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Britische Klasse 93

Lokomotivbaureihe From Wikipedia, the free encyclopedia

Die britische Klasse 93 besteht aus 10 vierachsigen „trimodalen“ Lokomotiven für den Güterverkehr Großbritanniens. Sie wurden von Stadler Rail auf Basis der Klassen 68 und 88 entwickelt und können elektrisch unter Oberleitung, mit Diesel und mit Batterie fahren.

Schnelle Fakten Class 93 ...
Class 93
Class 93 auf der Great Eastern Main Line
Class 93 auf der Great Eastern Main Line
Class 93 auf der Great Eastern Main Line
Nummerierung: 93 001–010
Anzahl: 10
Hersteller: Stadler
Baujahr(e): 2022–2023
Achsfolge: Bo’Bo’
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge über Kupplung: 20 500 mm
Breite: 2690 mm
Dienstmasse: 86 t
Höchstgeschwindigkeit: 177 km/h (110 mph)
Dauerleistung: 4000 kW (elektrisch),
900 kW (Diesel),
400 kW (Batterie)
Anfahrzugkraft: 290 kN
Dauerzugkraft: 229 kN
Motortyp: CAT C32
Motorbauart: V12-Diesel
Fahrbatterie: 2 × LTO
Kapazität: 2 × 40 kWh
Stromsystem: 25 kV, 50 Hz ~
Übersetzungsverhältnis: 4,087 : 1
Kleinster Halbmesser: 250 m (Strecke),
80 m (Rangieren)
Kupplungstyp: Schraubenkupplung oder Voith-Hybridkupplung, Typ 136
Zugbeeinflussung: AWS, TPWS, ETCS
Tankinhalt: 3200 l
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Geschichte

Ab 2015 lieferte Stadler Valencia die ersten Zweikraftlokomotiven der Klasse 88 an Direct Rail Services aus. Da sie ohne Oberleitung lediglich 700 kW leisten, stellte Stadler 2018 eine Weiterentwicklung mit leistungsstärkerem Dieselmotor und einem Batterie-Booster vor. Die in die Klasse 93 eingereihten Lokomotiven sind für schnelle Güterzüge konzipiert. Im Vergleich zu den sechsachsigen Diesellokomotiven der Class 66 soll die Class 93 einen 1500-t-Güterzug zwischen Felixstowe und Mossend in nur 8,5 statt 11 Stunden befördern. Zudem sollen die Energiekosten und Trassenkosten geringer sein. Der Preis einer Lokomotive der Klasse 93 wurde auf etwa vier Millionen Pfund veranschlagt.[1]

Im Januar 2021 unterzeichneten Rail Operations Group (ROG) und Stadler einen Rahmenvertrag über 30 Lokomotiven, wobei 10 fix bestellt wurden. Zwei Jahre später wurde die erste Lokomotive nach Großbritannien geliefert.[2]

Technik

Die Lokomotiven stellen eine Weiterentwicklung der Zweikraftlokomotiven der Klasse 88 dar. Sie sind „trimodal“, das heißt sie beziehen ihre Energie aus der Oberleitung, vom mitgeführten Dieselmotor oder Traktionsbatterien. Unter Oberleitung beträgt die Leistung 4000 kW, sie kann kurzzeitig (maximal 30 Minuten pro Tag) auf 4600 kW gesteigert werden. Der zwölfzylindrige Dieselmotor des Typs C32 von Caterpillar leistet 900 kW, die als Lithiumtitanat-Akkumulator (LTO) ausgeführten Batterien 400 kW. Liefern Dieselmotor und Batterien gleichzeitig Energie, sind entsprechend 1300 kW verfügbar.

Die Batterien sind über DC-DC-Wandler an den Gleichspannungs-Zwischenkreis angeschlossen. Sie können über die Oberleitung, durch den Dieselmotor oder beim regenerativen Bremsen geladen werden. Für die Batterien wurde der für die Bremswiderstände vorgesehene Einbauraum genutzt, sodass rheostatisches Bremsen nicht möglich ist.

Als Fahrmotoren dienen vier Drehstrom-Asynchronmotoren von ABB. Sie werden einzeln von Stromrichtern angesteuert und leisten jeweils 1050 kW. Die Achsgetriebe von Siemens haben eine Übersetzung von 1:4,087. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 177 km/h (110 mph). Primär- und Sekundärfederstufe wurden mit Schraubenfedern realisiert. Die Lokomotiven wurden mit Hybridkupplungen Typ 136 von Voith ausgerüstet. In der unteren Stellung kann automatisch mit Scharfenbergkupplungen gekuppelt werden, in der oberen Stellung ist sie eine Schraubenkupplung. Über die Zugsammelschiene (englisch electric train supply, ETS) kann bis zu 500 kW Leistung bereitgestellt werden.[3][4][1][2]

Commons: British Rail Class 93 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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