Brandbrasse

Art der Gattung Oblada From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Brandbrasse[1] (Oblada melanura), auch Oblada oder Bandbrasse[2] genannt, ist ein seit der Antike (als melanuros[3]) bekannter Speisefisch des Mittelmeers und des Atlantiks.[2] Sie ist die einzige Art der Gattung Oblada aus der Familie der Meerbrassen (Sparidae).[2]

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name der Gattung ...
Brandbrasse

Brandbrasse (Oblada melanura)

Systematik
Stachelflosser (Acanthopterygii)
Barschverwandte (Percomorpha)
Ordnung: Doktorfischartige (Acanthuriformes)
Familie: Meerbrassen (Sparidae)
Gattung: Oblada
Art: Brandbrasse
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Oblada
F. Cuvier, 1829
Wissenschaftlicher Name der Art
Oblada melanura
(Linnaeus, 1758)
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Beschreibung

Brandbrasse, gefangen in Kroatien
Brandbrasse im Freiwasser

Die Brandbrasse hat einen hohen und seitlich stark abgeflachten Körper, der mit großen, locker sitzenden Schuppen besetzt ist. Der Kopf ist relativ klein, die Augen sind sehr groß und die Pupillen tropfenförmig. Die Rückenflosse ist mit spitzen Stacheln bewehrt und langgezogen, die Brustflossen sind sehr lang und sichelförmig und die Schwanzflosse ist fest und tief gegabelt. Das Maul der Brandbrasse ist oberständig und mit kleinen spitzen Zähnen besetzt. Der Körper des Fisches ist silbern glänzend mit schwachen dunklen Längsstreifen und trägt an der Schwanzwurzel einen markanten schwarzen Fleck. Der Rücken ist etwas dunkler als der Bauch gefärbt.[4] Die Maximalgröße der Brandbrasse liegt bei 36 Zentimetern[5], bei einem maximalen Gewicht von ca. einem Kilogramm. Durchschnittlich werden Brandbrassen zwischen 15 und 25 Zentimeter lang.[6]

Verbreitung und Lebensraum

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das gesamte Mittelmeer und den westlichen Atlantik. Es reicht im Atlantik von der Biskaya, über die Azoren, Madeira, Kanarische Inseln, Kapverdische Inseln, westafrikanische Küste bis Angola.[6] Im Zuge der globalen Erwärmung verbreitete sich die Fischart weiter westwärts[7].

Brandbrassen leben meist oberflächennah in kleinen Schulen bevorzugt an felsiger Küste. Zu ihrem Lebensraum gehören auch küstennahe Flachwasserzonen von Sandstränden, wo sie sich bis 30 Meter Wassertiefe aufhalten. Bei starker Sonneneinstrahlung werden häufig beschattete Bereiche von Felsen, Hafenanlagen oder Molen aufgesucht.

Lebensweise

Schule von Brandbrassen

Die Brandbrasse lebt in kleinen Schulen im offenen Wasser in Küstennähe. Sie ist ein freischwimmender Raubfisch, der in Wassertiefen von der Oberfläche bis 30 Meter anzutreffen ist, jedoch niemals direkt am Meeresgrund. Größere Exemplare leben einzelgängerisch und jagen auch fernab der Küste im offenen Meer. Die Brandbrasse ist ein schneller und wendiger Schwimmer, der schnell große Tiefen überbrücken kann.[4] Die Brandbrasse ernährt sich opportunistisch[8]. Die Nahrungspalette reicht von kleinen Fischen wie Ährenfischen, Sardellen, Sardinen, Goldsardinen (Sardinella aurita) und Sandaalen, von Krebstieren wie Garnelen und Ruderfußkrebsen sowie ebenso von kleinen Kopffüßern und Weichtieren. In Ufernähe fressen Brandbrassen auch eingeworfenes Brot und Fischereiabfälle.[4] Die Laichzeit der Brandbrassen ist regional unterschiedlich. Sie erstreckt sich an der ägyptischen Mittelmeerküste auf die Monate Mai bis Juli[9].

Fischerei und Nutzung

Brandbrassenschwarm vor der sardinischen Küste

Die Brandbrasse ist ein äußerst schmackhafter Speisefisch mit feinem, weißem Fleisch, das sowohl roh als auch gegrillt, gebraten, gebacken oder gedünstet genutzt wird. Sie wird mit Stellnetzen, Schleppnetzen und Langleinen gefangen. Das Fleisch verdirbt schnell, somit ist die Brandbrasse abseits der Küsten kaum erhältlich.[6]

Mit der Angel stellt man der Brandbrasse mit feinen Schnüren und oberflächennahe an Posenmontagen angebotenen Ködern wie Kleinfischen, Kalmarstücken oder Brotflocken nach. Die Fische kämpfen stark, sind allerdings sehr empfindlich und sollten deswegen nicht zurückgesetzt werden.

Brandbrassen und Menschen

Seit 2017 wurde beobachtet, dass Brandbrassen ähnlich wie Geißbrassen unter bestimmten Voraussetzungen menschliche Haut anknabbern können. Derartige Vorfälle wurden von Benidorm/Alicante und der Costa Brava gemeldet. Zur Erklärung für dieses veränderte Verhaltens der Fische wird der Klimawandel herangezogen. Höhere Wassertemperaturen von 29–30 °C[10] führen zu einem höheren Stoffwechselumsatz und daraus folgend zu einem höheren Nahrungsbedarf bei gesteigerter Aggressivität[11][12]. Bevorzugte Opfer sind ältere Menschen mit Warzen, Muttermalen oder kleineren Wunden. Brandbrassen verursachen aber aufgrund der Größe ihres Mauls nur relativ kleine und ungefährliche Verletzungen.

Zitat des Healthplan Magazine vom 25. März 2025:[12]

„This is a fish used to being fed. There may be a high population density, and they do not flee from people, hence they peck at the wounds due to the smell of meat. - Dieser Fisch hat sich an Fütterung gewöhnt. Er hat eine hohe Populationsdichte entwickelt und flüchtet nicht mehr vor menschlicher Nähe. Fleischgeruch veranlasst sie, nach Hautunreinheiten zu schnappen.“

Sprecher Department of Marine Species
Verhaltensbiologische Experimente

Forschungstaucher des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie überprüften im Bereich der Station de Recherches Sous-marines et Océanographiques (StaReSO) auf Korsika, ob freilebende Brandbrassen und Streifenbrassen Menschen voneinander unterscheiden können. Zuvor hatte es anekdotische Berichte von Tauchern gegeben, die beobachtet hatten, dass die Brassen jenen Tauchern folgten, die im Verlauf von Konditionierungs-Experimenten Futter als Belohnung verteilt hatten, und zwar nach einigen Experimenten auch dann, wenn diese Taucher kein Futter mit sich führten. Andere Taucher wurden von den Fischen ignoriert. Ergebnis: Die Fische beider Arten können in freier Wildbahn Menschen anhand äußerer visueller Merkmale unterscheiden, beispielsweise anhand von unterschiedlich gefärbten Taucherflossen.[13][14]

Literatur

  • Ismail Burak Daban, Mukadder Arslan İhsanoğlu, Koray Cabbar: Age, growth and reproductive biology of the saddled seabream (Oblada melanura) in the North Aegean Sea, Eastern Mediterranean. In: Oceanological and Hydrobiological Studies. Band 49, Nr. 1, März 2020, S. 13–22 (englisch, researchgate.net).

Einzelnachweise

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