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Boswelliasäuren

Gruppe chemischer Verbindungen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Boswelliasäuren (auch Boswellinsäuren) sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die natürlich im Harz der Weihrauchbäume (Boswellia), dem Weihrauch, vorkommen. Die beiden Grundstrukturen stellen die α-Boswelliasäure (Oleanan-Typ) und die β-Boswelliasäure (Ursan-Typ) dar, je nach Anordnung der beiden Methylgruppen am Ring E. Den zu den Harzsäuren zählenden Stoffen liegt chemisch eine pentacyclische Triterpenstruktur mit einer cis-Stellung der Ringe D und E zugrunde.

Boswelliasäuren
Name α-Boswelliasäureβ-Boswelliasäure
Strukturformel
CAS-Nummer 471-66-9631-69-6
PubChem 17750984168928
Summenformel C30H48O3
Molare Masse 456,70 g·mol−1
Aggregatzustand fest
GHS-
Kennzeichnung
keine GHS-Piktogramme
[1]
keine GHS-Piktogramme
[2]
H- und P-Sätze keine H-Sätze keine H-Sätze
keine EUH-Sätze keine EUH-Sätze
keine P-Sätze keine P-Sätze

Derivate

Von den Boswelliasäuren sind auch einige Derivate bekannt, insbesondere Verbindungen, die an Position 11 eine Ketogruppe tragen und/oder an Position 3 acetyliert sind.

Weitere Informationen Derivate der Boswelliasäuren, Name ...
Derivate der Boswelliasäuren
Name Struktur CAS-Nummer PubChem Summenformel
3-O-Acetyl-α-boswelliasäure Struktur von 3-O-Acetyl-α-boswelliasäure 89913-60-0[3] 15181201 C32H50O4
3-O-Acetyl-11-keto-α-boswelliasäure Struktur von 3-O-Acetyl-11-keto-α-boswelliasäure C32H48O5
3-O-Acetyl-β-boswelliasäure (AcBA) Struktur von 3-O-Acetyl-beta-boswelliasäure 5968-70-7[4] 11386458 C32H50O4
11-Keto-β-boswelliasäure (KBA)
Struktur von 11-Keto-β-boswelliasäure (KBA)
Struktur von 11-Keto-β-boswelliasäure (KBA)
17019-92-0 6918114 C30H46O4
3-O-Acetyl-11-keto-β-boswelliasäure (AKBA) Struktur von 3-O-Acetyl-11-keto-β-boswelliasäure 67416-61-9 6918115 C32H48O5
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Eigenschaften

Boswelliasäuren sind die hauptsächlichen pharmakologisch wirksamen Bestandteile des Weihrauchs und gelten auch als wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe von Präparaten aus Weihrauch-Trockenextrakten.[5] Jedoch besitzt nicht jede Boswelliasäure eine pharmakologische Wirkung bei der üblichen Dosierung und oraler Aufnahme.[6]

Insbesondere die im Weihrauchharz enthaltene 3-O-Acetyl-11-keto-β-boswelliasäure (AKBA) und die 11-Keto-β-boswelliasäure (KBA) wirken entzündungshemmend, indem sie nicht-kompetitiv die 5-Lipoxygenase hemmen und damit die Leukotriensynthese mindern.[7][8][9]

Bei hohen Konzentrationen wird die Entzündungskaskade, ausgehend von der Arachidonsäure, gehemmt. Die Rolle der Leukotriene im Stoffwechsel steht im Zusammenhang mit entzündlichen Reaktionen des Körpers (darunter auch Allergien). Bei einer oralen Aufnahme werden aufgrund einer geringen Bioverfügbarkeit für diese beiden Boswelliasäuren keine pharmakologisch wirksamen Konzentrationen im Blut erreicht.[7] Für die β-Boswelliasäure werden dagegen 100-fach höhere Konzentrationen gefunden, welche die Prostaglandin-E-Synthase 1 in Mikrosomen und die Serinprotease Kathepsin G hemmen.[7]

Boswelliasäuren zeigen zytotoxische und Anti-Tumor-Wirkungen und werden zur Behandlung von Tumoren untersucht.[10] Dabei spielen auch eine induzierte Apoptose und ihre Wirkung als Topoisomerasehemmer eine Rolle.[11][12] Weiterhin werden Weihrauchextrakte zur Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen untersucht.[13]

Literatur

  • Michael Paul, Johann Jauch: Chemotaxonomic investigations on resins of the frankincense species Boswellia papyrifera, Boswellia serrata and Boswellia sacra, respectively, Boswellia carterii: a qualitative and quantitative approach by chromatographic and spectroscopic methodology. Saarbrücken 2012, DNB 1052551505, urn:nbn:de:bsz:291-scidok-49998 (Dissertation).
Commons: Boswelliasäuren – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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