Brigitte Ortner (Germanistin)

österreichische Germanistin mit Spezialisierung auf Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) From Wikipedia, the free encyclopedia

Brigitte Ortner (auch Brigitta Ortner; * 25. Februar 1949 in St. Veit an der Glan) ist eine österreichische Germanistin mit Spezialisierung auf Deutsch als Fremdsprache (DaF) und Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Sie war von 1997 bis zu ihrer Pensionierung 2012 Leiterin der Zentrale des neu gegründeten Österreich Instituts und von 2014 bis 2024 Produktions- und Herstellungsleiterin in der Dokumentarfilmfirma Langbein & Partner.

Leben

Brigitte Ortner wurde 1949 in St. Veit an der Glan, Kärnten, geboren. Nach dem Besuch des Musisch-Pädagogischen Realgymnasiums Klagenfurt studierte sie an der Universität Wien Germanistik und Anglistik und schloss 1976 mit dem Titel einer Magistra ab. Später studierte sie, ebenfalls an der Universität Wien, Deutsch als Fremdsprache und erhielt 1996 den Doktortitel.

Brigitte Ortner ist seit 1999 mit dem Filmemacher, Wissenschaftsjournalisten und Filmproduzenten Kurt Langbein verheiratet und hat einen gemeinsamen Sohn, den Schauspieler Daniel Langbein. Sie hat außerdem aus erster Ehe eine Tochter und einen Sohn. Ihre Tochter Alice Janout sicherte sich 2012 die Österreichische Staatsmeisterschaft im Springreiten, als zweite Frau in der Geschichte der Staatsmeisterschaften.[1][2]

Tätigkeit als Wissenschaftlerin

Brigitte Ortner war Lehrbeauftragte am Vorstudienlehrgang der Wiener Universitäten, Lektorin am Institut für Germanistik Graz und Universitätslektorin am Institut für Germanistik Wien, Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache.[3] Sie organisierte für den Österreichischen Verband für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache (ÖDaF) die IX. Internationale Deutschlehrertagung (IDT) 1989 in Wien.[4] Bis 2005 war sie Delegierte Österreichs im Internationalen Deutschlehrerverband (IDV). Schwerpunkte ihrer inhaltlichen Arbeit waren Landeskunde, Alternative Lehrmethoden, Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung im Bildungsbereich. Ihr 1998 im Hueber Verlag, München, erschienenes Buch Alternative Methoden im Fremdsprachenunterricht wurde zur langfristigen Referenzquelle in diesem Wissenschaftsbereich.[5][6]

Leiterin des Österreich Instituts

Brigitte Ortner leitete die Zentrale des Österreich Instituts von der Gründung im Jahr 1997 bis 2012, als sie in Pension ging.[7][8] Die Österreich Institut GmbH ist eine Einrichtung der österreichischen Auslandskulturpolitik zur Durchführung von Deutschkursen außerhalb Österreichs und zur Förderung des kulturellen Austauschs. Mit der Gründung wurde das Ziel verfolgt, die bisherigen Aktivitäten an Auslandsvertretungen neu zu organisieren und zu bündeln. Brigitte Ortner war die erste Leiterin dieser Neugründung, zunächst als Verantwortliche für den Fachbereich, ab 2000 als alleinige Geschäftsführerin. Sie konzipierte und realisierte 1998 den Österreich-Spiegel, eine vier Mal im Jahr erscheinende Zeitung für den Deutschunterricht im Ausland. Parallel zu der Zeitung wurden Landeskundematerialien für das Internet entwickelt, ferner Fremdsprachenmappen und Filmdidaktisierungen.

Tätigkeit als Film-Produktionsleiterin

Ab 2014 war Brigitte Ortner als Produktionsleiterin und Herstellungsleiterin in der Langbein & Partner Media GmbH und Co KG tätig, der Dokumentarfilmfirma ihres Ehemannes.[9] Zu den von ihr betreuten Dokumentarfilmen für Kino und Fernsehen zählten Produktionen wie Projekt Ballhausplatz. Aufstieg und Fall des Sebastian Kurz (2023), Der Bauer und der Bobo (2022),[10][11] Der Graben - Zwei Volksgruppen, eine Geschichte (2015), Mein Europa - ein Dorf. 70 Jahre Festspiele des Wissens (2015) und Liebe war es nie (2020).[12]

Preise

Unter ihrer Leitung erhielt das Österreich Institut 2002 das Europäische Gütesiegel für innovative Sprachenprojekte.[13]

Publikationen (Auswahl)

  • Außerliterarische Einflüsse in Musils Roman 'Die Verwirrungen des Zöglings Törleß', Diplomarbeit, Wien 1976.
  • Methoden als Theorien des Sprachenlernens. Erwerb und Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache im Lichte unkonventioneller Unterrichtsmethoden, Diss., Wien 1996 (mit geändertem Titel 1998 bei Hueber erschienen)
  • mit Elfi Fleck (Hrsg.): Oh, du gastlich Land … Vom Leben der Ausländer in Österreich. Publikation des KAFÖ (Komitee für ein ausländerfreundliches Österreich); Wien 1984, 2. aktual. und verb. Aufl. 1985.
  • Frauen in DaF-Lehrbüchern. Ein Versuch, den DaF-Apparat mit seinem Sexismus zu konfrontieren, gemeinsam mit Grete Kernegger. In: Informationen zur Deutschdidaktik. 11, Nr. 1–2, 1987, S. 53–70.
  • Wie alternativ sind die 'alternativen' Methoden. In: Hans-Jürgen Krumm et al. (Hrsg.): Theorie und Praxis. Österreichische Beiträge zu Deutsch als Fremdsprache. Jahrbuch 1/1997; Wien 1997, S. 74 bis 101.
  • Alternative Methoden im Fremdsprachenunterricht: Lerntheoretischer Hintergrund und praktische Umsetzung. Hueber Verlag, Ismaning/München 1998, ISBN 3-19006-629-9
  • Weiterbildung von Deutsch als Fremdsprache-Lehrenden. Bausteine zur Professionalisierung eines Berufsstandes. In: Hans Barkowski, Renate Faistauer (Hrsg.): … in Sachen Deutsch als Fremdsprache. Schneider Verlag, Hohengehren 2002, S. 307–318.
  • Das Österreich-Institut. In: Dietmar Goltschnigg, Anton Schwob (Hrsg.): Zukunftschancen der deutschen Sprache in Mittel-, Südost- und Osteuropa. Grazer Humboldt-Kolleg, 20. bis 24. November 2002, Edition Präsens, Wien 2004, S. 35–50, ISBN 3-7069-0237-0
  • Der Graben. Grappa. Ein Tal - zwei Volksgruppen - eine Geschichte, von Birgit Sommer, hg. von Brigitte Ortner und Lojze Wieser, Wieser Verlag, Klagenfurt 2015, ISBN 978-3-99029-144-3.

Privates

Brigitte Ortner ist seit 1993 Mitglied der Amateurbigband des österreichischen Pianisten, Komponisten und Dirigenten Christoph Cech. Sie spielt in dessen Biggaband Altsaxophon.[14]

Einzelnachweise

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