Bräuhauskaserne
Kaserne in Salzburg
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Die viergeschoßige Bräuhauskaserne von Salzburg war als eine zeitweilige Nutzung in der Fronfeste Stockhaus am Kajetanerplatz untergebracht.

Dieses Gebäude wurde vermutlich von Hans Elsenheimer, Stadtrichter und Bürgermeister von Salzburg, zur Lagerung von Bier für das von ihm gegründeten Hofbräu Kaltenhausen errichtet. 1496 verkaufte Hans Elsenheimer III. das Haus um 1500 Gulden an Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach, der darin das Kalte Brauhaus am Kai einrichtete. 1562 begann Fürsterzbischof Johann Jakob Kuen von Belasy mit einem Umbau und das Gebäude diente seitdem im Wesentlichen als Gefängnis. Erweiterungsbauten fanden 1590 unter Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau sowie 1648 unter Fürsterzbischof Paris von Lodron statt.
Die Maleficanten wurden am Tag ihrer Hinrichtung von der Fronfeste mit einem Schinderkarren vom Freiman abgeholt, auf dem Wagen saßen auch zwei Beichtväter (sog. Galgenpatres), welche dem zum Tode Verurteilten geistlichen Beistand leisteten (gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurden von der Stadt Salzburg zwei ärarische „Arme-Sünder-Wagerl“ angeschafft). Der Weg zur Hinrichtungsstätte in Gneis führte zuerst auf den Waagplatz, wo vor versammeltem Volk die Urgicht und das Todesurteil verlesen wurden. Nach Beendigung dieses rituellen Nachgerichts übergab der Bannrichter den Verurteilten nach der Frage, ob er das Urteil verstanden habe, an den Henker zu dessen Handen und Banden. Zugleich besiegelte der Bannrichter mit dem Zerbrechen des Stabes das Urteil. Unter militärischer Begleitung zog der Exekutionstross unter Glockengeläut zur Richtstätte. 200 Meter vor der Richtstätte gab es das letzte Kreuz, an dem gebetet wurde. Dem Verurteilten wurde ein Kruzifix vorangetragen (oder hielt es selbst in den Händen) und es wurden Fürbitten und Gebete gesprochen. Kurz vor der Hinrichtung hatte der Verurteilte noch die Gelegenheit zur Beichte in einem Raum unter der Richtstatt. Dann wurde noch ein Gebet gesprochen und es erfolgte die Exekution mit dem Galgen, unter dem Schwert oder mit dem Rade; in seltenen Fällen aber auch durch Erdrosseln, das Fallbeil oder durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen. Mit einem formelhaften Spruch teilte der Freimann danach dem Bannrichter die erfolgreiche Exekution mit. Ein Priester hielt noch eine Ansprache an das Volk. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden auch Armesünderblätter verkauft. In diesen Flugschriften wurde der deviante Lebensweg des Straftäters beschrieben und sie endeten mit einer Moralrede in Versform.[1]
Seit den Napoleonischen Kriegen wurde das Gebäude ab 1792 als Kaserne verwendet. 1812 wurde es unter König Maximilian von Bayern wieder in ein Gefängnis umgewandelt.
Das Gebäude wurde 1906/07 für den Bau des Justizgebäudes Salzburg abgerissen.
Literatur
- Gerhard Ammerer, Harald Waitzbauer: Wege zum Bier – 600 Jahre Braukultur: Mit Spaziergängen durch die Stadt Salzburg und Ausflügen in die Umgebung. Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg, Salzburg 2011, S. 183, ISBN 978-3-900213-16-9.
- Herwig Steinkellner, Alexander Prenninger: 525 Jahre Hofbräu Kaltenhausen 1475–2000. Die Entwicklung der Brauerei Kaltenhausen und des Salzburger Hofbräuwesens seit 1475. Hofbräu Kaltenhausen (Hrsg.), Eigenverlag Hallein 2000.