Burtelbach

etwa 3 km langer, östlicher und linker Zufluss der Oberen Bära im baden-württembergischen Zollernalbkreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Burtelbach ist ein etwa 3 km langer, östlicher und linker Zufluss der Oberen Bära im baden-württembergischen Zollernalbkreis.

Schnelle Fakten
Burtelbach
Burtelbach in Unterdigisheim kurz vor seiner Mündung in die Obere Bära

Burtelbach in Unterdigisheim kurz vor seiner Mündung in die Obere Bära

Daten
Gewässerkennzahl DE: 111624
Lage Schwäbische Alb

Baden-Württemberg

Flusssystem Donau
Abfluss über Obere Bära Donau Schwarzes Meer
Ursprung Burtelbachquelle südlich Hossingen
48° 11′ 0″ N,  55′ 13″ O
Quellhöhe ca. 812 m ü. NHN[LUBW 1]
Mündung in Unterdigisheim von links in die Bära
48° 9′ 50″ N,  54′ 31″ O
Mündungshöhe ca. 749 m ü. NHN[LUBW 1]
Höhenunterschied ca. 63 m
Sohlgefälle ca. 22 
Länge 2,9 km[LUBW 2]
Einzugsgebiet 12,714 km²[LUBW 3]
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Weitere Informationen Obere Bära ...
Zuläufe und Bauwerke
Burtelbach
Legende
K 7147
K 7147
Bach von der Leuzenhalde
K 7147
K 7147
Beurontalbach
Unterdigisheim
Unterdigisheim
Lochbrunnenstraße
Lochbrunnenstraße
Burtelstraße
Brückenstraße
Brückenstraße
Dorfplatz
Dorfplatz
Obere Bära
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Geographie

Verlauf

Der Burtelbach entspringt unterhalb der Burgruine Hossingen auf einer Höhe von 812,3 m ü. NHN.

Er fließt von dort, begleitet von der Kreisstraße 7147, zunächst südwärts, nach der Hälfte des Laufes im Bogen nach Südwesten in Richtung des Meßstettener Stadtteils Unterdigisheim, wo er in der Ortsmitte auf einer Höhe von 748,2 m ü. NHN von links und Osten in die Obere Bära mündet.

Der 2,9 km lange Lauf des Burtelbachs endet etwa 63 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von etwa 22 ‰.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet ist rund 12,7 km² groß, gehört naturräumlich gesehen zur Hohen Schwabenalb und grenzt im Norden an den Nachbarnaturraum Südwestliches Albvorland um die Austrittsbucht der Eyach aus der Alb.[1] Sein höchster Punkt liegt im Nordosten auf dem Weichenwang auf 988 m ü. NHN.[LUBW 4]

Es grenzt im Norden an das Einzugsgebiet des Neckarzuflusses Eyach. Dieser Abschnitt ist also Teil der Europäischen Hauptwasserscheide zwischen Donau und Schwarzem Meer diesseits und Rhein und Nordsee jenseits. Im Osten grenzen zwei gewässerarme Einzugsgebiete von Trockentalsystemen auf der Hochfläche der Alb an, die südostwärts zur oberen Donau ziehen, im Westen ist die Obere Bära selbst das nächste Fließgewässer.

Es stehen der Mittlere Oberjura und die Oxfordschichten des Oberjuras an.[2]

Zuflüsse

Im Gewann Burtelwiesen mündet von links und Osten ein namenloser Bach, der an der Leuzenfelder Halde entspringt. Am Ortseingang von Unterdigisheim mündet der Beurontalbach von links und Süden.

Historische Nutzung

Eisproduktion

Vor der Erfindung der Kühlschränke gewannen die Hossinger Bierbrauer Eis, welches in Kellern eingelagert wurde.

Brauchwasser zur Ausrüstung von Textilien

Einzelne Quellen sind gefasst und werden in einem Rohr unter der Kreisstraße hindurch zu einer Ubootpumpe in einen unterirdischen Bunker (48° 10′ 47,08″ N,  55′ 12,88″ O) geleitet. Von dort aus wurde das Wasser in die mittlerweile stillgelegten Hossinger und Meßstetter Färbereien gepumpt; heute Heubergpassage. Das Pumpenhaus konnte erhalten werden.

Trinkwassernotversorgung

Bei einem Bombenangriff auf Nusplingen am 15. Januar 1945 wurde die Wasserversorgung auf dem Heuberg zerstört. Die Menge der Brunnen (in den Orten) reicht nicht aus und so musste auch Wasser vom Burtel (Schreibweise von Ernst Sauter an Aussprache orientiert: Pudel) abgeholt werden. Die Normalverbraucher holten ihr Wasser mit Handleiterwagen und dementsprechenden Gefäßen ab. Die Bauern, die Pferde hatten, holten das Wasser in Fässern und Behältern.[3]

Mühle Unterdigisheim

Einst führte ein Kanal zur Mühle in Unterdigisheim. Die historische Maurermühle Unterdigisheim ist eine wasserkraftbetriebene Getreidemühle, deren Mühlstein bis heute in Betrieb ist.[4][5]

Naturschutz und Schutzgebiete

Der Burtelbach entspringt im Naturpark Obere Donau und im Landschaftsschutzgebiet Großer Heuberg und fließt kurz vor Unterdigisheim auf einem kurzen Abschnitt durch das Naturschutzgebiet Heimberg und damit auch durch das FFH-Gebiet Östlicher Großer Heuberg.[LUBW 5]

Vor Unterdigisheim gibt es eine Biberburg.[6]

Kultur

Nach dem Burtelbach ist eine lokale Sagengestalt Burtale und eine Volksmusikgruppe benannt.[7]

Einzelnachweise

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