Burghagen (Adelsgeschlecht)
Adelsgeschlecht
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Burghagen ist der Name eines erloschenen brandenburgischen Adelsgeschlechts.

Geschichte
Stammgut war Burghagen in der Prignitz, wo das Geschlecht 1321 mit Ritter Heyno Burchhagen zuerst urkundlich genannt wurde.[1] Bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts[2] bzw. des 17. Jahrhunderts trat die Familie häufig urkundlich in Erscheinung.[3] Gutsbesitz bestand in der Prignitz, etwa zu Gottschau und Ponitz bis ins 19. Jahrhundert. Über das Gut Kleinau (auch Kleinow) ist lediglich bekanntgeworden, dass von diesem Gut Erdmann Christoph von Burghagen und Achatz (Achaz Mathias) von Burghagen stammen[4] und beide dem Landesherrn im Roßdienst ein Pferd stellen mussten.[5]
Um 1750 war die Familie auch in Preußen zu Dalwehnen, Quanditten und Taplacken, sämtlich im Kreis Fischhausen, begütert.[6] Achatz Christoph Hartwig von Burghagen, verheiratet mit Friederike Wilhelmine Amalie geb. von Zenner, kaufte 1785 das Gut Pumptow im pommerschen Kreis Pyritz und löste auch vorhandene Rechte von Georg Wilhelm von Güntersberg († 1799) daran ab.
Dessen 1774 in Königsberg in der Neumark geborener Sohn, der Dragoner-Offizier Heinrich (Heinrich Wilhelm August) von Burghagen,[7] legte 1831 südöstlich von Gut Pumptow ein neues Vorwerk an, das nach seinem Familiennamen den Ortsnamen Burghagen erhielt. Da letzterer keine Kinder hinterließ, setzte er 1826 in seinem Testament seinen Neffen Heinrich August von Wedel als Erben ein.[8] Als Erbe seines 1832 verstorbenen Onkels (Bruders seiner Mutter) erhielt Heinrich August von Wedel 1832 von König Friedrich Wilhelm III. von Preußen die Erlaubnis zu Vereinigung von Namen und Wappen mit dem derer von Burghagen,[9] mit der Namensfügung von Wedell-Burghagen;[10] ähnlich wie von Wedell-Parlow. Major a. D. Heinrich von Burghagen bekam die Erlaubnis, obwohl er sich noch im Vorjahr 1831 mit einer Gesamtbeschwerde, wegen mehrerer einzelner Klagen wider der Preußischen Regierung, an die Deutsche Bundesversammlung richtete, so zunächst aktenkundig wurde und vor allem für öffentliches Aufsehen sorgte. Sämtliche Gesandtschaften der Bundesversammlung fanden sich nicht berufen, nicht zuständig.[11]
Ihren Ausgang im Mannesstamm hat die Familie jedoch erst 1834 mit Friedrich Karl Ludwig von Burghagen (1791–1834), preußischem Major, zuletzt im 7. Dragonerregiment, der sich auch als Militärschriftsteller betätigte, gefunden. Henriette von Wedel geb. von Burghagen-Pumptow lebte bis 1835.[12]
In der Dorfkirche Burghagen ist um 1890 ein buntes Wappen für Caspar von Burghagen und seine Frau Hedwig von Rohr nachgewiesen.[13]
Wappen

Das Wappen ist von Rot und Silber schrägrechts geteilt und zeigt oben 10 goldene Kugeln (oder Byzantiner) zu 4, 3, 2, 1 gestellt. Auf dem Helm mit links rot-silbernen und rechts gold-roten Decken fünf schwarze Hahnenfedern.[14] Die Byzantiner dienten hier heraldisch nach Mülverstedt als frühe Andeutung zur Unterscheidung von Metall und Farbe.[15]
Angehörige
- Daniel Albrecht von Burghagen (1688–1742), preußischer Major u. Kommandeur eines Grenadierbataillons
- Wilhelm Albrecht von Burghagen (1739–1799), preußischer Generalmajor u. Chef eines Infanterieregiments
- Friedrich Karl Ludwig von Burghagen (1791–1834), preußischer Major, Militärschriftsteller[16]
Literatur
- Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 2, Friedrich Voigt, Leipzig 1860, S. 160.
- George Adalbert von Mülverstedt, u. a.: J. Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch. Bauer und Raspe Emil Küster, Nürnberg:
- Bd. 3, 2. Abt., Bd. 1, T. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute M - Z, Nürnberg 1878, S. 437.;
- Bd. 2: Der blühende Adel des Königreichs Preußen: Edelleute. Nachträge und Verbesserungen, 1906, S. 180.;
- Bd. 6, 5. Abt.: Der abgestorbene Adel der Provinz und Mark Brandenburg, 1880, S. 16; 9. Abt.: Ausgestorbener preußischer Adel, Provinz Pommern, 1894, S. 14, Tfl. 9.;
- Bd. 7, 3. Abt., a: Ausgestorbener Preußischer Adel, Provinzen Ost- und Westpreussen. Supplement, 1900, S. 8.; b: Abgestorbener Preußischer Adel, Provinz Brandenburg. Supplement, 1900, S. 5.