Brita Brilioth

schwedische Verbandsfunktionärin im Wohlfahrtswesen From Wikipedia, the free encyclopedia

Brita Brilioth (* 31. Dezember 1896 in Paris; † 16. Januar 1989 in Uppsala) war eine schwedische Verbandsfunktionärin im Wohlfahrtswesen. Sie war die älteste Tochter des Erzbischofs Nathan Söderblom und die Ehefrau seines Nachnachfolgers Yngve Brilioth.

Brita Brilioth, 1930

Leben

Brita Brilioth war das zweitälteste Kind des damaligen schwedischen Gesandtschaftspredigers in Paris, Nathan Söderblom, und seiner Ehefrau Anna geb. Forsell.[1] Ab 1901 wuchs sie in Uppsala, 1912–1914 auch in Leipzig auf, wo ihr Vater Professuren innehatte. Von frühester Kindheit an wurde sie durch Künstler geprägt, die das Elternhaus besuchten, darunter Carl Larsson, Anders Zorn und Emil Sjögren. Ab 1914 lebte sie im Ärkebiskopsgården, der Residenz des Erzbischofs neben dem Dom zu Uppsala.

Brita Söderblom, 1917

Brita Söderblom wollte gerne Medizin studieren, was aber ihr Vater für eine Frau für unpassend hielt (erst die sieben Jahre jüngere Schwester Yvonne durfte ein Universitätsstudium beginnen). Brita machte stattdessen Ausbildungen als Zeichnerin und als Krankenschwester. Während der Grippepandemie von 1918 arbeitete sie als Schwesternhelferin.

Im Elternhaus lernte Brita Söderblom den jungen Theologen Yngve Brilioth kennen, der von 1914 bis 1918 als Sekretär des Erzbischofs arbeitete. Die beiden verlobten sich im Februar 1917 und heirateten im September 1919.[2] Zwischen 1920 und 1931 wurden sechs Kinder geboren, darunter Lars-Olof Brilioth (1926–2015, Diplomat) und Helge Brilioth (1931–1998, Opernsänger). Brilioth ging noch Ende 1919 mit seiner Frau zu weiteren Studien nach Oxford, war von 1920 bis 1925 Dozent für Kirchengeschichte an der Universität Uppsala (mit weiteren Studienaufenthalten in Oxford), anschließend Professor an der Åbo Akademi im finnischen Turku und ab 1928 Professor für Praktische Theologie an der Universität Lund.[3] Insbesondere dort hatte Brita Brilioth, neben der Führung eines großbürgerlichen Haushalts und der Erziehung der Kinder, auch umfangreiche Repräsentationspflichten. Das verstärkte sich noch, als Yngve Brilioth 1938 zum Bischof im Bistum Växjö berufen wurde. Die Familie wohnte nun in Östrabo, der Bischofsresidenz nahe dem Dom zu Växjö, wo Brita Brilioth meist mehrfach in der Woche Gäste zu beherbergen und zu bewirten hatte. Eins ihrer besonderen Anliegen war die Förderung der Frauen im kirchlichen Leben, und so übernahm sie 1946 den Vorsitz in der Frauenvereinigung des Bistums (Växjö stifts kvinnoråd). Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sie sich darüber hinaus in verschiedenen Organisationen der Flüchtlingshilfe.

Mit der Berufung Brilioths zum Erzbischof im Jahr 1950 zog die Familie wieder in den Ärkebiskopsgården in Uppsala. Die Repräsentationspflichten wurden nicht weniger, aber Brita Brilioth fand nun immer mehr Zeit für eigenständige Wohlfahrtsarbeit. Von 1952 bis 1981 war sie Vorsitzende des Roten Kreuzes im Bezirk Uppsala, von 1962 auch Mitglied im landesweiten Leitungsausschuss. Auch im Frauenrat des Erzbistums und in der S:ta Katharinastiftelsen arbeitete sie eng mit Margit Sahlin zusammen. Nachdem Erzbischof Brilioth 1958 pensioniert wurde und 1959 starb, wurde die Wohlfahrtsarbeit ihr ganzer Lebensinhalt. Auch im De handikappades riksförbund (Reichsbund der Behinderten) übernahm sie den Vorsitz im Bezirk Uppsala und einen Sitz im landesweiten Leitungsausschuss. Dazu war sie aktives Mitglied in zahlreichen Organisationen, z. B. in der Inomeuropeisk Mission (heute Individuell Människohjälp).

Grabstätte des Ehepaares Brilioth

Nach ihrem Tod wurde Brita Brilioth an der Seite ihres Mannes auf dem Alten Friedhof Uppsala bestattet.

Commons: Brita Brilioth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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