Brachypelma
Gattung der Familie Vogelspinnen (Theraphosidae)
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Brachypelma ist eine Gattung bodenbewohnender Vogelspinnen (Theraphosidae). Nach heutiger Abgrenzung kommt die Gattung nur in Mexiko vor und umfasst acht Arten.[1] Mehrere früher zu Brachypelma gerechnete Arten wurden 2020 im Zuge einer Revision in andere Gattungen überführt, insbesondere in die neu beschriebene Gattung Tliltocatl.[2]
| Brachypelma | ||||||||||||
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Brachypelma boehmei | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Brachypelma | ||||||||||||
| Simon, 1891 |
Viele Arten sind aufgrund ihrer auffälligen Färbung und ihrer relativ ruhigen Lebensweise in der Terraristik beliebt. Der Handel ist international reguliert (u. a. über CITES).[3]
Merkmale
Brachypelma-Arten sind große, bodenbewohnende Vogelspinnen. Typisch sind kontrastreiche Beinzeichnungen (häufig rot-/orangefarbene Partien oder Ringe), wodurch die Tiere im Terrarium sehr auffällig wirken, im Habitat jedoch oft durch den Untergrund und die Vegetationsstruktur gut getarnt sind.[4]
Diagnostische Unterschiede innerhalb der Theraphosinae werden u. a. an feinen morphologischen Merkmalen (z. B. an den Geschlechtsorganen) festgemacht; in der neueren Systematik wurden zudem genetische Daten (u. a. DNA-Barcodes) herangezogen, um nahe verwandte bzw. äußerlich sehr ähnliche Arten besser abzugrenzen.[5]
Verbreitung und Lebensweise
Alle heute in Brachypelma verbliebenen Arten kommen in Mexiko vor, mit Schwerpunkten entlang der Pazifikküste; mehrere Arten besitzen relativ kleinräumige Verbreitungsgebiete.[1]
Die Tiere leben überwiegend in selbst gegrabenen Wohnröhren bzw. nutzen Spalten und Hohlräume unter Steinen oder Wurzeln. Die Röhren dienen als Rückzugsort und Ausgangspunkt einer sitz-und-wartenden Jagdstrategie; längere Ruhephasen können mit einem Verschluss aus Substrat und Spinnseide einhergehen.[4]
Systematik
Die Systematik der Gattung war lange umstritten. Molekulare und morphologische Untersuchungen führten dazu, dass Brachypelma in engerem Sinne (sensu stricto, „im engeren Sinn“) auf acht Arten beschränkt und mehrere vormals zugeordnete Arten in andere Gattungen überführt wurden, insbesondere in Tliltocatl.[2]

██ Brachypelma albiceps
██ Brachypelma auratum
██ Brachypelma baumgarteni
██ Brachypelma boehmei
██ Brachypelma emilia
██ Brachypelma hamorii
██ Brachypelma klaasi
██ Brachypelma smithi
Früher Brachypelma zugeordnet, heute Tliltocatl:
██ Tliltocatl epicureanum
██ Tliltocatl vagans
Arten
Der World Spider Catalog führt derzeit folgende acht Arten in der Gattung Brachypelma (Akzeptanzstatus im WSC):[1]
- Brachypelma albiceps Pocock, 1903
- Brachypelma auratum Schmidt, 1992
- Brachypelma baumgarteni Smith, 1993
- Brachypelma boehmei Schmidt & Klaas, 1993
- Brachypelma emilia (White, 1856)
- Brachypelma hamorii Tesmoingt, Cleton & Verdez, 1997
- Brachypelma klaasi (Schmidt & Krause, 1994)
- Brachypelma smithi (F. O. Pickard-Cambridge, 1897)
Ausgewählte Synonymien und Transferierungen
(Beispiele; Details siehe World Spider Catalog.)[1]
Schutz und Handel
Viele Vogelspinnen der Theraphosidae sind im Heimtierhandel stark nachgefragt. Bei Brachypelma spielt zusätzlich eine Rolle, dass äußerlich ähnliche Arten in der Vergangenheit häufig verwechselt wurden (z. B. B. smithi und B. hamorii), was Identifikation und Vollzug von Schutzmaßnahmen erschweren kann.[5]
Brachypelma ist in den CITES-Appendices als Brachypelma spp. aufgeführt.[3] Die Abkürzung „spp.“ bezeichnet dabei „alle Arten“ des jeweiligen höheren Taxons (hier: alle Arten einer Gattung).[3] Entsprechend sind in den Appendices auch ausgegliederte Gattungen (z. B. Tliltocatl spp.) separat gelistet.[3]