Brun (Sachsen)

sächsischer Graf From Wikipedia, the free encyclopedia

Brun (* um 830/840; † 2. Februar 880) aus der Familie der Liudolfinger war der Sohn des sächsischen Grafen Liudolf und der Oda. Er gilt als Stammvater der Brunonen, obwohl Kinder nicht überliefert sind.

Brun in der Verwandtschaftstafel der Ottonen (Chronica St. Pantaleonis, zweite Hälfte des 12. Jahrhunderts. Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel, Cod. Guelf. 74.3 Aug., pag. 226)

Leben

Brun fiel am 2. Februar 880 im Kampf gegen die Normannen (siehe Normannenschlacht 880) in der Lüneburger Heide. Brun wird zu den sogenannten Ebstorfer Märtyrern gezählt. Das Ereignis fand Eingang in die zeitgenössische Geschichtsschreibung der fuldischen Annalen, und der Toten wurde in den Totenannalen desselben Klosters als Graf und Bruder der Königin, comes et fr(ater), gedacht. Sogar in das entfernte Kloster Reichenau sandte man ihre Namen, die dort in das Verbrüderungsbuch eingetragen werden. Bruns Erbe als Haupt der Liudolfinger trat sein Bruder Otto der Erlauchte an.

In der älteren Forschung war es unbestritten, dass die Liudolfinger in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts die führende Stellung in Sachsen einnahmen. Bereits der 866 verstorbene Stammvater Liudolf galt als „Stammesherzog“, dem seine Söhne Brun und Otto in seinem Rang folgten. Die jüngere Forschung beurteilt diese Ansicht zurückhaltender.[1] Die Entstehung des „jüngeren Stammesherzogtums“ in Sachsen in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts ist heute Gegenstand intensiver Neubewertung.[2]

Legende von der Gründung Braunschweigs

In der Legende heißt es, dass Brun einen Bruder namens Dankward[3] hatte, mit dem er gemeinsam um 861 am östlichen Ufer der Oker die Stadt Brunswiek und am westlichen die Burg Dankwarderode gegründet haben soll. Sie wird bereits seit 1280/1290 schriftlich weitergegeben. Eine zweite Legende behauptet, Brun habe die Stadt allein gegründet.[4] In der Braunschweiger Histographie wird dieser Brun mit dem 880 verstorbenen sächsischen Grafen Brun gleichgesetzt.[5] Andere sehen hingegen Brun I. von Braunschweig († um 1014) als Stadtgründer an. Die erste bekannte Urkundliche Erwähnung als „Brunesguik“ stammt aus dem Jahr 1031.[6]

Ehrungen (Auswahl)

1948 wurde der Herzog-Bruno-Weg in Hamburg-Niendorf nach ihm benannt.[7]

Literatur

Anmerkungen

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