Busverkehr in Rostock
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Zum Busverkehr in Rostock gehören 25 Omnibuslinien, die von der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) betrieben werden. Die Linien bedienen innerhalb der Stadt Rostock 427 Haltestellen und haben eine Gesamtlänge von rund 306 km. Neben der RSAG bedient innerhalb des Verkehrsverbundes Warnow (VVW) auch Rebus Regionalbus Rostock (Rebus) einige Haltestellen in der Stadt und verbindet sie als Regionalbus mit dem Rostocker Landkreis.
Liniennetz der Stadtbusse
In Rostock existieren derzeit 21 reguläre Stadtbuslinien, eine Expressbuslinie, 4 Nachtbuslinien sowie eine Abruf-Taxi-Linie. Mehrere Regionalbuslinien bedienen innerhalb des Stadtgebietes ausgewählte Haltestellen als Verknüpfungspunkte zum Regionalverkehr.
- Kursiv dargestellt: seltener als 30-Minuten-Takt
- Abruf-Linien-Taxi bei Bestellung[1]
- Nachtbuslinien (Fledermaus): Ab Mitternacht im 60-Minuten-Takt[2]
| Linie | Linienweg | Bemerkungen |
|---|---|---|
| 16 | Dierkower Kreuz – Hinrichsdorf – Stuthof | |
| 17 | Hohe Düne Fähre – Markgrafenheide (– Rostocker Heide) | Markgrafenheide – Rostocker Heide: mo–fr nur drei Fahrten, sa nur eine Fahrt als Abruf-Linien-Taxi, sonn- und feiertags zwei Fahrten als Abruf-Linien-Taxi |
| 18 | Dierkower Kreuz – Hinrichsdorf – Markgrafenheide – Hohe Düne Fähre | |
| 19 | Dierkower Kreuz – Hafenbahnweg – Seehafen Fähre – Seehafen Ost – Liebherrstraße (/ – Kraftwerk) | nur mo–fr bis 20 Uhr |
| 22 | Hauptbahnhof Nord |
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| 23 | Hauptbahnhof Nord |
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| 24 | Am Rosengarten – Steintor – Weißes Kreuz – Roggentin, Dorfplatz – Kösterbeck West – Pastow Süd / (– Pastow Nordwest) | Früh- und Spätverkehr sowie sonn- und feiertags nur Brinckmansdorf – Pastow Süd (fährt hier in Tarifzone 7) |
| 25 | Thomas-Morus-Str. – Schutow – Markt Reutershagen – Ostseestadion – Parkstr. |
|
| 26 | Thomas-Müntzer-Platz – Saarplatz – Erich-Schlesinger-Str. – Hauptbahnhof Süd |
|
| 28 | Campus Südstadt – Zoo – Westfriedhof – Groß Schwaßer Weg – Sternwarte – Ostseestadion – Holbeinplatz |
nach 20:30 Uhr nur als Abruf-Linien-Taxi |
| 29 | Campus Südstadt – Neuer Friedhof – Wüsteney | |
| 31 | Sassnitzer Str. – Ostseeallee – Lütten Klein Zentrum – Lütten Klein |
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| 34 | Fischereihafen – Holbeinplatz |
nur mo–fr von 6 bis 17 Uhr |
| 35 | Lütten Klein |
am Wochenende und feiertags nur als Abruf-Linien-Taxi |
| 36 | Mecklenburger Allee – Lichtenhagen |
Warnemünde Strand – Diedrichshagen: nur im Früh- und Spätverkehr |
| 37 | Warnemünde Werft |
kein Spätverkehr |
| 38 | Thomas-Morus-Str. – Evershagen Süd – Lütten Klein |
|
| 39 | Hauptbahnhof Süd |
nur werktags bis 20 Uhr |
| X41 | Lütten Klein Zentrum – Lütten Klein |
Expressbuslinie (alle 30 Minuten) |
| 45 | (Lütten Klein Zentrum –) Lütten Klein |
Lütten Klein |
| 45A | Warnowblick – Fährstraße – Baumschulenweg | Abruf-Linien-Taxi |
| 49 | (Lütten Klein Zentrum –) Lütten Klein |
Lütten Klein |
| F1 | Lütten Klein |
Nachtbuslinie |
| F2 | Lütten Klein |
Nachtbuslinie |
| F3 | Lütten Klein |
Nachtbuslinie |
| F4 | Doberaner Platz – Hauptbahnhof Nord |
Nachtbuslinie
mo–fr als Abruf-Linien-Taxi |
Linien mit einer Nummer höher als 100 sind Regionalbuslinien der Rebus GmbH.
Nachtbuslinien (Fledermaus)
Die RSAG betreibt vier Nachtbuslinien („Fledermauslinien“). Auf dem Linienweg halten sie an ihren eigenen Haltestellen oder nutzen vorhandene Haltestellen. Die Busse fahren von 0 Uhr bis 4 Uhr im 60-Minuten-Takt und am Wochenende ab 4 Uhr im 30-Minuten-Takt. Bei den Nachtbuslinien ist vorn einzusteigen und der Fahrausweis vorzuzeigen. Hier besteht die Möglichkeit – wie bei den Stadtbuslinien ab 21 Uhr – den „Halten-auf-Wunsch“-Service zu nutzen und zwischen den Haltestellen auszusteigen.[2]
Abruf-Linien-Taxi (ALT)
Das Abruf-Linien-Taxi (ALT) fährt in bestimmten Bereichen als Ersatz für den Omnibus. Dieses Taxi muss allerdings telefonisch bestellt werden. Das Taxi fährt zur nächstgelegenen Haltestelle. Der normale VVW-Fahrschein ist hier gültig.[1]
RSAG-Flex (On Demand Service)
Vom 5. Februar 2024 bis Anfang 2025 betrieb die RSAG auch einen Shuttle-Service, genannt RSAG-Flex. Der Service bot für einen Komfortzuschlag in Kombination mit einem VVW-Fahrschein einen bestellbaren Kleinbus. Der Service war nur im Nordosten der Stadt verfügbar und bediente unter anderem die Stadtteile Dierkow, Toitenwinkel, Gehlsdorf, Brinckmansdorf und Nienhagen. Der Unterschied zum Abruf-Linien-Taxi bestand darin, dass der Shuttle nicht auf stationäre Haltestellen angewiesen ist. Dieses Angebot war ein Pilotprojekt und ursprünglich zunächst bis Ende 2024 befristet.[3]
Fahrzeuge
Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) besitzt 91 Omnibusse, davon 32 Solobusse, 54 Gelenkbusse sowie 5 CapaCity Busse[4] und zusätzlich drei Kleinbusse. Dabei wird hauptsächlich auf die Modelle Mercedes-Benz Citaro und MAN Lion’s City gesetzt. Es sind ausschließlich Niederflurfahrzeuge vorhanden.
Bei den Bussen setzt die RSAG auf 3 bis 4 Türen, dabei ist bei den Solobussen an der 2. und bei den Gelenkbussen an der 2. und 3. Tür eine klappbare Rollstuhlrampe vorhanden. An jedem Türraum ist ein Entwerter vorhanden. Neben jeder Tür ist ein Taster angebracht, der Ein- und Ausstieg erfolgt vor 20 Uhr durch jede Tür. Nach 20 Uhr erfolgt der Einstieg beim Fahrer.
Tagsüber werden Fahrkarten weder beim Fahrer vorgezeigt noch gekauft, in jedem RSAG-Bus gibt es an der 2. Tür einen Fahrkartenautomaten.
In den neueren Bussen sind TFT-Monitore sowie USB-Ladeanschlüsse verbaut. Der Boden ist in Laminatoptik gehalten und die Sitze sind mit blauem Stoff überzogen.[5]
In den Fahrzeugen können Rollstühle, Kinderwagen und Fahrräder mitgenommen werden.
Die RSAG-Busse tragen die Nummern 201 bis 388, wobei die 200er Nummern Gelenkbusse und die 300er Nummern Solobusse sind.
| Modell | Stückzahl | Besonderheiten/Merkmale |
|---|---|---|
| Mercedes-Benz O 530 Citaro Facelift | 6 | |
| Mercedes-Benz O 530 Citaro Facelift G | 6 | |
| Mercedes-Benz Citaro C2 | 8 | |
| Mercedes-Benz Citaro C2 G | 25 | |
| Mercedes-Benz Citaro C2 GL CapaCity | 5 | werden hauptsächlich auf den Linien 31, 36 und X41 eingesetzt[5] |
| MAN A23 Lion's City G NG 323 | 13 | |
| MAN A21 Lion’s City NL 323 | 2 | |
| MAN 12G Lion's City NL 280 EfficientHybrid | 8 | wird mit Erdgas (CNG) betrieben |
| MAN 18G Lion’s City NL320 EfficientHybrid | 10 | wird mit Erdgas (CNG) betrieben |
| MAN 18E Lion's City NG 544 | 5 | Batteriebus |
| MAN 12E Lion's City NL 326 | 3 | Batteriebus |
| MAN 12E Lion's City LE NL 326 | 2 | Batteriebus |
| Mercedes-Benz Citaro C2 Ü | 1 | Fahrschulbus |
Die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) hatte 2023 beschlossen, nur noch Fahrzeuge mit alternativem Antrieb zu bestellen. Damit soll der Fuhrpark bis 2035 klimaneutral werden.[6]
Geschichte
Siehe auch: Rostocker Straßenbahn AG
1926 bis 1945
Am 31. Juli 1926 nahm die Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) mit Linie W ihre erste Buslinie in Betrieb. Sie verkehrte mit drei Büssing IV GL-Omnibussen vom Blücherplatz in der Rostocker Innenstadt nach Warnemünde. Zwei Jahre später folgte Buslinie 5, die ebenfalls durch die Rostocker Innenstadt verlief.[7] Der Fuhrpark wurde mit mehreren neuen Omnibussen von Büssing und vier gebrauchten VOMAG-Omnibussen erweitert. Zur Wartung der Fahrzeuge entstand 1928/29 auf dem Betriebsgelände in der Fahnenstraße eine große Abstellhalle und eine Werkstatt.[7] Ende 1933 begann die RSAG mit Testfahrten eines mit Holzgas betriebenen Omnibusses von Henschel & Sohn. Das System bewährte sich, der Bus wurde von der RSAG erworben und vier Stadtbusse umgerüstet. Zusätzlich erwarb die RSAG zwischen 1936 und 1938 insgesamt elf Omnibusse mit Holzgasbetrieb, hergestellt in der Waggonfabrik Wismar mit Fahrgestellen von Büssing und Henschel. Da diese Busse keinen rationierten Treibstoff benötigten, konnte der Busverkehr auch während des Zweiten Weltkrieges eingeschränkt aufrechterhalten werden. Einige Dieselbusse erweiterten den Fuhrpark der RSAG ab 1939, darunter Magirus O 145 und Büssing 500T. Im Verlauf des Krieges mussten viele Omnibusse an die Wehrmacht abgegeben werden, der Betrieb wurde immer mehr ausgedünnt. Mit Kriegsende am 1. Mai 1945 endete der Busbetrieb zunächst. Im Sommer 1945 wurde der Linienbetrieb mit einem noch vorhandenen Bus wieder aufgenommen, nach Beschlagnahmung des Fahrzeuges durch die sowjetische Besatzungsmacht konnte er jedoch nicht mehr aufrechterhalten werden.[8]
DDR-Zeit
Nach vier Jahren Unterbrechung nahm die RSAG den regelmäßigen Busverkehr ab Juli 1949 wieder auf.[7] Zu den betriebsfähigen Holzgasomnibussen, die bis 1954 verkehrten, kamen in den 1950er Jahren die neuen Busse IFA H3B, IFA H6B und Doppelstockbusse Do 56 aus DDR-Produktion hinzu, letztere wurden besonders auf der Linie nach Warnemünde eingesetzt.[7] Ebenso wurden Mitte der 1950er Jahre erste Busse des ungarischen Herstellers Ikarus eingesetzt. Seitdem waren Busse der Typen Ikarus 601, Ikarus 620 und dominierend der Ikarus 66 in der Stadt unterwegs. Erste Gelenkbusse des Typs Ikarus 180 folgten.
1974 wurde die Straßenbahnlinie 4 nach Gehlsdorf aufgegeben und auf Busbetrieb umgestellt, im selben Jahr kamen die ersten modernen Ikarus-Busse der Typenreihe 200 zum Einsatz, etwa der dreiachsige Gelenkbus Ikarus 280.[7] Eine Anzahl sowjetischer Omnibusse des Types LiAZ-677 mit Ottomotor wurden 1979 gekauft, aber bereits 1986 wieder ausgemustert.[7]
Nach der Wende
Ab 1991 wurde der Fuhrpark schrittweise durch behindertengerechte Niederflurfahrzeuge des Typs MAN NG 272/262 (Gelenkbusse) und Auwärter Neoplan (Solobusse) ersetzt. Fünf Jahre später wurden auch Busse des Typs Mercedes-Benz O 405 N und O 405 GN eingesetzt.
Im Jahr 2001 entstand in Schmarl der neue Busbetriebshof der RSAG. Ab 2003 erfolgte die Beschaffung von Bussen des Typen Mercedes-Benz Citaro als Solo- und Gelenkbusse. Zwischendurch gab es kleinere Serien des Types MAN Lion’s City. 2008 kamen die ersten Busse, die die EVV-Norm erreichten, zum Einsatz.
Seit 2019 verbindet Lütten Klein Zentrum und Dierkower Kreuz die erste Expressbuslinie Rostocks. Seit 2020 verstärken fünf längere Gelenkbusse des Types Mercedes-Benz CapaCity den Fuhrpark mit einer Länge von knapp 20 Metern.
2021 bekam Rostock offiziell die ersten batteriebetrieben Elektrobusse des Types IVECO E-Way, die jedoch vier Jahre später ausgemustert wurden.[7] Die RSAG testete zwischendurch Batteriebusse des Typs Mercedes-Benz eCitaro, entschied sich jedoch zum Kauf des elektrischen MAN Lion's City.[9]