Boromycin
chemische Verbindung
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Boromycin ist ein bakteriozides makrocyclisches Antibiotikum das im Zentrum einen Boratkomplex enthält.[3] Chemisch handelt es sich um den D-Valin-Ester eines Böeseken-Komplexes von Borsäure mit einem Makrodiolid.[4] Es wurde 1967 ursprünglich aus dem Streptomyces-Stamm Streptomyces antibioticus isoliert und war der erste borhaltige organische Naturprodukt.[5] Die antibiotische Wirkung besteht gegenüber grampositiven, nicht aber gegenüber gramnegativen Bakterien. Daneben hemmt es die Entwicklung gewisser Pilzarten und Protozoen.[2] Boromycin tötet Bakterien, indem es deren Zellmembran derart beeinflusst, dass die Zelle Kalium verliert, was letztendlich zum Zelltod führt.
| Strukturformel | |||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Boromycin | ||||||||||||
| Andere Namen |
[1-{(1R)-1-[(1R,2R,5S,6R,8R,12R,14S,17R, 18R,22S,24Z,28S,30S,33R)-12,28-Dihydroxy-1,2,18,19-tetra(hydroxy-κO)-6,13,13,17,29,29,33-heptamethyl-3,20-dioxo-4,7,21,34,35-pentaoxatetracyclo[28.3.1.15,8.114,18]hexatriacont-24-en-22-yl]ethoxy}-3-methyl-1-oxo-2-butanaminiumato(4−)]bor (IUPAC) | ||||||||||||
| Summenformel | C45H74BNO15 | ||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
geruchloser Feststoff[1] | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 879,88 g·mol−1 | ||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||
| Schmelzpunkt |
223–228 °C (Zersetzung)[2] | ||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Toxikologische Daten | |||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Boromycin zeigte in Laborstudien starke inhibierende Wirkung auf die Replikation von HIV-1-Stämmen. Der Wirkmechanismus scheint dabei eine Wechselwirkung mit einem späteren Grad einer HIV-Infektion zu beinhalten.[6] In In-vitro-Studien zeigte sich Boromycin als starker Inhibitor von Mykobakterien mit einer MHK50 von 80 nM gegenüber Mycobacterium tuberculosis.[7]
Gewinnung und Darstellung
Die Totalsynthese des Makrodiolid-Ionophors Boromycin kann über Doppelringkontraktion erfolgen.[8][9]