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Bund der Kolonialfreunde

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Der Bund der Kolonialfreunde (BdK) war ein kolonial-revisionistischer Verein in der Weimarer Republik.

Geschichte

Der Bund der Kolonialfreunde wurde am 14. März 1922 in Berlin von drei Reitern aus Südwestafrika gegründet.[1.1] Im Unterschied zu anderen Kolonialverbänden zielte seine Kolonialagitation auch auf sozialdemokratisch und kommunistisch gesinnte Arbeiterkreise ab.[2.1] Zudem versuchte er ausdrücklich die in Deutschland ansässigen Kolonialdeutschen für den Bund zu gewinnen, allerdings mit wenig Erfolg.[2.2] Er wollte für eine volkstümliche, breite Bewegung zur Wiedererlangung von Kolonien eintreten. Der Bund hatte seinen Sitz im Berliner Afrikahaus, in dem auch die konkurrierende Deutschen Kolonialgesellschaft (DKG) ansässig war.[3.1]

Im Jahr 1927 hatte der BdK rund 100 Ortsgruppen mit knapp 15.000 Mitgliedern (nach anderer Quelle ca. 5.000).[2.3] Dem Bund gehörten überwiegend Kleinunternehmer, Beamte des unteren Dienstes sowie Angestellte und Arbeiter an.[4.1] Der Bund richtete jährlich einen Bundestag aus:

Der Verein hatte auch eine Jugendabteilung mit männlichen und weiblichen Mitgliedern.[7.1] Vertreter des Bundes nahmen am Jugendausschuss der Korag teil. Eine stärkere Zusammenarbeit mit den Jugendgruppen anderer Kolonialverbände wurde erwogen, scheiterte aber an Konkurrenzdenken und unterschiedlichen Schwerpunkten.[4.2] Zu den Vereinsaktivitäten zählten Vorträge an Schulen. Insgesamt war die Jugendarbeit des BdK weniger weit entwickelt als jene der DKG oder des Kolonialkriegerbundes. 1927 bestanden zehn Jungen- und Mädchengruppen mit zusammen 800 Jugendlichen. 1929, nach nur vier Jahren, wurde die BdK-Jugend aufgelöst, da man sich laut des Vorsitzenden Wilhelm Mickausch nicht als Erziehungsverein sah.[4.3]

Im Mai 1929 fusionierte der BdK mit der Gesellschaft für koloniale Erneuerung, die sich fortan Bund für koloniale Erneuerung (BKE) nannte.[4.4][2.5] An der Spitze des neuen Bundes stand der ehemalige Reichsminister Wilhelm Külz. Sein Stellvertreter war, neben Wilhelm Mickausch, der Sozialdemokrat Max Cohen.[6] Im Beirat und Vorstand befanden sich Vertreter von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden. Dies ermöglichte die Ausweitung der Kolonialagitation auf die Gewerkschaften.[1.1]

Der Bund für koloniale Erneuerung ging im April 1931 in der DKG auf, welche ab 1933 mit anderen Verbänden den Reichskolonialbund bildete.[1.1][8.1]

Vereinszeitschrift

Der BdK gab die Zeitschrift Der Kolonialfreund heraus. Von 1924 bis 1929 erschien sie im Verlag von Walter Dachsel (Leipzig). Die Inhalte waren in dieser Zeit zunächst weitgehend und später, außer dem Titelkopf, vollkommen identisch mit den Afrika-Nachrichten (Illustrierte Kolonial- und Auslandszeitung).[2.5] Im Jahr 1926 hatte Der Kolonialfreund eine Auflage von rund 5.000 Exemplaren.[2.3]

Literatur

  • Martin Anton: Die kolonialdeutschen Organisationen (1918–1933). Ein Beitrag zur Geschichte der Weimarer Kolonialbewegung. Lit-Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-643-15500-9.
  • Susanne Heyn: Kolonial bewegte Jugend. Beziehungsgeschichten zwischen Deutschland und Südwestafrika zur Zeit der Weimarer Republik. transcript Verlag, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-8376-4265-0.

Einzelnachweise

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