Bruno Stanek

Schweizer Raumfahrtexperte und Fernsehmoderator From Wikipedia, the free encyclopedia

Bruno Leopold Stanek (* 9. November 1943 in Rorschach; † 5. Mai 2026[1] in Arth SZ[2]) war ein Schweizer Raumfahrtexperte, Fernsehmoderator und Fachbuchautor.

Leben

Nach einem Mathematikstudium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule, das er mit der Promotion 1971 im Bereich der Astrophysik abschloss, begann Stanek freiberuflich als Mathematiker und Schriftsteller zu arbeiten. Bekannt wurde er vor allem als wissenschaftlicher Experte für Raumfahrt, nachdem er die Fernsehübertragung der Mondlandung 1969 im Schweizer Fernsehen kommentiert hatte.

Stanek hatte zahlreiche Auftritte in Live-Sendungen zu grösseren Raumfahrtereignissen, wobei er unter anderem 1970 im Bundeshaus-Studio alle Astronauten der missglückten Mondlandemission Apollo 13 in seiner Sendung zu Gast hatte. 1975 und 1976 erhielt er eine eigene Sendereihe unter dem Titel Neues aus dem Weltraum mit 16 Folgen. Für die ersten beiden Space-Shuttle-Flüge 1981 leitete Stanek wiederum die Berichterstattung im Schweizer Fernsehen mit mehreren Sendungen.[3]

Während seiner rund 60-jährigen Tätigkeit als Schweizer Raumfahrtexperte hielt Stanek in der ganzen Schweiz mehr als 1200 Vorträge über Raumfahrt und Planetenforschung. Für den Hallwag-Verlag verfasste er 1979 das Planetenlexikon und 1983 das Raumfahrtlexikon als Bücher, welche in den späten 1990er Jahren im Zeitalter der Multimedia-CDs und -DVDs erneuert und in stark erweiterter digitaler Form in mehreren Auflagen nochmals erschienen. Letztere enthalten viele von Stanek programmierte Animationen zur Veranschaulichung von raumfahrttechnischen Prinzipien, Flügen von Sonden zu den Planeten und anderen Himmelserscheinungen.

Von Anfang 1980er bis Ende 1990er Jahre expandierte Stanek seine Programmiertätigkeit auf Software für die Administration von Arzt-Praxen und für die Notfalldienstplanung als Ärztesoftware Dr. B. L. Stanek.[3] Die Patienten von über 100 Ärzten erhielten ihre Arztrechnungen von der MS-DOS-basierten Software von Stanek bis zur Einführung des sogenannten Tarmed, der von der Software nicht mehr unterstützt wurde.

Als von 1992 bis 1999 der Schweizer Claude Nicollier viermal ins All flog, erlebte Stanek ein Comeback als populärer Raumfahrtexperte. Daneben führte er auf begleiteten Reisen Interessierte durch verschiedene Raumfahrtzentren der USA und wirkte an der Gestaltung des Raumfahrt-Pavillons im Mystery Park mit.

Stanek setzte sich wiederholt auch für die Ausbildung ein, so unterrichtete er Ende der 1970er Jahre am Technikum Brugg Windisch Mathematik, Physik und Informatik und war für viele Jahre auch Prüfungsexperte bei der Maturakommission im Kanton Schwyz.

Bruno Stanek lebte in Arth im Kanton Schwyz. Er war verheiratet und Vater von zwei Söhnen.[1]

Publikationen

  • Der Weg ins All. Gloria, Spreitenbach 1969 DNB 999354515.
  • Lösung der Randwertaufgabe der gestörten Keplerbewegung in regularisierten Variablen. Zürich 1971, DNB 571257100 (Dissertation ETH Zürich 1971, 72 Seiten).
  • Kursbuch für das Sonnensystem: Weltraumfahrt bis zum Jahr 2000. Hallwag, Bern 1971, ISBN 3-444-10066-3.
  • Bitte Mars einfach, 1. Klasse: Tondokumente aus der Zukunft. Sprecher: Bruno Stanek [u. a.]. Musik und elektrische Effekte: Bruno Spoerri, Schallplatte (33 13 T/Minute, 30 cm), Pick, Zürich 1972, DNB 578165074.
  • Bildatlas des Sonnensystems: ferne Welten nah gesehen. Illustriert von Luděk Pešek, Hallwag, Bern 1974, ISBN 3-444-10130-9.
  • Space Shuttles – die neue Brücke ins All. Hallwag, Bern 1975.
  • Neues aus dem Weltraum. 1975–1976, 16-teilige TV-Serie, Schweizer Fernsehen.
  • Neuland Mars. Hallwag, Bern 1976; als Hallwag-Taschenbuch 111, Hallwag, Bern 1977.
  • Planetenlexikon. Hallwag, Bern 1979, 1982; als Software für Windows: 1 DVD, Astrosoftware Stanek, Art 2006, ISBN 3-9521459-1-2.
  • Space Art – Weltraumkunst. Säntis, Bearbeitung aus dem Englischen, 1980.
  • Raumfahrtlexikon. Hallwag, Bern 1983.
  • Weltraumkommerzialisierung. Vontobelstiftung, Zürich 1985.
  • Sparer leben gefährlich. Nebelspalter, Rorschach 1987; 6. Auflage, Kaelin, Goldau 2007, ISBN 978-3-033-01373-5.
  • Tragbare Opfer. Nebelspalter, Rorschach 1988.
  • Wissenschaft und Technik. In: Werner Höfer: Weltpanorama. Faunus Verlag, Jahrbücher, 1970–1977 und 1991.
  • Halbzeit. In: 50 Fünfzigjährige über die Schweiz. Fenkart, 1993.
  • Weltraumkalender 2005. In: Flugzeitschrift Cockpit. 2004.
  • Weltraumkalender 2006. In: Flugzeitschrift Cockpit. 2005.
  • Wie viel Irrtum braucht der Mensch. 2006 und 2007.
  • Das weibliche Betriebssystem. Kaelin, Goldau 2010, ISBN 978-3-033-02607-0.[4]

Einzelnachweise und Anmerkungen

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