Burkhardt Leitner

deutscher Designer From Wikipedia, the free encyclopedia

Burkhardt Leitner (* 19. Februar 1943 in Strelno; † 4. Mai 2025[1]) war ein deutscher Designer von Messe- und Ausstellungssystemen. Er war Inhaber der Firma Burkhardt Leitner constructiv.[2]

Burkhardt Leitner, 2017

Leben und Wirken

Geboren wurde Leitner auf der Flucht. Die Familie stammte aus Königsberg und floh während der Kriegswirren Richtung Westen. Geboren wurde der jüngste von vier Geschwistern auf der Flucht in Strelno im Wartheland. Die Familie siedelte zunächst bei Güstrow, wo der Vater das Landwirtschaftliche Gut Steinhagen bewirtschaftete. Dort besuchte Leitner die Grundschule. 1955 floh die Familie dann in die Bundesrepublik Deutschland.

In Esslingen am Neckar machte er einen Hauptschulabschluss in der Silcherschule. Anschließend ging Leitner in die Lehre zum Schaufensterdekorateur (Schauwerbegestalter) bei dem Herrenausstatter Knagge & Peitz in Stuttgart.

Am 1. März 1963 meldete Leitner in Stuttgart seine erste Firma an, Burkhardt Leitner Werbegestaltung. 1966 entwickelte er das erste Knoten-Platten-System „Leitner 1“. 1967 erfolgte die Gründung der Leitner Ausstellungsysteme GmbH. Es folgte die Entwicklung von mehreren modularen Ausstellungssystemen. 1980 wurden die Systeme „Leitner 1“, „Leitner 4“, „Leitner 14“ sowie „non art“ in das Museum die Neue Sammlung, das weltweit erste Designmuseum, aufgenommen. Er verließ 1989 die von ihm gegründete Firma Leitner Ausstellungsysteme GmbH. Zwei Jahre später gründete er das Unternehmen Burkhardt Leitner constructiv (1993–2015).

Seit 2016 wird das Unternehmen unter dem neuen Namen burkhardt leitner modular spaces[3] mit neuen Inhabern weitergeführt.

System „Leitner 50“; im Hintergrund Burkhardt Leitner
(Foto: Dietmar Henneka)

2015 zog sich Burkhardt Leitner ins Privatleben zurück.

Ausstellungssysteme von Burkhardt Leitner

Zwischen 1966 und 1989 entwickelte Burkhardt Leitner u. a. die Ausstellungssysteme: „Leitner 1“, „Leitner 4“, „Leitner 6“, „Leitner 10“, „Leitner 14“ (entwickelt für Festo), „Leitner 15“, „Leitner 30“ (entwickelt für AEG) und „Leitner 50“.

Zwischen 1993 und 2013 folgten die Systeme: „primus“, „pila“, „max“, „sixo“, „junior“, „pila petit“, „clic“[4], „pon“, „pila IV“ und zuletzt „otto“ (Office-System). Die Rechte am Design von „otto“ wurden 2019 von Christof Zimmermann, Geschäftsführer der ICON GmbH Messebau aus Karlsruhe erworben. Das Architektursystem wird dort seither unter den Marken-Namen 84expo, 84office, 84care, sowie 84fun diversifiziert, vertrieben und entsprechend weiterentwickelt.

Ausstellungen

Ausstellungseinsätze von Leitner-Systemen:

Persönlich gewidmete Ausstellungen:

  • „thank you burkhardt, Burkhardt Leitner's 50 years in design“[8] war der Titel der persönlichen und umfangreichen Hommage von Akin Nalça, Geschäftsführer von burkhardt leitner modular spaces. Mit dieser Ausstellung im Rahmen der Reihe „Einsichten“ würdigte das Design Center Baden-Württemberg das Lebenswerk des Designers.

Engagement und Projekte (Auswahl)

„Ausstellung im Kabinett“ (1998–2002)

„Ausstellung im Kabinett“ war eine Non-Profit-Galerie im Stuttgarter Bohnenviertel. Der eher private Charakter eines „Kabinetts“ sollte das Anliegen unterstreichen, Kunst in persönlich geprägter Atmosphäre öffentlich zu machen. Das Kabinett verstand sich als Forum für die Begegnung von Kunstinteressierten und Fachpublikum, Künstlern und Galeristen, Kunstkritik und Kulturinstitutionen. Jede Ausstellung war auf wenige Quadratmeter und auf drei Wochenenden begrenzt.

Als reine Non-Profit-Galerie, die keinerlei kommerzielle Interessen verfolgte, unterstützten Leitner und seine Frau vornehmlich junge oder auf dem Kunstmarkt noch wenig erfahrene Künstler, um ihnen den Eintritt in den Kulturbetrieb zu erleichtern und weiterführende Kontakte zu ermöglichen. Aber auch Künstler, die in Vergessenheit gerieten, oder überraschende Werke bekannter Künstler, die der Öffentlichkeit noch unbekannt waren, wurden ausgestellt.

„non art“ (1971–2017)

„non art“ wurde als neues Medium konzipiert, um die Corporate Identity von Leitners Unternehmen zu transportieren. Als solches wurde es 1982 in Die Neue Sammlung staatlicher Museen für angewandte Kunst in München aufgenommen und 1999 für höchste Designqualität mit dem Deutschen Preis für Kommunikationsdesign ausgezeichnet. „non art“ wollte ein neuartiges Kommunikationsmittel sein, um die Unternehmensphilosophie handgreiflich vor Augen zu führen: den Willen zu purer Ästhetik im Messe- und Ausstellungsdesign sichtbar und die Materialsorgfalt spürbar zu machen. Die „non art“-Objekte sind aus Modulen aufgebaut. Es ist im Grunde die im Kleinen verdichtete Idee seiner Ausstellungssysteme – das modulare Bauprinzip mit seinen unendlichen Variationen. „non art“ (1971–2000) erschien als Buch bei avedition.[9]

Auszeichnungen

Zwischen 1963 und 2014 gewannen die von Burkhardt Leitner und seinem Team entwickelten Ausstellungssysteme „Leitner 47“ nationale und internationale Design Auszeichnungen, darunter

Mitgliedschaften

Literatur

  • Burkhardt Leitner. In: Hans Wichmann: Industrial Design, Unikate, Serienerzeugnisse. Die Neue Sammlung, ein neuer Museumstyp des 20. Jahrhunderts. Neue Sammlung, Staatliches Museum für Angewandte Kunst, Prestel Verlag, München 1985, S. 504. ISBN 978-3-7913-0684-1.
  • Walter Hönscheidt: über Burkhardt Leitner. In: form – Zeitschrift für Gestaltung, Nr. 149, Verlag form, Frankfurt am Main 1995.
  • Firmenportrait: Burkhardt Leitner Constructive. In: Arch+, Nr. 146 „Die Debatte“, April 1999, S. 103 ff.
  • Burkhardt Leitner. In: Marion Godau: Design Directory Germany. Pavilion, 2000, S. 235.
  • Ulrich Fleischmann (Hrsg.): Burkhardt Leitner – non art, 1971–2000. Av edition, Ludwigsburg 2000. ISBN 978-3-929638-39-4.
  • Ulrich Fleischmann: Constructiv CLIC from Burkhardt Leitner constructiv. Verlag form, Frankfurt am Main 2001. ISBN 978-3-7643-6788-6.
  • Ulrich Fleischmann (Hrsg.): Burkhardt Leitner - System Designer. Festschrift zum 70. Geburtstag, zu 50 Jahren Selbständigkeit und 20 Jahren Burkhardt Leitner constructiv. Av edition, Ludwigsburg 2013, ISBN 978-3-89986-182-2.
  • Burkhardt Leitner Constructiv GmbH (Hrsg.): Temporary architecture: Burkhardt Leitner - global network. Av edition, Ludwigsburg 2011, ISBN 978-3-89986-147-1.

Einzelnachweise

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