Burg der 1000 Spiegel
Kinderspiel
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Burg der 1000 Spiegel ist ein Kinderspiel des deutschen Spieleautorenpaares Inka und Markus Brand, das 2009 bei Kosmos Spiele erschien. Das Spiel wurde 2009 mit dem Deutschen Kinderspielepreis und dem Österreichischen Spielepreis als „Spiele Hit für Kinder“ ausgezeichnet.
| Burg der 1000 Spiegel | |
|---|---|
| Daten zum Spiel | |
| Autor | Inka und Markus Brand |
| Grafik | Michael Menzel |
| Verlag | Kosmos Spiele |
| Erscheinungsjahr | 2009 |
| Art | Kinderspiel |
| Spieler | 2 bis 4 |
| Dauer | |
| Alter | ab 6 Jahren |
| Auszeichnungen | |
| |
Thema und Ausstattung
Bei Burg der 1000 Spiegel helfen die Mitspieler dem kleinen Vampir Victor, in einer großen Vampirburg verschiedene Gegenstände und Figuren wiederzufinden. Dazu blicken sie durch ein offenes Fenster in die Burg und nutzen verstellbare Spiegel, um verborgene Motive sichtbar zu machen. Wer Victor erfolgreich hilft oder richtig einschätzt, ob ein Mitspieler das gesuchte Motiv finden wird, erhält blaue Vampirdrops. Ziel des Spiels ist es, als erster Spieler eine von der Spielerzahl abhängige Anzahl an Vampirdrops zu sammeln.[1]
Das Spielmaterial besteht aus:[1]
- einer Spielfigur „Victor“,
- einem Würfel,
- vier Spiegeln,
- acht Tipp-Kärtchen,
- 30 „Vampirdrops“ aus Glas,
- einem beidseitig bedruckten Spielplan mit und ohne Hilfslinien,
- zwölf Burgkarten, davon eine Fensterkarte mit Loch, und
- einer Tür für eine Spielvariante.
Spielweise
Vor der ersten Partie werden die Spielmaterialien aufgebaut und vor jeder Partie wird der Spielplan auf den Einsatz im Schachtelunterteil gedrückt. Die zwölf Burgkarten werden in die Schlitze am Rand des Spielplans gesteckt, wobei die Motive nach innen und die Fensterseiten nach außen zeigen. Anschließend werden vier Spiegel in beliebige der 18 Spiegelschlitze in der Mitte des Spielplans gesteckt und das Schachtelunterteil auf den Schachteldeckel gesetzt, sodass die Burg entsteht. Die Spielfigur Victor wird auf ein gelbes Lauffeld gestellt, die Vampirdrops werden als Vorrat bereitgelegt, und jeder Spieler erhält zwei verdeckte Tipp-Kärtchen.[1]
Gespielt wird beginnend mit einem Startspieler reihum im Uhrzeigersinn. Zu Beginn seines Zuges vertauscht der aktive Spieler die Fensterkarte mit Loch mit einer beliebigen anderen Burgkarte. Dabei dürfen alle Spieler sehen, welches Motiv auf der versetzten Karte abgebildet ist. Die Schachtel darf beim Spiel grundsätzlich nicht gedreht werden.[1] Anschließend würfelt der Spieler und bewegt die Victor-Figur entsprechend dem Würfelergebnis entlang der gelben Lauffelder. Das Feld, auf dem Victor landet, zeigt in einer Gedankenblase das Motiv, das der Spieler nun suchen muss. Zeigt das Feld ein Fragezeichen, nennt der linke Mitspieler eines der Motive aus Victors Gedankenblasen, das nun gesucht wird.[1]
Der aktive Spieler versucht, die Spiegel so umzustecken oder zu drehen, dass das gesuchte Motiv durch das Loch der Fensterkarte sichtbar wird. Er darf bis zu drei Spiegel umstecken oder drehen, muss aber mindestens einen Spiegel verändern. Mindestens ein Spiegel muss dabei in einem der Spiegelschlitze stehen, die in gerader Linie zur Fensterkarte liegen; das gesuchte Motiv muss also über mindestens einen Spiegel sichtbar gemacht werden.[1] Nachdem der aktive Spieler seine Spiegelpositionen festgelegt hat, bittet er die anderen Spieler um Tipps. Ab der zweiten Spielrunde geben die Mitspieler verdeckt mit ihren Tipp-Kärtchen an, ob sie glauben, dass der aktive Spieler das gesuchte Motiv finden wird oder nicht. Erst wenn alle getippt haben, werden die ausgewählten Tipp-Kärtchen aufgedeckt.[1] Danach schaut der aktive Spieler durch das Loch der Fensterkarte in die Burg. Sieht er das gesuchte Motiv, erhält er einen Vampirdrop aus dem Vorrat. Anschließend zieht er die Burgkarte heraus, von der er glaubt, dass er sie im Spiegel gesehen hat. Zeigt diese Karte tatsächlich das gesuchte Motiv, erhält er einen weiteren Vampirdrop. Sieht der Spieler das gesuchte Motiv nicht, nennt er das tatsächlich gesehene Motiv. Bei Knoblauch muss er einen bereits erhaltenen Vampirdrop zurückgeben, sofern er einen besitzt. Danach erhalten alle Mitspieler, die richtig getippt haben, ebenfalls einen Vampirdrop.[1]
Das Spiel endet, wenn ein Spieler die für die Spielerzahl festgelegte Zahl an Vampirdrops gesammelt hat. Bei vier Spielern endet die Partie bei acht Vampirdrops, bei drei Spielern bei zehn und bei zwei Spielern bei zwölf Vampirdrops. Für ein längeres Spiel zu zweit kann vereinbart werden, bis zu 15 Vampirdrops zu spielen. Der Spieler, der die Zielzahl erreicht, gewinnt, bei Gleichstand gibt es mehrere Sieger.[1]
Varianten
Für eine schwierigere Partie kann die Spielplanseite ohne eingezeichnete Lichtstrahlen verwendet werden. Zusätzlich können die Burgkarten zu Beginn verdeckt oder durch eine nicht mitspielende Person in den Spielplan gesteckt werden, sodass sich die Spieler die Positionen der Motive nicht merken können.[1]
In einer weiteren Variante wird die Tür als Hindernis verwendet. Der linke Mitspieler des aktiven Spielers darf die Tür nach dem Bewegen Victors, aber vor dem Umstecken der Spiegel in einen freien Spiegelschlitz stecken. Der aktive Spieler darf danach weiterhin höchstens drei Veränderungen vornehmen, muss nun aber berücksichtigen, dass die Tür den Blick auf das gesuchte Motiv versperren kann.[1]
Für besonders erfahrene Spieler kann außerdem vereinbart werden, dass das Schachtelteil mit dem Spielplan beim Umstecken der Fensterkarte oder beim Blick in die Burg gedreht werden darf. Dadurch wird es schwieriger, sich die Positionen der Motive zu merken.[1]
Entwicklung und Rezeption

Burg der 1000 Spiegel wurde von dem deutschen Spieleautorenpaar Inka und Markus Brand entwickelt, die Illustrationen stammen von Michael Menzel. Das Spiel erschien 2009 bei Kosmos Spiele. Im gleichen Jahr erschien eine Version auf Französisch bei IELLO, 2010 folgten Versionen auf Englisch sowie in den skandinavischen Sprachen.[2]
Im Jahr 2009 gewann Burg der 1000 Spiegel den Deutschen Kinderspielepreis.[3] Zudem wurde das Spiel von der Wiener Spiele Akademie als „Spiele Hit für Kinder“ ausgezeichnet.[4] Im selben Jahr wurde es in die Auswahl „TOP 10 Spielzeug“ aufgenommen; dort wurde besonders die originelle Spiegel-Spielidee und der spielerische Zugang zu optischen Phänomenen hervorgehoben.[5] Die Illustrationen von Michael Menzel wurden 2009 für den Graf Ludo in der Kategorie Kinderspielgrafik nominiert.[6]
In einer Rezension bei Cliquenabend wurde Burg der 1000 Spiegel mit 6 von 10 Punkten bewertet und als „reizvoll“ eingeordnet. Die Rezensenten beschrieben das Spiel als Verbindung aus Merkspiel und Spiegel-Logik: Wer sich die Lage der Motive nicht merken könne, habe bereits früh im Zug ein Problem; anschließend müsse zusätzlich verstanden werden, wie die Spiegel richtig zu setzen seien. Positiv hervorgehoben wurden die Illustrationen von Michael Menzel, das robuste Material, die gut passenden Karten in den Schlitzen und die verständliche Anleitung, die am Ende auch den Effekt der Spiegelung erkläre. Kritisch sahen die Rezensenten vor allem die Altersangabe ab sechs Jahren, da viele Kinder in diesem Alter mit dem notwendigen „um die Ecke denken“ und dem Versetzen der Spiegel überfordert seien. Der Spielspaß hänge daher stark vom einzelnen Kind ab; für ältere Kinder könne das Vampirthema dagegen weniger reizvoll wirken, während Erwachsene zwar die Spiegelung verstünden, sich aber schwerer mit dem Merkaspekt täten.[7]
Bei Andreas Keirat erhielt Burg der 1000 Spiegel „gute 4 Punkte“. Die Rezension hob das Spiel als innovativ und schön gestaltet hervor; zugleich wurde angemerkt, dass sich die Langzeitmotivation bei Eltern eher in Grenzen halte, Kinder das Spiel dagegen sehr mögen.[8] Harald Schrapers berichtete im Kinderspiele-Blog, dass auf der Spielwarenmesse viele Beobachter vom Spiegeleffekt begeistert gewesen seien und spontan eine Auszeichnung als Kinderspiel des Jahres erwartet hätten.[9]