Bosch Building Technologies
Geschäftsbetrieb
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Bosch Building Technologies ist ein international aktiver Geschäftsbereich der Robert Bosch GmbH. Seine deutsche Landesgesellschaft firmiert als Bosch Sicherheitssysteme GmbH mit Sitz in München und ist eine hundertprozentige Tochter der Robert Bosch GmbH.[5][6] Bosch Building Technologies ist ein herstellerunabhängiger Systemintegrator für Dienstleistungen in den Bereichen Gebäudesicherheit, Brandschutz, Gebäudeautomation und Energieeffizienz.[7] Die Geschäftstätigkeit deckt die Phasen Planung, Umsetzung und Betrieb von technischen Anlagen für öffentliche und gewerbliche Gebäude sowie Infrastrukturen ab.[8] Zu den Kunden zählen unter anderem Unternehmen aus der Industrie, Betreiber von Flughäfen, das Gesundheitswesen, sowie Einrichtungen wie Stadien und Arenen.[9][10][11] Stand Juli 2026 ist der Geschäftsbereich in Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden, Nordamerika (USA und Kanada) sowie in Singapur aktiv.[12]
| Bosch Sicherheitssysteme GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Sitz | München |
| Leitung | Thomas Quante (Vorstandsvorsitzender des Bereichsvorstandes, CEO), Peter von Wartenberg (Mitglied des Bereichsvorstandes, CFO)[1] |
| Mitarbeiterzahl | 9100 weltweit[2], 4500 in Deutschland[3] |
| Umsatz | k. A.[4] |
| Branche | Sicherheitstechnik |
| Website | www.boschbuildingtechnologies.com/de/de/ |
| Stand: 2026 | |
Geschichte
Die Bosch Sicherheitssysteme GmbH ging im Jahr 2000 aus der Bosch Telecom GmbH hervor. Der Ursprung, auf den sich das Gründungsjahr 1920 bezieht, ist die Hanseatische Notruf AG mit Sitz in Hamburg.[13] Sie entwickelte Alarmmeldetechniken und fungierte als Polizeinotruf-Empfangszentrale in Hamburg. Das Frankfurter Telefonunternehmen Telenorma übernahm diese, und die Robert Bosch GmbH akquirierte die Telenorma ab 1981, um aus ihr und der ANT Nachrichtentechnik (heutiger Nachfolger Tesat) mit Sitz in Backnang den Unternehmensbereich Telecom zu formen.[14][15] Der Bereich wurde 2000 aufgelöst, bei Bosch blieb die Sicherheitstechniksparte mit Videoüberwachungs- und Einbruchmeldetechnik, Brandmeldetechnik, Zutrittskontroll- und Zeiterfassungstechnik.
In den folgenden Jahren wurde die Produktpalette zügig ausgebaut. 2001 erfolgten die Übernahme von Detection Systems, Inc. in Fairport (New York), ein Hersteller von elektronischer Einbruchmeldetechnik und 2002 die Übernahme der Philips CSI, ein führender Hersteller von Videoüberwachungstechnik. Im gleichen Jahr wurde das Unternehmen in Bosch Sicherheitssysteme GmbH umbenannt. 2004 folgten Übernahmen der Micos GmbH in Würselen (Zutrittskontrolle) und der VCS AG aus Nürnberg (digitale Videoübertragungstechnik). Im darauf folgenden Jahr, 2006, wurden die Telex Communications Holdings, Inc. in Minneapolis (Audio- und elektroakustische Systeme) und die TeleAlarm Group mit Sitz in La Chaux-de-Fonds übernommen. 2007 folgte die Übernahme der Business Relations s.r.l. in Timișoara sowie 2008 die Extreme CCTV in Burnaby und die Landau electronic GmbH in Mörfelden. 2010 wurde der Hauptsitz von Ottobrunn in das acht Kilometer entfernte Grasbrunn verlegt.
2015 hat Robert Bosch North America mit Climatec, LLC einen Anbieter von Gebäudeautomations-, Energieeffizienz- und Sicherheitslösungen erworben. Bosch erweiterte damit sein Angebot um Gebäudeautomations-, Energie- und Sicherheitslösungen für öffentliche, gewerbliche und industrielle Kunden in den USA.[16]
2018 erfolgte die Umbenennung zum Geschäftsbereich Bosch Building Technologies, der in zwei Teile aufgegliedert war: das Produktgeschäft für Einzelprodukte und Systeme sowie die „Systemintegration“, die in acht Ländern regional Gesamtlösungen für gewerbliche Gebäude anbietet[17]. Die Leitung übernahm als Bereichsvorstand die frühere SAP-Managerin Tanja Rückert. 2021 wechselte sie als Chief Digital Officer zum Mutterkonzern, wo sie 2022 ebenfalls in die Geschäftsleitung berufen wurde.[18] Seit Juni 2021 ist Thomas Quante Präsident des Geschäftsbereichs Bosch Building Technologies. Zuvor war er bereits ab Juli 2015 Mitglied der Geschäftsführung.[19]
2019 übernahm das Unternehmen die Gesellschaft für Regelungstechnik und Energieeinsparung mbH (GFR), die mit rund 300 Mitarbeitern an neun Standorten in Deutschland auf Produkte für Gebäudeautomatisierung spezialisiert ist. Zum 1. April 2022 wurde das Unternehmen mit Hauptsitz in Verl in Bosch Building Automation GmbH umbenannt.[20]
Seit 1. Januar 2016 ist der Produktbereich Service Solutions, der bis dahin zur Bosch Sicherheitssysteme GmbH gehörte, ein eigener Geschäftsbereich innerhalb der Bosch-Gruppe.[21][22]
2021 übernahm Bosch Building Technologies die britische Unternehmensgruppe Protec Fire and Security Group Ltd., die in den Bereichen Sicherheit und Brandschutz tätig ist.[23][24]
Am 28. Februar 2022 hat Bosch Building Technologies die vollständige Übernahme des Gebäudeautomations-Spezialisten Hörburger AG abgeschlossen.[25][26]
2023 hat Climatec, LLC West Coast Fire & Integration Inc. übernommen, einen Experten für Brandmelde- und Sicherheitslösungen mit Sitz in Kalifornien.[27]
2024 akquirierte Bosch Building Technologies DMS Digitale Mess- und Steuerungssysteme AG mit Hauptsitz in Ettlingen und erweiterte sein Portfolio damit um den Bereich der Prozessautomation.[28][29]
Im Oktober 2023 kündigte die Robert Bosch GmbH an, den Geschäftsbereich Building Technologies neu auszurichten und dazu den Großteil von dessen Produktgeschäft zu verkaufen.[30] Am 30. Juni 2025 hat die Robert Bosch GmbH das Produktgeschäft für Sicherheits- und Kommunikationstechnik (Videosysteme, Zutrittskontrollsysteme, Einbruchmeldeanlagen und Kommunikationssysteme) an die Beteiligungsgesellschaft Triton Partners veräußert. Der Bereich firmiert weltweit als eigenständige KEENFINITY Group.[31][32]
Im Juli 2024 wurde der Hauptsitz von Bosch Building Technologies von Grasbrunn nach München-Neuperlach verlegt.[33][34]
Seit Januar 2026 tritt der Geschäftsbereich mit seinen regionalen Einheiten weltweit einheitlich unter der Marke Bosch und dem Namen Bosch Building Technologies auf.[35]