Burning Wick

Musikalbum des Satoko Fujii Quartet From Wikipedia, the free encyclopedia

Burning Wick ist ein Musikalbum des Satoko Fujii Quartet. Die am 2. September 2025 in den Orpheus Recording Studios, Tokyo, entstandenen Aufnahmen erschienen am 21. November 2025 auf dem Label Libra.

Veröffent-
lichung

21. November 2025

Aufnahme

2. September 2025

Label(s)

Libra

Format(e)

CD, Download

Schnelle Fakten Studioalbum von Satoko Fujii Quartet, Veröffent-lichung ...
Burning Wick
Studioalbum von Satoko Fujii Quartet

Veröffent-
lichung

21. November 2025

Aufnahme

2. September 2025

Label(s)

Libra

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

7

Länge

59:41

Besetzung

Produktion

Natsuki Tamura

Studio(s)

Orpheus Recording Studios, Tokyo

Chronologie
Satoko Fujii, This Is It!: Message
(2025)
Burning Wick
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Hintergrund

Das Repertoire der japanischen Pianistin Satoko Fujii umfasst Solo-Auftritte am Klavier, Duo-Alben – darunter mehrere mit ihrem Ehemann, dem Trompeter Natsuki Tamura –, weiterhin Trios, Quartette und größere Ensembles. Mit ihrem Satoko Fujii Quartet, das bereits zwischen 2001 und 2007 fünf Alben veröffentlichte, legte sie 2024 Dog Days of Summer (Libra) vor, dem Burning Wick folgte, wiederum eingespielt mit Tamura, dem Bassisten Hayakawa Takeharu und dem Schlagzeuger Tatsuya Yoshida.

Titelliste

  • Satoko Fujii Quartet: Burning Wick (Libra Records 204-082)[1]
  1. Solar Orbit 12:55
  2. Rain in the Wee Small Hours 9:03
  3. Walking through the Border Town 12:01
  4. Neverending Summer 9:25
  5. Mountain Gnome 7:55
  6. Three Days Later 10:02
  7. Burning Wick 10:00

Die Kompositionen stammen von Satoko Fujii.

Rezeption

Nach Ansicht von Dan McClenaghan, der das Album in All About Jazz rezensierte, würde sich Burning Wick klanglich weitläufiger als seine Vorgängeralben präsentieren und der Band mehr Raum für Nuancen und ein komplexes Zusammenspiel bieten. Gleichzeitig gebe es mehr Raum für Kontemplation; die Musik sei deutlich weniger aufdringlich, sondern lade vielmehr zum Innehalten und Zuhören ein – ein Hörerlebnis, das man von Anfang bis Ende mit einer völlig neuen Musikerfahrung genießen kann. Dennoch würde es immer wieder Momente von orkanartiger Wucht geben. Tamura klinge in seinem Spiel fast schon mainstreamig; der Trompeter würde mit einem reinen und eleganten Ton spielen und seinen Teil der Fanfare allein vortragen. E-Bassist Hayakawa Takeharu verleihe dem Sound ein beträchtliches Gewicht, und Schlagzeuger Tatsuya Yoshida klinge oft „wie ein halbes Dutzend Arbeiter, die versuchen, die roten Dachziegel wieder auf das Dach zu hämmern“. Burning Wick sei weniger vordergründig katastrophal wie die Vorgängeralben, biete aber mehr differenzierte Momente, komplexere Schönheit und Nuancen. Fujii selbst präsentiere hier Momente von wunderschöner, klassisch inspirierter Schönheit. Und es gebe mehr Raum für alle, ein Raum, der geschickt gestaltet ist, ohne dass die Gruppendynamik darunter leide.[2]

Fujii zuzuhören ist weniger eine Wertung als vielmehr ein Eintauchen in ihre Musik, schrieb Thierry de Clemensat (Paris Move). „Sie will weder gemocht noch abgelehnt werden; sie will gefühlt werden.“ Klassisch komponiert und doch tief in der improvisatorischen Freiheit des Jazz verwurzelt, würde sie sich in jenem seltenen Raum bewegen, in dem Form und Freiheit in perfekter Spannung koexistieren. Manchmal wirke ihr Werk näher an zeitgenössischer Klassik als an dem, was man in einem Jazzclub finde. Man könnte sogar sagen, sie habe die emotionalen und harmonischen Grenzen erweitert, die Komponisten wie Olivier Messiaen einst erforschten, jedoch mit einer Unmittelbarkeit und Unmittelbarkeit, die ganz und gar dem 21. Jahrhundert angehören.[3]

Ihr enormes Arbeitstempo sei „keine Gewohnheit, sondern eine Notwendigkeit: ein Drang, das Chaos des Daseins in Klang zu übersetzen“, so de Clemensat weiter. In diesem Sinne fungiere sie beinahe als „Chronistin der Seele“, die die Brüche und Ängste einer Welt im Wandel festhalte. Ihre Werke würden von der Gegenwart zeugen, nicht als Kommentar, sondern als Schwingung, als lebendiger, hörbarer Beweis der Erfahrung selbst. Burning Wick würde diese Tradition fortsetzen. Sie zeuge von dem tiefen Vertrauen, das sie zu ihrem Ensemble pflegt – einer Gruppe, die sich von Projekt zu Projekt kaum verändert und doch immer wieder neue Wege der gemeinsamen Ausdrucksweise finde. Solche Kontinuität sei in der heutigen Musiklandschaft selten. Vielleicht spiegle Fujiis gegenwärtiger kreativer Höhepunkt die Turbulenzen unserer Zeit wider. In ihren jüngsten Kompositionen spüre man eine unterbewusste Befreiung, die Bereitschaft, Ordnung zugunsten der Wahrheit loszulassen. „Aus dieser Befreiung erwächst etwas Seltenes und Beständiges: die Schönheit zeitloser Kunst. Dafür und für den unermüdlichen Mut, der sie antreibt, können wir dieser bemerkenswerten Künstlerin nur danken, die uns immer wieder daran erinnert, dass Klang selbst eine Form von Leben ist.“[3]

Einzelnachweise

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