Als Ersatz für die veralteten Zerstörer der Hamburg-Klasse wurde die Brandenburg als erste von vier neuen Fregatten im Februar 1992 auf Kiel gelegt und lief bereits im August desselben Jahres vom Stapel. Die Schiffstaufe nahm Ingrid Stolpe, die Ehefrau des damaligen brandenburgischen MinisterpräsidentenManfred Stolpe, vor.[1] Nach Erprobung des Schiffes erfolgte die Indienststellung am 14. Oktober 1994. Es wurde zunächst dem 6.Fregattengeschwader und nach der Neugruppierung im Jahr 2006 dem 2.Fregattengeschwader in Wilhelmshaven unterstellt.
Nach der Deutschen Wiedervereinigung war die Brandenburg das erste Schiff der Deutschen Marine, das auf den Namen eines der neuen Bundesländer getauft wurde.
Traditionell werden größere deutsche Marineeinheiten nach Bundesländern oder Städten benannt. Auch in der kaiserlichen Marine erhielt ein Linienschiff diesen Namen.
2010 nahm die Brandenburg gemeinsam mit der Fregatte Niedersachsen, dem Einsatzgruppenversorger Frankfurt am Main und dem Munitionstransporter Westerwald am Einsatz- und Ausbildungsverband 2010 teil. Dabei war sie auch Teilnehmer am deutsch-südafrikanischen Flugkörperschießen GOOD HOPE IV. Des Weiteren waren die Einheiten des EAV 2011 auch vorübergehend in die Operation Active Endeavour eingebunden.[2]
Einsätze
Die Brandenburg nahm bisher an zahlreichen Einsätzen teil, u.a. an der UNIFIL-Mission vor der libanesischen Küste[3] und 2009 an der EU-Mission Atalanta vor Afrika. Während dieses Einsatzes begleitete die Brandenburg das zuvor von Piraten gekaperte Containerschiff Hansa Stavanger nach seiner Freilassung in den Hafen von Mombasa (Kenia).[4]
Ende Februar 2011 bekam der Einsatzausbildungsverband 2011, bestehend aus der Brandenburg, der Fregatte Rheinland-Pfalz und dem Einsatzgruppenversorger Berlin den Marschbefehl zur Küste Libyens, um bei der Evakuierung deutscher Staatsbürger zu helfen.[5] Anschließend evakuierte der Verband im Rahmen der Humanitären Hilfsaktion für Tunesien am 5. März 2011 mehrere hundert, aus Libyen geflohene, ägyptische Staatsbürger aus dem Hafen von Gabès (Tunesien) nach Alexandria (Ägypten).[6]
Am 20. September 2016 übergab Fregattenkapitän Ivo Schneider das Kommando über die Brandenburg an Fregattenkapitän Christian Scherrer.[9] Fregattenkapitän Schneider hatte die Brandenburg seit dem 25. September 2014 geführt.[10]
Am 20. März 2017 lief die Brandenburg in Wilhelmshaven aus, um die Fregatte Sachsen in der Standing Nato Maritime Group 2 abzulösen. Die Übergabe von Sachsen auf Brandenburg erfolgte am ersten Aprilwochenende im Hafen von Souda auf Kreta.[11] Sie diente ab diesem Zeitpunkt dem KommandeurFlottillenadmiralAxel Deertzund seinem multinationalen Stab als Flaggschiff.[12] Am Ostermontag, den 17. April 2017 kollidierte die Brandenburg beim Auslaufen aus Piräus mit einer Hafenmole. Dabei wurde die Ruderanlage und eine Schiffsschraube beschädigt. Der griechischen Schlepper Christos XVII begleitete die Fregatte zum Marinehafen und Schwimmdock nach Paloukia auf der Insel Salamis.[13] Am 22. Mai 2017 konnte die Fregatte nach erfolgter Instandsetzung wieder ihre Patrouillentätigkeit aufnehmen. Ab 4. Juli 2017 diente die Brandenburg nach Kommandoübergabe von Deertz an einen britischen Commodore nicht mehr als Flaggschiff.[14]
Von August 2020 bis Februar 2021 nahm die Fregatte unter dem Kommando von Fregattenkapitän Jan Hackstein (seit 2024 Kommandeur 2. Fregattengeschwader) an der Einsatzgleichen Verpflichtung zur Unterstützung der Flüchtlings und Migrationskrise ÄGÄIS (SNMG2) teil. Der Einsatz fand aufgrund der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen statt. Der „Rote Adler“, wie die Fregatte von der Besatzung liebevoll genannt wird, als Flaggschiff die NATO-Unterstützungsmission Ägäis geleitet. Im Rahmen ihrer Teilnahme an der Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2) patrouillierte sie mit anderen Einheiten im Seegebiet zwischen der Türkei und Griechenland. Der Auftrag beinhaltete die Erstellung eines lückenlosen Lagebilds im Seegebiet und die Gewinnung von Informationen über Schleuseraktivitäten. Anhand dieser Daten konnten die griechischen und türkischen Behörden sowie die europäische Grenzschutzagentur Frontex ihre Aktivitäten steuern. Denn die eigentliche Arbeit mit den Migranten und Schleusern obliegt den Küstenwachen der beiden Länder und Frontex. Die Brandenburg wurde von dem Tender Werra abgelöst.
Von März bis Juli 2024 nahm Fregatte Brandenburg unter dem Kommando von Fregattenkapitän Andreas Scheiba an der UN-Mission UNIFIL teil. Sie unterstützte vor der libanesischen Küste die Seeraumüberwachung und Ausbildung der libanesischen Marine. Die Brandenburg legte in den knapp vier Monaten etwa 16.000 Seemeilen zurück, das sind rund 30.000 Kilometer. Sie wird dort von der Korvette Ludwigshafen am Rhein abgelöst.
Von März bis September 2025 nahm die Fregatte unter dem Kommando von Fregattenkapitän Robert Meyer-Brenkhof für sechs Monate erneut am UNIFIL-Einsatz im östlichen Mittelmeerraum teil. Ihr Einsatzauftrag bestand darin, den See- und Luftraum zu überwachen sowie die Fähigkeiten der libanesischen Marine durch Ausbildungsunterstützung zu verbessern. Zur Besatzung gehörte auch ein eingeschifftes Bordeinsatzteam des Seebataillons aus Eckernförde. Durch den während des Einsatzzeitraums verschärften bewaffneten Konflikt wurde die Besatzung Zeuge, wie die Feindseligkeiten an Land in Gestalt von zahllosen Flugkörpern und Raketen ihren Lauf nahmen. Der „Rote Adler“ hat in diesem Einsatz rund 30.000 Seemeilen (ca. 42.100 km) zurückgelegt.[15] Abgelöst im Einsatz wurde die Brandenburg von der Fregatte Sachsen-Anhalt in ihrem ersten Auslandseinsatz.
„Hansa Stavanger“ in Mombasa.In:Focus Money online.8.August 2009,abgerufen am 2.Juni 2017:„Das Handelsschiff „Hansa Stavanger“ wurde auf dem Weg nach Mombasa von der Fregatte Brandenburg der Deutschen Marine begleitet.“
Half-time for FGS Brandenburg | Eunavfor.In:eunavfor.eu.ArchiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am23.September 2016;abgerufen am 23.September 2016.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/eunavfor.eu
Deutsche Marine: Fregatte kollidiert mit Mole.In:kn-online.de.ArchiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am27.Mai 2017;abgerufen am 1.Juni 2017.Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kn-online.de