Brudzędy
Dorf in Polen
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Bruzędy (deutsch Groß Brodsende, auch: Klein Brodsende) ist ein Ort in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Er gehört zur Gmina Markusy im Powiat Elbląski.
| Bruzędy | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Elbląg | |
| Gmina: | Markusy | |
| Geographische Lage: | 54° 0′ N, 19° 24′ O | |
| Einwohner: | 177 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 82-325 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 55 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NEB | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Stare Dolno ↔ Kępniewo–Zwierzno–Gronowo Elbląskie | |
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Geographische Lage
Brudzędy liegt am Flüsschen Dzierzgoń (deutsch Sorge) im nördlichen Westen der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 27 Kilometer nordöstlich der Stadt Sztum bzw. 17 Kilometer südlich der jetzigen Kreismetropole Elbląg.
Geschichte
Ortsname
Im Laufe seiner Geschichte trug das heutige Bruzędy verschiedene Ortsbezeichnungen: Dolsteter und Baumgartner Damm (1645), Brodzende (1659), Brutzendy (1669),
danach entweder:
*Brudzendy Wielkie, Brocendy Wielkie, Groß Brodsende (bis 1945), Brudzędy Wielkie (nach 1945),
oder auch:
*Brudzendy Małe, Brocendy Małe, Klein Brodsende (bis 1945), Brudzędy Małe (nach 1945).[2]
In den Gründungsjahren des Ortes kam es immer wieder zur Problemen bei der Ernährung der Siedler. Mehrfach wurden Bitten um Getreideprodukte an andere Regionen gerichtet, in der Art: „Brod (= Mehl) zu senden“. Diese Bitte hat sich im Ortsnamen niedergeschlagen.[3]
Ortsgeschichte
Niederländische Kolonisten gründeten den Ort im Jahre 1631.[3] Seit 1639 wurde er immer mal wieder erwähnt.[4][5] Glaubensflüchtlinge (Mennoniten) aus den Niederlanden waren mit der Urbarmachung von Sumpf- und Überschwennungsgebieten beschäftigt. Sie konnten in den ersten Jahren die Flächen ackerbaulich noch gar nicht nutzen und waren auf Hilfen aus anderen Regionen angewiesen. Ihre Bitten blieben nicht ungehört. Auch in der eigenen beharrlichen Arbeit stellte sich allmählicher und wohlverdienter Erfolg ein.[3]
Im Jahre 1783 wurde Brodsende als ein Ort mit 51 Feuerstellen genannt. Als im Jahre 1874 der Amtsbezirk Baumgarth im westpreußischen Kreis Stuhm errichtet wurde, werden die beiden Landgemeinden Groß und Klein Brodsende eingegliedert.[6] Groß Brodsende bildete den östlichen, Klein Brodsende den westlichen Teil der heutigen Ortschaft Brudzędy. Im Dorf Groß Brodsende gab es eine Strommeisterei und ein Schöpfwerk sowie dann auch eine Molkerei und ein Wirtshaus. Klein Brodsende wurde aus mehreren kleinen Höfen gebildet. Zählte Groß Brodsende im Jahre 1885 377, im Jahre 1910 242, im Jahre 1933 245 und im Jahre 1939 219 Einwohner, so waren es in Klein Bodsende 1885 105, im Jahre 1910 102, im Jahre 1933 89 und im Jahre 1939 83 Einwohner.[2]
Beide Orte blieben administrativ voneinander getrennt, bildeten im alltäglichen Leben jedoch eine weitgehende Einheit. So gingen die Schulkinder aus Klein Brodsende in Groß Brodsende zum Unterricht.[3]
Bis 1945 waren beide Orte selbständigt. Als in Kriegsfolge 1945 die gesamte Region zu Polen kam, wurden beide unter der polnischen Namensform „Brudzędy“ zusammengefasst, auch wenn längere Zeit noch die Ortsbezeichnungen „Brudzędy Wielkie“ und „Bruzędy Małe“ in Gebrauch waren. Brudzędy gehört heute zur Gmina Markusy im Powiat Elbląski innerhalb der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Zusammen mit Stare Dolno bildet Brudzędy ein Sołectwo (= „Schulzenamt“) in der Gemeinde. Im Jahre 2021 belief sich die Einwohnerzahl Brudzędys auf 177.[1]
Religion
In kirchlicher Hinsicht waren Groß und Klein Brodsende getrennt. Evangelischerseits gehörte Groß Brodsende zum Kirchspiel Königsblumenau[3] der vereinigten Kirchengemeinden Blumenau-Heiligenwalde im Kirchenkreis Preußisch Holland der Kirche der Altpreußischen Union,[7]. Klein Brodsende dagegen war in die evangelische Kirche Lichtfelde im Kirchenkreis Marienwerder eingegliedert.[8] Die Trennung beider Orte schlug sich aber nicht innerhalb der römisch-katholischen Kirche nieder: beide Orte waren nach Lichtfelde im Dekanat Christburg im damaligen Bistum Ermland eingepfarrt.
Heute besteht der Bezug Brudzędys zur evangelischen St.-Georgs-Kirche in Pasłęk innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen bzw. weiterhin zur katholischen Kirche in Jasna, jetzt dem Bistum Elbląg zugehörig.
Verkehr
Brudzędy liegt an einer Nebenstraße, die Stare Dolno mit Kępniewo und Zwierzno verbindet und bis nach Gronowo Elbląskie führt.
Eine Bahnanbindung besteht nicht. Von 1893 bis 1945 war Alt Dollstädt die nächste Bahnstation. Sie lag am Abschnitt Elbing–Miswalde der Bahnstrecke von Elbing über Osterode in Ostpr. nach Hohenstein.
