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Brinksitzerhaus Borchshöher Straße 64

Wohnhaus in Bremen-Vegesack From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Brinksitzerhaus Borchshöher Straße 64 in Bremen-Vegesack, Ortsteil Aumund-Hammersbeck, wurde zur Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut. Es wird aktuell (2026) zum Wohnen genutzt.

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BW

Das Gebäude steht seit 2024 unter bremischem Denkmalschutz.[1]

Geschichte und Beschreibung

In Borchshöhe wurde 1839 eine Brinksitzerstelle gebaut. Brinksitzer waren Kleinstbauern mit eigenem Haus, die aber nur über sehr wenig Grundbesitz und wenig oder gar kein Vieh, insbesondere kein Pferd oder einen Arbeitsochsen, verfügten. Sie waren auf einen anderen Erwerb (als u. a. Landarbeiter) angewiesen, da der eigene landwirtschaftliche Besitz nicht zum Lebensunterhalt ausreichte. Die Häuser der Brinksitzer waren zumeist klein und bescheiden.

Dieses Haus gehörte zu den ersten Wohnhäusern des 1833 gegründeten Dorfes Borchshöhe und stellt heute das letzte gut erhaltene Exemplar dieser Erstbebauung dar. Bei einer neuen Flächenaufteilung (Langenholz-Teilung), wurde das Gebiet der Borchshöhe 1823 dem Gut Schönebeck zugeschlagen. Das Gut begann ab 1832 damit, das Gebiet in Hufe aufzuteilen und zu verpachten. Borchshöhe entwickelte sich in der Form eines Reihen-Hufendorfes an der gleichnamigen, gerade von Aumund nach Nordost verlaufenden Straße. Das Dorf wuchs nur langsam und hatte 1848 erst 21 Wohnhäuser und 130 Einwohner, größtenteils Brinksitzer.

Das eingeschossige, giebelständige, verputzte und einfache Hallenhaus mit ziegelgedecktem Krüppelwalmdach, Ladeluke im Giebel und heute 90 m² Wohnfläche, wurde im 19. Jahrhundert vom Gut verpachtet. 1873 konnte der Brinksitzer das Grundstück durch eine Abfindung ablösen. Um 1910 erhielt das Haus einige Stuckverzierungen und 1947 wurde es saniert und der Hauseingang von der Ost- an die Nordfassade verlegt.

Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „… Das Wohnhaus ist ein heute authentisches Zeugnis wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Verhältnisse auf dem Lande im 19. Jahrhundert. Es veranschaulicht dabei die Lebensverhältnisse der besitzlosen Kleinbauern auf eindrucksvolle Weise.“

Einzelnachweise

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