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Burg Setterich

Burg in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Burg Setterich war eine rheinische Wasserburg im Baesweiler Stadtteil Setterich in Nordrhein-Westfalen. Von der Burg existiert nur noch das um 1640 errichtete Torhaus. Die Burg wurde 1843 abgerissen, die restlichen Gebäude und Stallungen im Laufe der Zeit verändert und für den Bau eines Pflegeheims abgerissen.

Schnelle Fakten
Burg Setterich
Torbau der Burg Setterich

Torbau der Burg Setterich

Staat Deutschland
Ort Baesweiler-Setterich
Entstehungszeit 10. bis 12. Jahrhundert
Burgentyp Niederungsburg
Erhaltungszustand Torhaus
Bauweise Sandstein, Ziegel
Geographische Lage 50° 55′ N,  12′ O
Burg Setterich (Nordrhein-Westfalen)
Burg Setterich (Nordrhein-Westfalen)
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Geschichte

Grabungsarbeiten im Jahr 1982 zeigen, dass der erste Sandsteinbau der Settericher Burg zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert entstand. Eine Grabenanlage weist auf eine vorher bestehende Motte hin.

Im Jahr 1119 schenkt ein Udo von Mulsforth ein Teil der Settericher Kirche an die Abtei Rolduc. Diesem Udo wird wohl auch die Burg gehört haben. In einer Urkunde aus dem Jahr 1277 zeichnet Ritter Wilhelm von Frenz (1278–1303) als Herr zu Stolberg und Setterich. Die Tochter Hadewegis von Frenz brachte die Herrschaft an ihre Ehemänner Ritter Johann von Gymnich (bis 1319) und Ritter Arnold von Randerath (bis 1330). Da beide Ehen Kinderlos blieben, viel Burg und Dorf Setterich an Verwandte aus der Linie von Frenz. Ritter Johann von Lovenberg (eine Seitenlinie der von Frenz) ist bis 1384 Herr von Setterich. Mit Elisabeth von Pallandt hatte er (wahrscheinlich) drei Töchter. Nesa (Agnes) von Setterich wird die Erbin und bringt Setterich an ihren Ehemann Cuno von Reuschenberg (1350–1401). Als zweitgeborener Sohn bringt Cuno von Reuschenberg nicht viel in die Ehe mit. Durch den frühen Tod seines Bruders erbt er dann aber Burg Reuschenberg. Aus Setterich heraus bilden sich starke Seitenlinien der Familie von Reuschenberg.

Der frühe Sandsteinbau der Burg wurde bei einer Brandkatastrophe zerstört und durch einen größeren Bau aus Feldbrandziegeln ersetzt. Die Vermutung liegt auf eine Verbindung mit der Jülicher Fehde im Jahr 1542. Da aber das Portal mit einem Heiratswappen (Johann von Reuschenberg 1481–1510 und Maria von Grein zu Overbach 1470) geschmückt gewesen sein soll, welches später die Einfahrt des Gutshofs „Neue Burg“ zierte, muss dies etwa 1500 gewesen sein.

Bis 1745 (361 Jahre) blieb die Burg im Besitz der Familie von Reuschenberg zu Setterich, wobei der Freiherr Jodocus Edmundus von Reuschenberg zu Setterich (1622–1685) sich um 1658 ein Domizil auf dem Antoniushof in der Aachener Heide suchte. Durch Heirat der Maria Theresia Freiin von Reuschenberg mit Baron Johann Max Franz von Coudenhove zu Fraiture wechselt die Burg und die Unterherrschaft Setterich in eine neue Besitzerfamilie. Der Enkel Graf Franz Carl Maria Ludwig von Coudenhove verlor mit der französischen Besetzung der Rheinlande die Herrschaft Setterich und auch einiges an Besitz. 1813 verkauft er seinen restlichen Besitz für 130000 Gulden und verlässt das Rheinland und zieht in die Habsburgermonarchie, wo sich Karrieren im Staats- und Militärdienst eröffneten. Die Käufer sind nicht bekannt.

Recherchen in Katasterunterlagen, geben ein Bild der Besitzverteilung in Setterich ab. Allerdings erst ab dem Jahr 1823, wo ein Baron de Stockhem aus Lüttich etwa 30 % des Settericher Grundes besitzt. Darunter fallen auch die Burg und der Wirtschaftshof der Burg. 1843 verkauft Baron Francois-Joseph von Stockhem Burg und Land in Setterich. Die Wasserburg kauft Jakob Timmermanns. Dieser lässt das Burggebäude im folgenden Jahr Abreißen und verkauft das Abbruchmaterial per Zeitungsannonce. Die Wirtschaftsgebäude und den größten Anteil des Landes kaufen die Geschwister Harst.

Bereits auf einer Landkarte aus dem 16. Jahrhundert wird die Burg Setterich mit aufgezeichnet.[1] Allerdings wird der Adelssitz erst im Codex Welser um 1723 in Form einer Skizze dargestellt. Heute ist auf dem Burggelände, mit Annäherung an die Gebäude des ehemaligen Gutshofs, ein Pflegeheim eingerichtet.

Literatur

Einzelnachweise

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