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Bundesamt für Landwirtschaft

Schweizer Bundesamt From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist eine Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist ein Fachamt des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) der Schweizer Bundesregierung (Bundesrat). Das Amt versteht sich als Fachstelle für den Agrarsektor und ist in sechs Direktionsbereiche aufgeteilt (Direktion, Märkte und Internationales, Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung, Digitalisierung und Datenmanagement, Produktionsgrundlagen, natürliche Ressourcen und Forschung und der letzte Bereich ist Recht, Ressourcen und Integrale Sicherheit). Ausserdem unterstehen dem BLW die drei eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten (Agroscope) und das Nationalgestüt in Avenches. Das BLW überwacht zum Beispiel den Kohlenstoffgehalt der Böden in der Schweiz und eruiert ihr Potential für Speicherpotential für Kohlenstoff.

Französische BezeichnungOffice fédéral de l’agriculture (OFAG)
Italienische BezeichnungUfficio federale dell’agricoltura (UFAG)
Rätoromanische BezeichnungUffizi federal d’agricultura (UFAG)
Englische BezeichnungFederal Office for Agriculture (FOAG)
Schnelle Fakten Französische Bezeichnung, Italienische Bezeichnung ...
Bundesamt für Landwirtschaft (BLW)
«Corporate Design Bund» – Logo der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Französische Bezeichnung Office fédéral de l’agriculture (OFAG)
Italienische Bezeichnung Ufficio federale dell’agricoltura (UFAG)
Rätoromanische Bezeichnung Uffizi federal d’agricultura (UFAG)
Englische Bezeichnung Federal Office for Agriculture (FOAG)
Hauptsitz Schwarzenburgstrasse 165
3003 Liebefeld[1]
Direktor Christian Hofer[2][3][4]
Stellvertreter Jean-Marc Chappuis[5]
Mitarbeiterzahl ca. 300 bzw. 230 Vollzeitstellen (2026)[6]
Aufsicht Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
Staatssekretariate, Ämter, Fachstellen, Direktionen Agroscope
Untergeordnete Bereiche
  • Fachbereich Kommunikation und Sprachdienste
  • Direktionsbereich Märkte und Internationales
  • Direktionsbereich Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung
  • Direktionsbereich Produktionsgrundlagen, natürliche Ressourcen und Forschung
  • Fachbereich Revisionen und Inspektionen
  • Fachbereich Agrarpolitik und Strategieentwicklung
  • Direktionsbereich Recht, Ressourcen und Integrale Sicherheit
  • Direktionsbereich Digitalisierung und Datenmanagement
Webpräsenz www.blw.admin.ch
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Bezeichnungen

  • 1879–1882 Kanzlei des Eidgenössischen Handels- und Landwirtschaftsdepartement (HLD)
  • 1883–1887 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem HLD)
  • 1888–1895 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem Eidgenössischen Industrie- und Landwirtschaftsdepartement ILD)
  • 1896–1914 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem Eidgenössischen Handels-, Industrie- und Landwirtschaftsdepartement HILD)
  • 1915–1979 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement EVD)
  • 1979[7]– 2012 Bundesamt für Landwirtschaft (unter dem EVD)
  • 2013[8]- Bundesamt für Landwirtschaft (unter dem WBF)

Geschichte

1878 wurde das Eisenbahn- und Handelsdepartement als Handels- und Landwirtschaftsdepartement neu strukturiert, dem 1881 eine «Abteilung Landwirtschaft» angegliedert wurde. Daraus wiederum ging 1979 das Bundesamt für Landwirtschaft hervor.[9]

Kritik

Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln war lange Zeit das Bundesamt für Landwirtschaft zuständig.[10] Eine Allianz von 13 verschiedenen Organisationen forderte 2017 in einem offenen Brief Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf, das Zulassungsverfahren einer unabhängigen Stelle zu übertragen. Vertreter des BLW hätten in den letzten Monaten mehrfach Aussagen zu Pestiziden gemacht, die eine Befangenheit des Amtes befürchten lasse, heisst es im Schreiben. Zu den 13 Organisationen, die den Brief mitverfasst haben, gehören unter anderem: Bio Suisse, Vision Landwirtschaft, Pro Natura, Greenpeace und WWF.[11] Auch Kantonschemiker werfen dem Bundesamt seit Jahren Intransparenz und Abhängigkeit vor. Im Juni 2019 wurde bekannt, dass der Bund das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel von der externen KPMG überprüfen lässt.[12] Der Bericht der KPMG wurde im November 2019 veröffentlicht.[13][14]

Im November 2019 hat sich auch die Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR), ein Zusammenschluss von über 60 Wasserversorgungsunternehmen im Einzugsgebiet der Aare, des Rheins, der Alpenseen und des Bodensees, in einem offenen Brief an das Bundesamt für Landwirtschaft und das zuständige Departement gewandt.[15] Unter anderem wurde ein sofortiges Verkaufs- und Anwendungsverbot für Chlorthalonil gefordert, da Rückstände dieses Pestizids immer mal wieder im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen werden konnten. Des Weiteren soll das Grundwasser-Monitoring auf Pestizide und Pestizidabbauprodukte über Gebühren auf Pestizidverkäufe finanziert werden (→ Verursacherprinzip).[16]

Per 1. Januar 2022 wurde die Zulassungsstelle für Pflanzenschutzmittel dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zugeordnet. Das Bundesamt für Umwelt wird die Hauptverantwortung bei der Beurteilung der Risiken von Pflanzenschutzmitteln für die Umwelt übernehmen.[17] Das Bundesamt für Umwelt ist jedoch dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) von Bundesrat Albert Rösti (SVP) unterstellt, wodurch es bei der Festlegung von Grenzwerten im Gewässerschutz landwirtschaftspolitische Argumente höher gewichtet als wissenschaftliche.[18]

Direktoren

  • 1884–1912: Franz Müller
  • 1912–1913: Ulrich Weidmann
  • 1913–1938: Josef Käppeli
  • 1939–1946: Ernst Feisst
  • 1946–1957: Jakob Landis
  • 1957–1969: Walter Clavadetscher
  • 1969–1992: Jean-Claude Piot
  • 1992–2000: Hans Burger
  • 2000–2011: Manfred Bötsch
  • 2011–2019: Bernard Lehmann
  • 2019–0000: Christian Hofer

Quelle: Archiv für Agrargeschichte[19]

Personalbestand ab 2001

VollzeitstellenJahr0501001502002502001200520092013201720212025VollzeitstellenEntwicklung Vollzeitstellen BLW
Quellen:
Staatsrechnungen 2003-2006 (Statistikteil). In: Eidgenössische Finanzverwaltung EFV. Abgerufen am 18. März 2026.
Ab 2007 (Einführung des Neuen Rechnungsmodells NRM): Datenportal Bundeshaushalt. In: Eidgenössische Finanzverwaltung EFV. Abgerufen am 18. März 2026.

Literatur

Commons: Bundesamt für Landwirtschaft – Sammlung von Bildern
  • Website des Bundesamtes für Landwirtschaft
  • Datenportal. In: Bundesamt für Landwirtschaft BLW. Abgerufen am 23. September 2026 (Mit dem Datenportal bündelt das Bundesamt für Landwirtschaft Daten und Analysen zur Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft zentral an einem Ort. Das Portal löst den bisherigen Agrarbericht ab: Inhalte werden nicht mehr periodisch veröffentlicht, sondern laufend bereitgestellt.).

Siehe auch

Einzelnachweise

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