Breitenbach SO

Gemeinde im Kanton Solothurn, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Breitenbach ist eine politische Gemeinde und Hauptort des Bezirks Thierstein im Kanton Solothurn in der Schweiz. Der frühere französische Name lautet Bretonbac.

SO ist das Kürzel für den Kanton Solothurn in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Breitenbachf zu vermeiden.
Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Breitenbach
Wappen von Breitenbach
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Solothurn Solothurn (SO)
Bezirk: Thierstein
BFS-Nr.: 2613i1f3f4
Postleitzahl: 4226
Koordinaten: 607988 / 250841
Höhe: 392 m ü. M.
Höhenbereich: 372–621 m ü. M.[1]
Fläche: 6,80 km²[2]
Einwohner: 4366 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 617 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
26,5 %
(31. Dezember 2024)[4]
Website: www.breitenbach.ch
Lage der Gemeinde
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Karte von Breitenbach
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Geographie

Breitenbach liegt auf 392 m ü. M., 4 km ostsüdöstlich der Stadt Laufen (Luftlinie). Das Haufendorf erstreckt sich im Lüsseltal, überwiegend auf der östlichen Seite der Lüssel und beidseits des hier einmündenden Rüttenenbachs, im südlichen Teil des Laufener Beckens im Jura, im Schwarzbubenland.

Die Fläche des rund 6,8 km² grossen, in West-Ost-Richtung langgestreckten Gemeindegebietes umfasst einen Abschnitt des nördlichen Juras. Der westliche Gemeindeteil liegt in der Zone des innerjurassischen Laufener Beckens. Die Lüssel durchquert das Gebiet mit einem rund 1 km breiten flachen Talboden von Süden nach Norden. Westlich an das Lüsseltal schliesst der Höhenrücken des Pfaffeberges an (im Äschurten 435 m ü. M.).

Nach Osten erstreckt sich der Gemeindeboden in die Talmulde des Rüttenenbachs und auf das allmählich zu den Hügeln des Faltenjuras ansteigende Gelände mit den Höhen von Helgenmatt (555 m ü. M.), Leenen (585 m ü. M.) und Littstelchöpfli, auf dem mit 621 m ü. M. der höchste Punkt von Breitenbach erreicht wird. Die östliche Grenze wird vom Chaltbrunnental, einem südlichen Seitental der Birs, gebildet. Von der Gemeindefläche entfielen 2014 20 % auf Siedlungen, 35 % auf Wald und Gehölze, 44 % auf Landwirtschaft und 1 % auf unproduktives Land.

Zu Breitenbach gehören einige Einzelhöfe. Nachbargemeinden von Breitenbach sind Himmelried, Nunningen, Fehren und Büsserach im Kanton Solothurn sowie Wahlen und Brislach im Kanton Basel-Landschaft.

Bevölkerung

Mit 4366 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört Breitenbach zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind 82,6 % deutschsprachig, 4,2 % italienischsprachig, 5,4 % sprechen Albanisch und 2,8 % sprechen Portugiesisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Breitenbach belief sich 1850 auf 624 Einwohner, 1900 auf 590 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl kontinuierlich an. Besonders grosse Zuwachsraten wurden von 1950 bis 1970 sowie seit 1980 (2518 Einwohner) verzeichnet. Das Siedlungsgebiet von Breitenbach ist heute fast lückenlos mit denjenigen von Büsserach und Brislach zusammengewachsen.

Breitenbach: Einwohnerzahlen von 1739 bis 2024
Jahr  Einwohner
1739
 
363
1800
 
465
1808
 
467
1829
 
526
1837
 
574
1850
 
624
1860
 
598
1870
 
610
1880
 
615
1888
 
620
1900
 
590
1910
 
717
1920
 
826
1930
 
944
1941
 
1.173
1950
 
1.384
1960
 
1.851
1970
 
2.455
1980
 
2.518
1990
 
2.833
1991
 
2.846
1992
 
2.890
1993
 
2.912
1994
 
2.901
1995
 
2.968
1996
 
3.013
1997
 
3.089
1998
 
3.114
1999
 
3.103
2000
 
3.198
2001
 
3.181
2002
 
3.226
2003
 
3.206
2004
 
3.278
2005
 
3.286
2006
 
3.341
2007
 
3.388
2008
 
3.405
2009
 
3.448
2010
 
3.502
2011
 
3.553
2012
 
3.573
2013
 
3.635
2014
 
3.666
2015
 
3.754
2016
 
3.849
2017
 
3.848
2018
 
3.854
2019
 
3.914
2020
 
3.979
2021
 
4.048
2022
 
4.153
2023
 
4.304
2024
 
4.366
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[5][6] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[7]

Wirtschaft

Breitenbach war bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Früher gab es Sägereien, Gerbereien und Mühlen, welche von der Wasserkraft der Lüssel betrieben wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden vier Holzdrechslereien und 1882 eine Uhrenfabrik gegründet. Die eigentliche Industrialisierung von Breitenbach setzte sich kurz nach der Jahrhundertwende mit der Gründung der Isola-Werke (1903) und der Brac AG (1904; Kunststofftechnik) durch.

Heute bietet Breitenbach rund 2200 Arbeitsplätze an. Mit 2 % der Erwerbstätigen, die noch im primären Sektor beschäftigt sind, hat die Landwirtschaft (vorwiegend Ackerbau, Milchwirtschaft und Forstwirtschaft) nur noch einen geringen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Etwa 54 % der Erwerbstätigen sind im industriellen Sektor tätig, während der Dienstleistungssektor 44 % der Arbeitskräfte auf sich vereinigt (Stand 2001).

Im Lauf des 20. Jahrhunderts haben sich vor allem entlang der Lüssel sowie im südwestlichen Dorfteil grössere Industrie- und Gewerbezonen entwickelt. In Breitenbach sind heute Betriebe des Bau- und Transportgewerbes, der Herstellung von Isolationsmaterial und Kabel (Von Roll Schweiz AG), des Maschinenbaus, der Kunststoffverarbeitung, des Gartenbaus, der Elektrobranche, der Werbebranche, eine Bandfabrik und mechanische Werkstätten vertreten. Daneben gibt es verschiedene Handelsfirmen und zahlreiche im tertiären Sektor tätige Unternehmen.

Badeteich

Seit 1929 ist Breitenbach Standort des Bezirksspitals Thierstein (Schliessung per Ende 2003[8]). Es besitzt eine Bezirksschule und eine heilpädagogische Sonderschule. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Neue Wohnquartiere entstanden hauptsächlich an den aussichtsreichen Hängen östlich des Dorfkerns. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in Laufen und in der Agglomeration Basel arbeiten.

Breitenbach verfügt über einen Naturteich, der als Freibad öffentlich zugänglich ist.

Verkehr

Strassenerschliessung:

Die Gemeinde Breitenbach wird durch Strassen aus allen Richtungen angebunden.

Nordwärts verläuft die Strasse in Richtung Brislach und Zwingen. In Zwingen befindet sich ein Bahnhof (Anschluss auf die S3). Nach Süden verläuft die Strasse nach Büsserach und dann über den Passwang nach Balsthal.

Östlich verläuft die Strasse nach Nunningen und weiter bis nach Liestal. Westlich geht es nach Wahlen oder Laufen. In Laufen befindet sich der grössere Bahnhof, mit dem Übergang zu anderen Postauto-Linien und an die S-Bahn 3 wie auch an die beiden Schnellzüge IR56 und IC51.

Öffentliche Verkehrsanbindungen:

Die Gemeinde Breitenbach kann mit dem Postauto bestens erreicht werden, dafür stehen folgende Linien zur Verfügung:

111 Laufen – Wahlen – Breitenbach – Nunningen – Bretzwil – Seewen – Büren – Bahnhof Liestal

112 (Nunningen –) Breitenbach – Laufen – RöschenzKleinlützel

113 Kleinlützel, Ölibächli - Laufen – BreitenbachBeinwil, Neuhüsli

115 Zwingen – Brislach – Breitenbach – BüsserachErschwil

130 Laufen – BreitenbachBeinwilPasswangBalsthal, Bahnhof

Geschichte

Historisches Luftbild aus 500 m Höhe von Walter Mittelholzer von 1922

Das Gemeindegebiet von Breitenbach war schon sehr früh bewohnt, was durch Funde aus der Bronzezeit und der La-Tène-Zeit sowie Überreste einer römischen Siedlung nachgewiesen werden konnte. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1152 unter dem heutigen Namen. Später erschienen die Schreibweisen Breittenbach (1362) und Breytenbach (1365). Der Ortsname bezieht sich auf die Lüssel.

Seit der ersten Nennung unterhielt das Kloster Beinwil einen Dinghof in Breitenbach. Ab dem 12. Jahrhundert gehörte das Dorf zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Thierstein. Nachdem das Geschlecht der Thiersteiner erloschen war, gelangte Breitenbach 1522 an Solothurn und wurde der Vogtei Thierstein zugeordnet. Während des Dreissigjährigen Krieges wurde die Ortschaft mehrfach von schwedischen Truppen in Mitleidenschaft gezogen. Im Bauernkrieg entwickelte sich Breitenbach zu einem Unruheherd und Zentrum des Aufstandes gegen die Solothurner Obrigkeit.

Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Breitenbach während der Helvetik zum Distrikt Dornach und ab 1803 zum Bezirk Thierstein. Seit 1831 ist es gesetzlich Bezirkshauptort. Um die Jahrhundertwende setzte eine rasche Industrialisierung ein (Gründung der Isola-Werke, die heute der Von Roll gehören), was zu einem starken Bevölkerungszuwachs führte. Breitenbach entwickelte sich damit zum Zentrum des Bezirks Thierstein und zur zweitgrössten Gemeinde des Laufener Beckens.

Sehenswürdigkeiten

Die ursprüngliche Pfarrkirche von Breitenbach, die seit dem 13. Jahrhundert erwähnt ist, stand in Rohr am nördlichen Dorfausgang, weswegen die Pfarrei früher Rohr-Breitenbach genannt wurde. Die heutige Rohrkapelle wurde 1865 erbaut; daneben befindet sich das alte Pfarrhaus. Von 1845 bis 1850 wurde im Dorfzentrum die neue katholische Kirche erbaut, die allerdings anfangs der 1960er-Jahre einem modernen Betonbau weichen musste. Die auf freiem Feld südwestlich von Breitenbach stehende Sankt Fridolinskapelle wurde 1634 errichtet.

Bilder

Wappen

Blasonierung

Gespalten von Gelb mit grünem zweiblättrigem Rohrkolben und von Rot mit weissem Wellenbalken

Die Farben grün-gelb entsprechen denjenigen des Bezirkswappens; die Farben rot-weiss denjenigen des Kantons Solothurn.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Gottlieb Loertscher: Die Kunstdenkmäler des Kantons Solothurn, Band III: Die Bezirke Thal, Thierstein, Dorneck. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 38). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1957, DNB 750089342.

Einzelnachweise

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