm. Der Achsstand beträgt 3500 mm, so dass der T 2 zu den kleinsten Varianten des Wismarer Schienenbusses gehört. Die Schnauzen, unter denen je ein flüssiggekühlter Reihen-Vierzylinder-Ottomotor vom Typ Ford BB mit SV-Ventilsteuerung und einer Leistung von 50 PS (37 kW) untergebracht war, sind je 900 mm breit.
Literatur
- Hans Schweers: Der Borkumer Dünenexpress. Schweers + Wall, Aachen 1991, ISBN 3-921679-59-1
- Hans Schweers: Die Borkumer Kleinbahn und die Schiffe der A.G. „Ems“. Schweers + Wall, Köln 2007, ISBN 978-3-89494-132-1
Weblinks
- Borkumer Kleinbahn auf der privaten Internetseite Inselbahn.de von Malte Werning
