Bundestagswahl 1987

Wahl zum 11. Deutschen Bundestag am 25. Januar 1987 From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Bundestagswahl 1987 fand am 25. Januar 1987 statt. Die Wahl zum 11. Deutschen Bundestag war die letzte Wahl vor der Deutschen Wiedervereinigung. Die regierende schwarz-gelbe Koalition wurde trotz leichter Verluste bestätigt.

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11. Bundestag 1987
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(Zweitstimmen)[1]
 %
50
40
30
20
10
0
44,3
37,0
9,1
8,3
1,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1983[2]
 %p
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
−4,5
−1,2
+2,1
+2,7
+0,9
193
44
234
48
193 44 234 48 
Insgesamt 519 Sitze
Verhältnis Regierung-Opposition im
11. Deutschen Bundestag
282
237
282 237 
Insgesamt 519 Sitze
Helmut Kohl, Kandidat von CDU/CSU, während der Pressekonferenz zum Abschluss des Bundestagswahlkampfes.
SPD-Kandidat Johannes Rau im Wahlkampf (1986)
Erststimmenergebnis (Wahlkreisgewinner)

Hintergrund

Für die Unionsparteien kandidierte erneut der CDU-Vorsitzende und amtierende Bundeskanzler Helmut Kohl.

Die SPD stellte ihren stellvertretenden Bundesvorsitzenden Johannes Rau als Kanzlerkandidat auf. Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen hatte 1980 und 1985 dort sehr gute Wahlergebnisse erzielt.

Nach einem Bericht der taz war das Asylrecht in den Monaten vor der Bundestagswahl ein wichtiges Thema im Wahlkampf, da zu der Zeit unter anderem über den Ost-Berliner Flughafen Schönefeld monatlich rund fünftausend Tamilen den Westteil der Stadt erreichten. Später veröffentlichte Akten aus dem Zentralarchiv der DDR belegten, dass Egon Bahr (SPD), von Johannes Rau mit entsprechenden Verhandlungen beauftragt, den DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker um eine „Regelung“ gebeten hatte, die den Wahlausgang zugunsten der SPD beeinflussen sollte. Als Gegenleistung versprach Bahr, dass eine SPD-Regierung „voll die Staatsbürgerschaft der DDR respektieren“ werde. Am 1. Oktober 1986 wurde der Zuzug in den Westen dementsprechend gestoppt, was von SPD-Zentrale und dem WDR als Verhandlungserfolg Raus ausgegeben wurde.[3]

Amtliches Endergebnis

Weitere Informationen Listen, Erststimmen ...
ListenErststimmenZweitstimmenMandateBerliner
Abg.
Stimmen%+/-MandateStimmen%+/-MandateAnzahl+/-
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)14.787.95339,2–1,27914.025.76337,0–1,1107186–77
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)14.168.52737,5–3,512413.045.74534,5–3,750174–1711
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU)3.859.24410,2–0,9453.715.8279,8–0,8449–4
Freie Demokratische Partei (FDP)1.760.4964,7+1,93.440.9119,1+2,14646+122
Die Grünen (GRÜNE)2.649.4597,0+2,93.126.2568,3+2,74242+15(2) 1
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD)182.8800,5+0,3227.0540,6+0,4
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)40.7650,1+0,1109.1520,3+0,3
Frauenpartei (FRAUEN)N/A62.9040,2N/A
Bayernpartei (BP)8.0240,0N/A26.6300,1N/A
Die Mündigen Bürger (Mündige Bürger)6110,0N/A24.6300,1N/A
Patrioten für Deutschland (Patrioten)27.3520,1N/A22.7320,1N/A
Deutsche Zentrumspartei (ZENTRUM)4.0200,0N/A19.0350,1N/A
Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)5960,0N/A13.4220,0N/A
Christliche Bayerische Volkspartei (CBV)7410,0±0,05.2820,0±0,0
Alle Sozialversicherten und Rentner Deutschlands (ASD)3.1510,0N/A1.8340,0N/A
Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei (FAP)3490,0N/A4050,0N/A
Humanistische Partei (HP)7880,0N/AN/A
Deutsche Solidarität – Union für Umwelt und Lebensschutz (SOLIDARITÄT)7540,0N/AN/A
Unabhängige Arbeiter-Partei (UAP)3520,0N/AN/A
Familien-Partei Deutschlands (Familie)1300,0N/AN/A
Freisoziale Union – Demokratische Mitte (FSU)1100,0N/AN/A
Wählergruppen/Einzelbewerber246.5110,7+0,6
Gesamt37.742.81310024837.867.319100249497–122
Ungültige Stimmen482.4811,3+0,2357.9750,9+0,1
Wählende38.225.29484,3–4,838.225.29484,3–4,8
Wahlberechtigte45.327.98245.327.982
Quelle: Der Bundeswahlleiter
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1 
Zwei weitere Berliner Bundestagsabgeordnete wurden von der Alternativen Liste (AL) gestellt

Ergebnisse in den Bundesländern

Weitere Informationen Bundesland, Wahl- berechtigte ...
Bundesland Wahl-
berechtigte
Wähler Wahl-
beteiligung
CDU/CSU SPD FDP Grüne
ErstZweit ErstZweit ErstZweit ErstZweit
Baden-Württemberg06.830.77105.676.77283,151,546,731,929,36,112,008,110,0
Bayern08.320.06906.796.70181,757,655,128,527,04,808,107,307,7
Bremen00.521.64600.431.63582,731,728,949,546,54,608,811,714,5
Hamburg01.258.32001.044.37083,040,937,444,241,24,809,609,011,0
Hessen04.179.95103.582.15985,745,041,341,638,74,609,107,409,4
Niedersachsen05.628.10404.782.94185,044,941,543,441,44,408,806,307,4
Nordrhein-Westfalen12.827.64610.956.59685,443,640,144,943,24,108,406,507,5
Rheinland-Pfalz02.874.92002.493.60286,748,245,139,437,14,809,106,207,5
Saarland00.847.21700.739.70187,343,841,245,743,53,806,905,107,1
Schleswig-Holstein02.039.33801.720.81784,446,141,943,039,84,309,405,908,0
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Regierungsbildung

Weitere Informationen Mögliche Koalitionen, Sitze ...
Mögliche Koalitionen Sitze
Sitze gesamt 519
voll stimmberechtigt 497
Zweidrittelmehrheit 332
            CDU/CSU, SPD 427
Absolute Mehrheit 249
            CDU/CSU, FDP 282
keine Mehrheit bis 248
            SPD, Grüne 237
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Bürger bei der Stimmabgabe in Bonn

Das Wahlergebnis ermöglichte die Fortsetzung der bisherigen schwarz-gelben Koalition. Der Bundestag wählte Helmut Kohl am 11. März 1987 im ersten Wahlgang abermals zum Bundeskanzler. Die Ernennung durch den Bundespräsidenten und die Vereidigung erfolgten noch am selben Tag. Die Minister des Kabinetts Kohl III wurden am folgenden Tag ernannt und vereidigt.[4] Johannes Rau, der auf eine Alleinregierung bei einem Wahlsieg setzte und eine Rot-Grüne Koalition ausschloss, blieb Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise und -anmerkungen

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