Boromycin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Boromycin ist ein bakteriozides makrocyclisches Antibiotikum das im Zentrum einen Boratkomplex enthält.[3] Chemisch handelt es sich um den D-Valin-Ester eines Böeseken-Komplexes von Borsäure mit einem Makrodiolid.[4] Es wurde 1967 ursprünglich aus dem Streptomyces-Stamm Streptomyces antibioticus isoliert und war der erste borhaltige organische Naturprodukt.[5] Die antibiotische Wirkung besteht gegenüber grampositiven, nicht aber gegenüber gramnegativen Bakterien. Daneben hemmt es die Entwicklung gewisser Pilzarten und Protozoen.[2] Boromycin tötet Bakterien, indem es deren Zellmembran derart beeinflusst, dass die Zelle Kalium verliert, was letztendlich zum Zelltod führt.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Boromycin
Allgemeines
Name Boromycin
Andere Namen

[1-{(1R)-1-[(1R,2R,5S,6R,8R,12R,14S,17R, 18R,22S,24Z,28S,30S,33R)-12,28-Dihydroxy-1,2,18,19-tetra(hydroxy-κO)-6,13,13,17,29,29,33-heptamethyl-3,20-dioxo-4,7,21,34,35-pentaoxatetracyclo­[28.3.1.15,8.114,18]hexatriacont-24-en-22-yl]ethoxy}-3-methyl-1-oxo-2-butan­aminiumato(4−)]bor (IUPAC)

Summenformel C45H74BNO15
Kurzbeschreibung

geruchloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 34524-20-4
PubChem 6436027
ChemSpider 16735705
Wikidata Q4946240
Eigenschaften
Molare Masse 879,88 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

223–228 °C (Zersetzung)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 264270301+312330501[1]
Toxikologische Daten

180 mg·kg−1 (LD50, Maus, oral)[2]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Boromycin zeigte in Laborstudien starke inhibierende Wirkung auf die Replikation von HIV-1-Stämmen. Der Wirkmechanismus scheint dabei eine Wechselwirkung mit einem späteren Grad einer HIV-Infektion zu beinhalten.[6] In In-vitro-Studien zeigte sich Boromycin als starker Inhibitor von Mykobakterien mit einer MHK50 von 80 nM gegenüber Mycobacterium tuberculosis.[7]

Gewinnung und Darstellung

Die Totalsynthese des Makrodiolid-Ionophors Boromycin kann über Doppelringkontraktion erfolgen.[8][9]

Einzelnachweise

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