Bushra al-Fadil
sudanesischer Schriftsteller und Hochschullehrer für Russisch
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Bushra al-Fadil (arabisch بشرى الفاضل; auch: Bushra Elfadil) ist ein sudanesischer Schriftsteller und ehemaliger Hochschullehrer für Russisch.[1] Er wurde durch die Auszeichnung mit dem Caine Prize for African Writing 2017 für die Kurzgeschichte The Story of the Girl Whose Birds Flew Away bekannt.[2]

Leben
Bushra al-Fadil wurde 1952 im Dorf Araggi im Bundesstaat asch-Schamaliyya geboren.[3] Er studierte in der Sowjetunion und erwarb einen Doktorgrad in russischer Sprache und Literatur.[3] Nach seiner Rückkehr lehrte er an der Universität Khartum Russisch.[3] Anfang der 1990er-Jahre wurde er zusammen mit weiteren Lehrenden und Studierenden nach Protesten gegen das Regime von Umar al-Baschir von der Universität ausgeschlossen.[3] In den Folgejahren lebte und arbeitete er längere Zeit in Saudi-Arabien (Dschidda).[1] Spätestens seit 2022 lebt er in Toronto (Kanada) und ist im kanadischen PEN-Netzwerk Writers in Exile aktiv.[4][5] Im Jahr 2012 gewann er den al-Tayeb-Salih-Kurzgeschichtenpreis (für Above the Bandar Sky).[2]
Wirken
Al-Fadil schreibt vor allem auf Arabisch und veröffentlichte mehrere Kurzgeschichtensammlungen, darunter eine im Jahr 2012 unter dem Titel Above a City’s Sky.[1][2] Einige seiner Texte wurden ins Englische übersetzt und in internationalen Anthologien veröffentlicht, darunter The Book of Khartoum – A City in Short Fiction.[2] Für die Erzählung The Story of the Girl Whose Birds Flew Away, übersetzt von Max Shmookler (mit Unterstützung von Najlaa Osman Eltom), erhielt er 2017 den mit 10.000 £ dotierten Caine Prize; als übersetzter Text wurde das Preisgeld zwischen Autor (7.000 £) und Übersetzer (3.000 £) aufgeteilt.[6][7] Die Jury würdigte die Geschichte als moderne, bildkräftige Erforschung von Freiheit und erzwungenem Exil.[2] Die Auszeichnung wurde am 3. Juli 2017 in der Senate House Library in London (in Partnerschaft mit SOAS) bekanntgegeben.[7] Zeitgenössische Berichte in afrikanischen und sudanesischen Medien hoben überdies die besondere Bedeutung der erstmals prämierten Übersetzung hervor.[8] In Interviews reflektiert al-Fadil über Stil, Übersetzung und seine Arbeitsweise zwischen dem Sudan, Saudi-Arabien und Kanada.[9]