Burg Gleichenstein (Sachsen)
Burg in Sachsen, Deutschland
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Die Burg Gleichenstein ist eine abgegangene Höhenburg auf dem „Jacobstein“ (auch: Jakobstein), einem vorgelagerten Plateau des Gleich(en)stein, unweit der Gemeinde Oberschöna im Landkreis Mittelsachsen in Sachsen.
| Burg Gleichenstein | ||
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Der Gleichenstein von Bräunsdorf aus gesehen | ||
| Staat | Deutschland | |
| Ort | Oberschöna | |
| Entstehungszeit | Mittelalterlich | |
| Burgentyp | Höhenburg in Spornlage | |
| Erhaltungszustand | Burgstall | |
| Ständische Stellung | Adelige | |
| Bauweise | Fachwerk | |
| Geographische Lage | 50° 56′ N, 13° 13′ O | |
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Lage
Die ehemalige Burganlage liegt 1,25 km nördlich der Ortslage Wingendorf und 500 m südlich von Bräunsdorf, an der Spitze des nach Norden gerichteten felsigen Bergspornes Jakobstein des Gleichenstein zwischen der Großer Striegis und dem in diese von Süden einmündenden Gierenbach. Der Gleichenstein mit Bergsporn Jakobstein liegt an einer Ost-Nord-Flusskurve der Großen Striegis zwischen den Wassermühlen Stephans Mühle und Talmühle. Etwas östlich quert die Wingendorfer Straße von Bräunsdorf nach Wingendorf in Nord-Süd-Richtung das Tal der Großen Striegis. Westlich des Gleichensteins und Jakobsteins liegen die sogenannten Waldhäuser Wingendorfs und der Ortsteil Siegfried der Stadt Hainichen.
Der Gleichenstein und der Burgstall liegen in der Gemarkung Wingendorf.
Geschichtliches
Laut den Autoren Lauterbach und Wagner wurde bei Grabungen des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden im Jahr 1976 ein neun Meter breiter und vier Meter tiefer Graben freigelegt. Die dabei entdeckten Funde deuten auf einen Fachwerkbau, der bis ins 14. Jahrhundert existiert haben muss. Ob es sich um ein Vorwerk oder eine eigenständige Burg handelte, konnte jedoch nicht abschließend geklärt werden.
Laut Geupel gibt es keine urkundlichen Belege zu dieser Anlage. Die gemachten Funde wurden dem 14. Jahrhundert zugewiesen. Am 27. Juni 1972 wurde das Areal als Bodendenkmal unter Schutz gestellt.
Die Namen Gleichstein (Geupel) oder Gleichenstein sowie Jakobstein bezeichnen lediglich den Berg und den vorgelagerten Bergsporn Jakobstein. Die Burgstelle ist faktisch namenlos. Das Bodendenkmal wurde unter dem Namen Jakobstein eingetragen.
Laut Billig und Buchner ist dem Burgplateau ein Abschnittsgraben vorgelagert. Bei den Ausgrabungen in der DDR-Zeit (vor 1979) wurde auch ein Sondierungsgraben angelegt. Man fand Scherben des 14. Jahrhunderts sowie eiserne Bolzenspitzen (Armbrustbolzen?) und "rotgebrannten verziegelten" Lehm. Daher geht man von Fachwerkbauten und dem Ende der Anlage durch einen Brand aus. Da urkundliche Nennungen zur Anlage fehlen, nennen diese Autoren einige Urkundenzitate die mutmaßlich im Kontext zu dieser Anlage stehen könnten. 1350 sind ein "allodium" sowie "in mineri Frankenstein" genannt. 1378 ist "Wenyngendorf" (= Wingendorf) genannt. Im Jahr 1551 ist ein Rittergut (in Oberschöna) belegt. Es soll also ein Bezug zu den Nachbarorten Oberschöna und Frankenstein mutmaßlich bestehen.
Nach Billig und Buchner stellt die Anlage eine typische Befestigung des 14. Jahrhunderts dar und wurde womöglich im Zusammenhang mit dem Schutz des lokalen hiesigen Bergbaues angelegt.
Das spätmittelalterliche kursächsische Kartenwerk "Ur-Oeder" (um 1500) benennt auf Blatt 141 "das holtz ufm Gleichstein".
Anlage
Laut Geupels Beschreibung von 1983 hat die Anlage ein rundlich-ovales Kernwerk von 10 m Durchmesser. Im NO vernichtete ein Steinbruch Teile der Anlage. Dem Kernwerk ist im Südwesten ein Abschnittsgraben von 10 m Breite und 2 m Tiefe vorgelagert. Das Kernwerksplateau liegt 4 m über der Sohle des Abschnittsgrabens.
Sage zur Burg auf dem Gleichenstein
Der Sage nach verfiel die Burg nach der Rückkehr des Ritters von Gleichenstein von einem Kreuzzug. Er traf seine Frau mit einem neuen Mann an, worauf es zu einem Kampf kam, in dessen Verlauf die Burg in Brand geriet und zusammenfiel. Die dabei verschütteten Schätze, die der Ritter aus dem Morgenland mitbrachte, sollen heute noch unter der Burg ruhen, beschützt von einem goldenen Löwen, nur in der Johannisnacht, von einem Sonntagskind, zu heben.
Der Gleichenstein
Der Gleichenstein (auf heutigen Wanderkarten auch Gleichstein[1]) ist ein 373,3 Meter hoher Berg zwischen Wingendorf und Bräunsdorf im Tal der Großen Striegis im Landkreis Mittelsachsen. Geologisch ist er aus Gneis aufgebaut und heute vollständig bewaldet.
Literatur
- W. Lauterbach, S. Wagner: Der gespenstige Mönch. Altis-Verlag, Berlin 1997.
- Bodendenkmal Burgstall Spornburg „Jakobstein“ (auf dem „Gleichstein“) bei Wingendorf (S. 25–26), in Volkmar Geupel: Die geschützten Bodendenkmale im Bezirk Karl-Marx-Stadt. Hrsg. Heinz-Joachim Vogt, Kleine Schriften des Landesmuseums für Vorgeschichte Dresden, Heft 3, Dresden 1983, ISSN 0232-5446; Neuauflage vertrieben vom Verlag Beier & Beran in Langenweißbach.
- A. Sauer, A. Rothpletz: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Kgr. Sachsen – Section Freiberg-Langhennersdorf Blatt 79. Engelmann Verlag, Leipzig 1887, 60 S.
- Nr. 57 S. 28: "Gleichenstein" bei Wingendorf im Kreis Flöha, in: Gerhard Billig, Gabriele Buchner: Verzeichnis der mittelalterlichen Wehranlagen des Bezirkes Karl-Marx-Stadt. Karl-Marx-Stadt 1979 (Digitalisat); Ur-Oeder-Karte Blatt 141 dazu auf unbezifferter Folgeseite
Weblinks
- Burg Gleichenstein in der privaten Datenbank Alle Burgen. Abgerufen am 8. November 2021.

