Brendan O’Brien (Synchronsprecher)

US-amerikanischer Schauspieler und Synchronsprecher From Wikipedia, the free encyclopedia

Brendan James O’Brien (* 9. Mai 1962 in Los Angeles, Kalifornien; † 23. März 2023 ebenda) war ein US-amerikanischer Schauspieler und Synchronsprecher irischer Abstammung, der von 1972 bis 2023 aktiv war. Bekannt wurde er als erster Sprecher von Crash Bandicoot.[1][2][3][4]

Leben

O’Brien (irisch Ó Briain) wurde 1962 in Hollywood, Los Angeles, geboren und war der Sohn des Schauspielers Edmond O’Brien (1915–1985) und der Schauspielerin Olga San Juan (1927–2009). Er hatte zwei ältere Schwestern, die Fernsehproduzentin Bridget Adelman (†) und die Schauspielerin Maria O’Brien (1950–2026); sein Onkel war der Drehbuchautor Liam O’Brien. Er war der Schwager von Michael Anderson Jr. und Barry Adelman.[1][5][6]

Er besuchte die St. Martin de Tours School in Brentwood und wechselte anschließend auf die Loyola High School in East Los Angeles, wo er – laut eigenen Aussagen – eine für ihn prägende jesuitische Ausbildung genoss, die für ihn anspruchsvoller war als die folgende Zeit am College. Während seiner High-School-Zeit spielte er Gitarre in verschiedenen Schulbands. Vom Direktor seiner High School wurde er „Poison Pen“ (deutsch Giftfeder bzw. spitze Feder) genannt, da er eine Kolumne in der Schülerzeitung schrieb, die Lehrerkonferenzen satirisch aufs Korn nahm. Nach seiner Schulzeit studierte er am College der Loyola Marymount University.[1][5][6]

In seinen frühen Jahre sang und spielte er Gitarre in Pubs gemeinsam mit Glenn Cornick, dem Bassisten von Jethro Tull, und trat als Vorgruppe für The Ventures und Dick Dale auf.[1][5]

Seine spätere Ehefrau, die Regieassistentin Ingrid K. Behrens, lernte er 1995 kennen; sie heirateten am 9. September 2000. Das Paar lebte in der Nähe des Los Padres National Forest. O’Brien starb im Alter von 60 Jahren bei Los Angeles. Sein Tod wurde erst am 9. Mai 2023 bekanntgegeben, ohne Angabe einer Todesursache. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Holy Cross Cemetery in Culver City.[1][5][6][7]

Karriere

O’Brien kam früh mit der Schauspielerei in Berührung und begleitete seine Eltern in Filmstudios und an Drehorte. So feierte er seinen sechsten Geburtstag in Mexiko am Filmset des 1969 erschienenen Films The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz.[1]

O’Brien begann seine Schauspielkarriere im Jahr 1972, im Alter von zehn Jahren, als Kinderdarsteller. Er wurde vom Regisseur Bernard L. Kowalski entdeckt, der ihn in der ersten Folge der Fernsehserie Die Straßen von San Francisco an der Seite seines Vaters besetzte. Weitere Auftritte hatte er im Fernsehfilm Honor Thy Father, 1982 in Ninja Kids – Mission Freizeitpark als Zed, in P.U.N.K.S., Race to Space – Mission ins Unbekannte, Grindhouse und in Fatigue: Don’t Play with the Fire.[1][2]

Neben seiner Arbeit als Schauspieler arbeitete er auch als Autor für Comedy-Radiosendungen und produzierte Radiowerbung. Mit dem Regisseur Jon Dough arbeitete er zudem am Musikvideo der Band Figdish für A&M Records. Joe Pearson legte ihm nahe, Jason Rubin anzurufen, Videospielentwickler und Mitbegründer des Studios Naughty Dog, der gerade eine Stimme für die Titelfigur Crash für dier Computerspiel-Serie Crash Bandicoot suchte; nach einem Vorsprechen erhielt er schließlich die Sprechrolle des titelgebenden und genetisch modifizierten australischen Beuteldachses (englisch Eastern Barred Bandicoot) Crash. Die Aufnahmen fanden im Alfred‑Hitchcock‑Theater in den Universal Studios statt – dem Ort, an dem zuvor auch seine Eltern gearbeitet hatten.[1][2][3][5]

Der erste Teil von Crash Bandicoot erschien im Jahr 1996 exklusiv für Sonys erste Computerspiel-Konsole, PlayStation, und spielte auf der fiktiven Insel Wumpa Island, auf der Menschen an der seite mutierter Tiere leben. Das Spiel wurde zu einem kommerziellen Erfolg mit sieben Millionen verkauften Exemplaren und war eines der ersten westlichen Konsolenspiele, das auch ein Erfolg in Japan wurde.[1][3][5]

Neben Crash, der später unter anderem von Jess Harnell und Clancy Brown gesprochen wurde, sprach er von 1996 bis 2004 auch weitere Figuren wie Dr. Nitrus Brio, N. Gin, Tiny Tiger, Pinstripe Potoroo, die Komodo-Brüder Moe und Joe sowie Dr. Neo Cortexin in Crash Bandicoot 2: Cortex Strikes Back (1997), Crash Bandicoot: Warped (1998) und Crash Bandicoot: The Wrath of Cortex (2001). Archivaufnahmen seiner Stimme wurden zudem in späteren Titeln wie Crash Twinsanity verwendet, die allerdings nicht mehr vom Spielstudio Naughty Dog produziert wurden. Er war auch im Ableger Crash Team Racing aus dem Jahr 1999 mit seinem klassischen „Whoa!“ zu hören.[1][3][5]

O’Brien lieh seine Stimme auch Figuren in animierte Serienadaptionen von Spawn sowie in Ralph Bakshis Spicy City. Darüber hinaus hatte er Auftritte vor der Kamera in Candid Camera und The Amazing Live Sea‑Monkeys. Er arbeitete auch als Produktionsassistent bei Emmy-Verleihungen und für Air-Force-Schulungsfilme, war bei MTV Unplugged zu sehen, war als Drehbuchautor tätig und von 1994 bis 1995 Dialogtrainer der Fernsehserie Was ist los mit Alex Mack? Im Jahr 2005 zog er sich von der Schauspielerei zurück.[1][5]

Ab dem Jahr 2018 war er – nach fast 13 Jahren Abwesenheit – wieder vor der Kamera zu sehen; so spielte er einen Mathematiklehrer in einer Folge der Fernsehserie Riverdale und war in der Miniserie The Slowest Show zu sehen. Einen letzten Auftritt vor der Kamera hatte er im Jahr 2023 im Film Totally Killer – Gefährliches Spiel mit der Zeit, der posthum veröffentlicht wurde.[1][5]

O’Brien war auch für eine Rolle im Computerspiel Antonblast im Gespräch, einem teilweise von Crash Bandicoot inspirierten Projekt. Er verstarb jedoch vor dessen Realisierung.[1][5]

Filmografie (Auswahl)

Schauspieler / Sprecher

Autor

  • 1987: Keep on Cruisin’ (Fernsehserie)
  • 1990: Guys Next-Door (Fernsehserie)
  • 1996: In Cold Sweat (Video; als Alex Smart)
  • One and Done

Einzelnachweise

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