Burgfischerei

historischer Wohnplatz in Brandenburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Burgfischerei war ein historischer Wohnplatz im Bereich des heutigen Ortsteils Bergholz-Rehbrücke der Gemeinde Nuthetal[1] im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.

Lage

Der Wohnplatz lag östlich von Bergholz-Rehbrücke unmittelbar an der Nuthe. Er ist von Bergholz-Rehbrücke aus über den Eichhörnchenweg erreichbar.

Geschichte

Das Gelände umfasst eine ehemalige Burganlage mit einem Durchmesser von mindestens 50 Metern, wie archäologische Befunde belegen. Bereits im 18. Jahrhundert entstand bei diesem Burgwall ein Etablissement, das in zeitgenössischen Messtischblättern überliefert ist. Der Flurname verweist auf die enge Verbindung zwischen Burgstelle und fischereilichem Betrieb an der Nuthe. Die älteste überlieferte Erwähnung erfolgte 1228, als ein Ort super aquam nute sitam, prope novum castrom (über dem Wasser der Nuthe, nahe der neuen Burg) genannt wird. Weitere Nennungen datieren aus den Jahren 1422 (an der Nuten bis an die neue Borch) sowie 1682, als der Burgwall und der Burgwallweg verzeichnet sind. Im 19. Jahrhundert erscheinen die Formen Fischerhaus oder die Burg, später Burgfischerhaus, einst Neuburg beziehungsweise Neuburg.

Kirchlich und grundherrlich befand er sich zunächst im Besitz des Amtes Saarmund, spätestens seit dem frühen 19. Jahrhundert im Amt Potsdam. Historische Vermerke nennen 1228 die Neue Burg, 1359 das Schloss Neuhaus im Pfandbesitz des Ritters Falke, 1756 einen Polierer an der Nadelmühle bei der Burg sowie 1801 eine Wassermühle mit einer Feuerstelle. Ab 1803 bestand eine Amtsfischerei, 1837 ein Fischereietablissement an der Nuthe und 1858 ein Wohnhaus mit einem Wirtschaftsgebäude. Um 1900 wurde die Burgfischerei unter dem Ort Bergholz geführt. Die Burgfischerei wurde vollständig in den Ort Bergholz eingegliedert. Bevölkerungszahlen sind für verschiedene Jahre überliefert, darunter 1801 drei Einwohner, 1858 sechs, 1885 ein Anstieg auf 31, 1895 ein Absinken auf 19, 1905 ein Anstieg auf 24 sowie 1925 mittlerweile 70 Personen.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 68)

Einzelnachweise

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