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Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung

kommunale Vertretung in Bremen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung (Abkürzung StVV) ist die kommunale Stadtvertretung in Bremerhaven.

Wahl zur Stadtverordnetensammlung 2023
Wahlbeteiligung: 40,3 %
 %
30
20
10
0
27,0
20,3
19,6
13,7
5,9
5,3
5,3
1,9
0,9
keine
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2019
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   6
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   2
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−4

Sie nimmt in der kommunalen politischen Struktur insofern eine besondere Stellung ein, als sie umfassende Rechte besitzt, die andere kommunale Parlamente nicht besitzen. Die Stadtverordnetenversammlung ist der Steinschen Städteordnung und der Magistratsverfassung zuzuordnen. Bremerhaven besitzt eine eigene Stadtverfassung, die von der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit geändert werden kann. Außerdem obliegt der Stadt Bremerhaven die Befugnis über die Bremerhavener Polizei über die Bremerhavener Ortspolizeibehörde. Zuständiger Dezernent für die Polizei ist der Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). Ferner obliegt der Bremerhavener Selbstverwaltung neben der Hoheit über die Polizei auch eine beschränkte Hoheit über das Schulwesen, insbesondere die Einstellung von Lehrkräften.

Die Stadtverordnetenversammlung überwacht laut Stadtverfassung die Amtsführung des Magistrats und führt alle Angelegenheiten der Selbstverwaltung durch. Wegen der umfassenden Rechte der Selbstverwaltung wird Bremerhaven als „die freieste Kommune der Welt“ bezeichnet.[1]

Die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung besteht aus 48 Stadtverordneten. Ihr steht ein Stadtverordnetenvorsteher vor, der mit vier weiteren Beisitzern den Vorstand der Stadtverordnetenversammlung bildet.

Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung

Mandatsverteilung seit 1947

1951 traten DP, CDU, FDP und Parteilose gemeinsam als Parteiblock Bremerhaven an.

Weitere Informationen Wahltag, Gesamt ...
Wahltag Gesamt SPD CDU GRÜNE AfD BIW LINKE FDP PARTEI Piraten NPD DVU DP KPD Weitere
12.10.1947 48 23 8575
07.10.1951 48 19 19 CDU CDU 3 BHE: 4
SRP: 3
09.10.1955 48 23 8413
11.10.1959 48 28 7310
29.09.1963 48 29 154
01.10.1967 48 25 1544
10.10.1971 48 29 163
28.09.1975 48 26 175
07.10.1979 48 27 165
25.09.1983 48 27 183
13.09.1987 48 27 12642
29.09.1991 48 20 14545
24.09.1995 48 16 19 63 AFB: 4
26.09.1999 48 22 20 33
28.09.2003 48 18 16644
13.05.2007 48 16 1263353
22.05.2011 48 16 91132211 B+B: 1
RRP: 1
FBhv: 1
10.05.2015 48 16 1252333111Milchert: 1
25.05.2019 48 12 108444311Knorr: 1
14.05.2023 48 13 10639331
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Wahl 2011

In der Stadtverordnetenversammlung bekamen bei der Wahl vom 22. Mai 2011 die SPD 16 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 11 Sitze, die CDU 9 Sitze, die BIW 3 Sitze, die FDP 2 Sitze, Die Linke 2 Sitze; die Piratenpartei, die NPD, die RRP, die Bremer und Bremerhavener Wählergemeinschaft (B+B) sowie die Wählergemeinschaft Für Bremerhaven erhielten jeweils einen Sitz.[2] FDP und B+B schlossen sich zur Bremerhavenfraktion zusammen. Die Parteien Die Linke, Piratenpartei und RRP bildeten gemeinsam die Fraktion RePiLi.[3] Im November 2012 traten die beiden Stadtverordneten der Linken zur RRP, inzwischen Bündnis 21/RRP, über.[4] Im Zuge dessen wurde die Fraktion aus Bündnis 21/RRP und Piratenpartei in B21-Piraten umbenannt. Am 28. März 2013 trat die Stadtverordnete Rebecca Sarnow aus dem Bündnis 21/RRP aus und der Wählervereinigung BIW bei. Damit erhielten die BIW den Fraktionsstatus.

Wahl 2015

Aus der Wahl zur Stadt­verordneten­versammlung vom 10. Mai 2015 ging die SPD mit 16 Sitzen, Bündnis 90/Die Grünen mit fünf Sitzen, die CDU mit zwölf Sitzen, die BIW, Die Linke und die FDP mit jeweils drei Sitzen, die Piratenpartei und die NPD mit jeweils einem hervor. Außerdem erzielte die AfD zwei Sitze und Die PARTEI einen Sitz. Ferner gelang dem Einzelbewerber Jürgen Milchert der Einzug in die Stadt­verordneten­versammlung.[5]

Die BIW legte Einspruch gegen das Ergebnis der Wahl ein, weil sie Fehler bei der Auszählung festgestellt hat. Nach einer Korrektur von 45 Stimmzetteln fehlen der BIW nur 25 Stimmen, die theoretisch bereits von nur fünf Wählern erbracht worden sein könnten, für einen vierten Sitz und dem damit verbundenen Fraktionsstatus. Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Stadt­verordneten­versammlung kam zu dem Schluss, dass tatsächlich Fehler verursacht wurden, die zu einer falschen Sitzverteilung in der Stadt­verordneten­versammlung geführt haben könnten. Das Gutachten empfiehlt eine Neuauszählung und abhängig vom Auszählungsergebnis die Durchführung einer Wiederholungswahl in einem Wahlbezirk, in dem Wähler zu Unrecht von Wahlhelfern abgewiesen wurden.[6][7]

Wahl 2019

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung vom 26. Mai 2019 erhielt die SPD 12 Sitze, die CDU 10 Sitze, die FDP 3 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 8 Sitze, Die Linke 4 Sitze, die Piratenpartei und die PARTEI jeweils einen Sitz, die AfD und die BIW je 4 Sitze, außerdem zog noch die Einzelbewerberin Marnie Knorr ein[8].

Die Parteien Bündnis 90/Die Grünen, Piratenpartei und Die PARTEI schlossen sich zur Fraktion Die Grünen PP zusammen.[9] Torsten von Haaren (SPD) löste Brigitte Lückert (SPD) als Stadtverordnetenvorsteher ab, seine Beisitzer sind Harry Viebrok (SPD) und Alexander Niedermeier (Piratenpartei).[10]

2020

Im September 2020 traten zwei Abgeordnete aus Fraktion und Partei der AfD aus und waren seither parteilos.[11]

Wahl 2023

Aktuelle Sitzverteilung in der Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung

Bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung am 14. Mai 2023 erhielt die SPD 13 Sitze, die CDU 10 Sitze, die Wählervereinigung BIW 9 Sitze, Bündnis 90/Die Grünen 6 Sitze, die FDP 3 Sitze, die AfD 3 Sitze, die Linke 3 Sitze und die PARTEI einen Sitz.[12] Nach der Wahl ging die Wählervereinigung BIW im Bündnis Deutschland (BD) auf.[13] Die Linke verlor durch zwei Austritte zudem ihren Fraktionsstatus.[14] Durch weitere Aus- und Übertritte ergab sich im Juni 2026 folgende Zusammensetzung: SPD-Fraktion 13 Sitze, CDU-Fraktion 11 Sitze, BD-Fraktion 7 Sitze,[15] Fraktion Bündnis 90/Die Grünen + P (Grüne und die PARTEI)[16] 4 Sitze, FDP-Fraktion 3 Sitze, Fraktion „Die Möwen“ (zwei Ex-Linke, eine Ex-Grüne) drei Sitze,[17] ein Einzelvertreter die Linke[14] und fünf weitere Einzelvertreter (Ex-BIW bzw. Ex-AfD).[18]

Stadtverordnetenvorsteher

Vor 1948
Seit 1948
  • 1948–1951: Karl Curdt (1885–1959), SPD
  • 1951–1955: Carl Stelljes (1885–1963), parteilos, ab 1955 FDP
  • 1955–1959: Karl Eggers (1919–2004), SPD
  • 1959–1971: Willi Kuhn (1900–1980), SPD
  • 1971–1975: Max Bernhardt (1905–1985), SPD
  • 1975–1977: Günter Lemke (1931–2015), SPD
  • 1977–1983: Mathilde Lehmann (1917–2007), SPD
  • 1983–1995: Alfons Tallert (1916–2006), SPD
  • 1995–1999: Hans Joachim Petersen (1936–2000), CDU
  • 1999–2015: Artur Beneken, SPD
  • 2015–2019: Brigitte Lückert, SPD
  • seit 2019: Torsten von Haaren, SPD

Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

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