Brincidofovir

chemische Verbindung, Arzneistoff From Wikipedia, the free encyclopedia

Brincidofovir (synonym CMX001) ist ein experimentelles Virostatikum gegen verschiedene Viren und ein Derivat des Virostatikums Cidofovir.[2] Brincidofovir wurde während der Ebolafieber-Epidemie 2014 ohne die üblicherweise notwendige Arzneimittelzulassung an Menschen eingesetzt.[3]

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Cmx001
Allgemeines
Name Brincidofovir
Andere Namen
  • Cidofovir-HDP
  • [(2S)-1-(4-Amino-2-oxopyrimidin-1-yl)-3-hydroxypropan-2-yl]oxymethyl-(3-hexadecoxypropoxy)phosphonsäure
Summenformel C27H52N3O7P
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 444805-28-1
PubChem 483477
ChemSpider 424003
DrugBank DB12151
Wikidata Q15411004
Eigenschaften
Molare Masse 561,70 g·mol−1
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[1]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Brincidofovir ist in Tierversuchen wirksam gegen das Herpes-simplex-Virus 1,[4] Kaninchenpocken-Virus,[5] Adenovirus (AdV),[6] BK-Virus, Pockenviren[7] und das Ebolavirus.[8] Brincidofovir wurde im Vergleich zu Cidofovir um ein Lipid verlängert, das innerhalb der Zelle abgespalten wird und zum aktiven Wirkstoff Cidofovir-Diphosphat verstoffwechselt wird.[9] Brincidofovir wurde ursprünglich für eine Verwendung bei Infektionen mit DNA-Viren entwickelt,[2] jedoch ist es auch wirksam gegen das Ebolavirus.[8] Brincidofovir wurde von der Firma Chimerix entwickelt.

Im Zuge der Ebolafieber-Epidemie 2014 wurde von der Food and Drug Administration ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für Brincidofovir eingeleitet und es wurde ab Oktober 2014 in klinischen Phase-II-Studien untersucht.[3][10] Die Weltgesundheitsorganisation schrieb in einer Stellungnahme, dass es im Zuge der Ebolafieber-Epidemie 2014 ethisch akzeptabel sei, präventive oder therapeutische Arzneimittel ohne Nachweis der Wirksamkeit im Menschen bei ebendiesen einzusetzen, wenn in Tierversuchen vielversprechende Ergebnisse gezeigt werden konnten.[11]

Einzelnachweise

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