Brüssow

Gemeinde im Landkreis Uckermark in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Brüssow [ˈbrʏso] ist eine Landstadt im Nordosten des Landkreises Uckermark in Brandenburg und Verwaltungssitz des Amtes Brüssow (Uckermark). Sie liegt zwischen den Städten Prenzlau und Pasewalk und der polnischen Metropole Stettin.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Brüssow
Deutschlandkarte, Position der Stadt Brüssow hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 53° 24′ N, 14° 8′ O
Bundesland:Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Brüssow (Uckermark)
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 101,81 km²
Einwohner: 1842 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17326
Vorwahl: 039742
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 085
Adresse der
Stadtverwaltung:
Prenzlauer Straße 8
17326 Brüssow
Website: www.amt-bruessow.de
Bürgermeister: Torsten Eich (CDU)
Lage der Stadt Brüssow im Landkreis Uckermark
KarteGrünowMittenwaldeOberuckerseePinnowSchenkenbergSchönfeld
Karte
Schließen

Geografie

Brüssow, die nördlichste Stadt Brandenburgs, liegt in einem Grundmoränengebiet, das sich zwischen den parallel verlaufenden Tälern der Ucker und Randow ausbreitet. Die weiträumige Hügellandschaft ist durch viele kleine Seen und Tümpel (Sölle) gekennzeichnet, die den nordöstlichen Teil der uckermärkischen Seen bilden. Der Osten des Gemeindegebietes fällt um ca. 30 Meter zum Randowbruch ab; hier findet sich auch ein größeres zusammenhängendes Waldgebiet in der sonst weitgehend von der Landwirtschaft geprägten Gegend. Im Norden und Osten grenzt der mecklenburg-vorpommersche Landkreis Vorpommern-Greifswald an die Gemarkung Brüssow.

Stadtgliederung

Die Gemeinde besteht laut ihrer Hauptsatzung aus den Ortsteilen[2]

Bewohnte Gemeindeteile ohne Ortsteilstatus sind Battin, Butterholz, Frauenhagen, Grimme, Hammelstall, Klausthal, Menkin, Moor, Petersruh, Stramehl und Trampe.

Hinzu kommen die Wohnplätze Battin-Ausbau, Heimstedt und Wassermühle.

Generalfeldmarschall von Mackensen feierte am 6. Dezember 1939 auf seinem Gut Brüssow seinen 90. Geburtstag. Das Bild zeigt von rechts nach links: Generalfeldmarschall August von Mackensen, seinen Adjutanten Oberstleutnant Hans-Henning von Gersdorff, Botschafter Hans Georg von Mackensen – den Sohn des Marschalls, Frau von Mackensen und Generaloberst Walther von Brauchitsch, der dem Jubilar die Glückwünsche des Heeres überbrachte

Geschichte

Die Gegend um Brüssow wurde recht spät besiedelt. Um die Stadt herum sind die Megalithanlagen von Brüssow-Hammelstall zu finden. In der Nekropole von Wollschow kamen 14 Urdolmen und 28 Steinkisten vor, von denen fünf Urdolmen erhalten sind.

Die ursprünglich slawische Siedlung wurde zum Ende des 12. Jahrhunderts deutscher Burgstandort.

Der Stadtname kommt wahrscheinlich aus dem Altpolabischen und dürfte sich von brus gleich Schleifstein ableiten.

Im Jahre 1259 wurde das Stadtrecht das erste Mal urkundlich erwähnt. Die Urkunde wurde durch den Ritter Heinrich von Stegelitz verfasst. Das lag nicht zuletzt daran, dass Brüssow an der Straße MagdeburgBerlinStettin lag. Das Stadtrecht wurde dem Ort zwischen 1550 und 1809 wieder entzogen.

Am 22. Oktober 1935 schenkte Adolf Hitler dem Generalfeldmarschall August von Mackensen die preußische Domäne Brüssow, die damals einen Umfang von über 1.231 Hektar hatte und später zum Erbhof erklärt wurde.

Albrecht Schönherr, der Schüler Dietrich Bonhoeffers und spätere Bischof der Region Ost der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, wurde von Mackensen nach Brüssow geholt und hatte hier von 1937 bis 1946 seine erste Pfarrstelle.

Verwaltungsgeschichte

Brüssow, Bagemühl, Grünberg, Woddow und Wollschow gehörten seit 1817 zum Kreis Prenzlau in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Pasewalk im DDR-Bezirk Neubrandenburg.

Seit 1849 bestanden in Preußen Kreisgerichte. Das Kreisgericht Prenzlau war dem Kammergericht nachgeordnet. in Brüssow bestand eine Zweigstelle (Gerichtskommission) des Kreisgerichts Prenzlau. Im Rahmen der Reichsjustizgesetze wurden diese Gerichte 1879 aufgehoben. Stattdessen bestand von 1879 bis 1952 das Amtsgericht Brüssow.

Die bis dahin selbstständige Gemeinde Menkin wurde am 1. Juli 1950 nach Wollschow eingemeindet. Zum 1. Januar 1973 wurde die Gemeinde Grimme nach Brüssow eingegliedert, die Gemeinden Battin und Trampe nach Grünberg.

Nach einem Bürgerentscheid gehört Brüssow seit dem 1. August 1992 wieder zum Land Brandenburg. Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Uckermark.

Am 31. Dezember 2001 wurden die Orte Bagemühl, Grünberg, Woddow und Wollschow in Brüssow eingemeindet.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
18751 669
18901 607
19101 624
19251 771
19331 812
19391 825
Jahr Einwohner
19462 431
19502 674
19642 214
19712 066
19811 929
19851 861
Jahr Einwohner
19901 755
19951 616
20001 580
20052 315
20102 023
20151 876
Jahr Einwohner
20201 804
20211 759
20221 792
20231 799
20241 842
Schließen

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)[4][5][6], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Religion

1847 wurde in Brüssow mit dem Rothen Haus nach dem Vorbild des Rauhen Hauses in Hamburg die erste diakonische Einrichtung in der Uckermark gegründet.[7] Seit 1973 gehört Brüssow kirchlich zur Pommerschen Evangelische Kirche bzw. ab 2012 zum Kirchenkreis Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Die evangelische Kirchengemeinde Brüssow und Fahrenwalde ist ein länderübergreifender Pfarrsprengel mit elf Kirchen in Brüssow, Bagemühl, Battin, Grimme, Grünberg, Menkin, Trampe, Woddow, Wollschow, Bröllin, Fahrenwalde und Friedrichshof.[8]

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Rathaus Brüssow

Die Stadtverordnetenversammlung von Brüssow besteht aus 12 Stadtverordneten und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 63,0 % zu folgendem Ergebnis:[9]

Weitere Informationen Partei / Wählergruppe, Stimmenanteil 2019 ...
Partei / WählergruppeStimmenanteil
2019[10]
Sitze
2019
Stimmenanteil
2024
Sitze
2024
CDU31,2 %437,0 %4
AfD21,9 %3
Einzelbewerber Norman Glowe08,4 %109,7 %1
Demokratie und Vielfalt07,9 %1
Einzelbewerber Florian Matz06,6 %1
Bauern-Ländlicher Raum (BLR)14,5 %205,8 %1
SPD32,6 %404,5 %1
Einzelbewerber Lothar Naeth04,0 %
Einzelbewerber Arne Hube02,6 %
Aktives Brüssow Stadt und Land13,3 %1
Insgesamt100 %12100 %12
Schließen

Bürgermeister

  • 1998–2003: Klaus Wellmann (CDU)[11]
  • 2003–2008 Gisela Müllenhagen: (SPD)[12]
  • 2008–2024: Michael Rakow (SPD)[13]
  • seit 2024: Torsten Eich (CDU)

Eich wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 mit 56,0 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[14] gewählt.[15]

Stadtbefestigung
Stadtkirche Brüssow
Heimatmuseum, ehemals Altlutherische Kirche

Wappen

Wappen von Brüssow
Wappen von Brüssow
Blasonierung: „In Rot auf grünem Boden eine silberne Burg mit drei spitzbedachten und gold-bekreuzten Türmen; im Torbogen eine rote Steigleiter.“[16]
Wappenbegründung: Das jetzige Wappen stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und enthält neben der allgemeinen Stadtsymbolik die Sturmleiter als Zeichen der einstigen Stadtherren von Ramin (ehemals Pommern). Ein späteres Siegel zeigte eine Ramme, d. h. einen Holzblock mit Querholz.[17]

Das Wappen wurde am 27. Juni 1997 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Flagge

„Die Flagge ist Rot - Weiß (1:1) gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.“

Partnerstadt

Mit der nordrhein-westfälischen Stadt Salzkotten besteht seit 16. August 1993 eine Städtepartnerschaft.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

  • Heimat- und Auswanderungsmuseum der Stadt Brüssow, seit 1964 in der ehemaligen altlutherischen Kirche, einem neugotischen Backsteinbau, erbaut 1859/1860, kirchlich genutzt bis 1915
  • Stadtbefestigung mit Stadtmauer, Resten von Wiekhäusern und Torwächterhaus
  • Stadtkirche Brüssow
  • Dorfkirchen in den Orts- und Gemeindeteilen Bagemühl, Battin, Grimme, Grünberg, Menkin, Trampe, Woddow und Wollschow
  • Freilichtbühne neben der Badeanstalt
  • Kulturhaus der Stadt mit dem Kulturhaus-Kino Brüssow[18] als eine der Brandenburger Dependancen und Vertretung des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern.
BW
Historischer Bahnhof von Brüssow

Verkehr

In Brüssow kreuzen sich die Landesstraßen L 26 PrenzlauLöcknitz und L 251 PasewalkSchmölln. Die Autobahnanschlussstelle Prenzlau-Ost an der A 20 (Kreuz UckermarkLübeck) ist ca. 12 km, die Anschlussstelle Schmölln an der A 11 (Berlin–Stettin) etwa 17 km von Brüssow entfernt.

Der Bahnhof Brüssow lag an der Bahnstrecke Prenzlau–Löcknitz, auf der der Verkehr 1991 eingestellt wurde. Jetzt befindet sich der nächste Bahnhof in Löcknitz an der Bahnstrecke Pasewalk–Stettin.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Mit Brüssow verbundene Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Brüssow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Brüssow – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI