Butty (Film)

deutscher Animationskurzfilm aus dem Jahr 2023 From Wikipedia, the free encyclopedia

Butty ist ein deutscher Animationskurzfilm aus dem Jahr 2023, der von den Filmemachern Julius Drost und Moritz Henneberg als Abschlussarbeit ihres Studiums an der Berliner Hochschule für Technik produziert wurde. Der Film erlangte internationale Aufmerksamkeit durch einen Betrugsfall, bei dem Samuel Felinton das Werk als sein eigenes ausgab.

TitelButty
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2023
Schnelle Fakten Titel, Produktionsland ...
Film
Titel Butty
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2023
Länge ca. 7 Minuten
Stab
Regie Julius Drost, Moritz Henneberg
Drehbuch Julius Drost, Moritz Henneberg
Produktion Julius Drost, Moritz Henneberg
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Inhalt

Der Kurzfilm erzählt die Geschichte des Roboters T-130, der von seinen Besitzern liebevoll „Butty“ genannt wird. Der tollpatschige, aber gutmütige Roboter ist damit beauftragt, das Haus seiner Besitzerin zu reinigen. Trotz seiner ehrlichen Bemühungen geht dabei vieles schief, was letztendlich dazu führt, dass Butty das Haus verlassen muss.

Produktion

Julius Drost und Moritz Henneberg arbeiteten mehrere hundert bis tausende Stunden an dem Animationsfilm, der als ihre Abschlussarbeit an der Berliner Hochschule für Technik entstand. Nach der Fertigstellung veröffentlichten sie den Film 2023 auf YouTube.

Der Betrugsfall

Entdeckung des Plagiats

Als Drost und Henneberg ihren Film bei verschiedenen Filmfestivals einreichen wollten, stellten sie fest, dass bereits Einreichungen unter einem anderen Namen existierten. Der US-amerikanische Filmemacher Samuel „Sam“ Felinton hatte den Film von YouTube heruntergeladen, minimal bearbeitet, die Credits mit seinem eigenen Namen ersetzt und unter dem neuen Titel „T-130“ bei mehreren Filmfestivals eingereicht.

Erfolg mit gestohlenem Material

Felinton gewann mit dem gestohlenen Film mehrere Preise bei Filmfestivals und erhielt positive Kritiken. Er trat in Talkshows auf und sprach öffentlich über „seine“ Arbeit an dem Film, bevor die ursprünglichen Urheber den Betrug bemerkten.

Juristische Hürden

Eine rechtliche Verfolgung des Falls erwies sich als problematisch. Anwälte informierten Drost und Henneberg, dass ein Gerichtsverfahren in den Vereinigten Staaten sechsstellige Kosten verursachen könnte, was für die beiden Filmstudenten finanziell nicht tragbar war.

Konfrontation

Anstatt den juristischen Weg zu beschreiten, entwickelten die Filmemacher einen alternativen Plan. Sie arbeiteten mit einem US-amerikanischen Journalisten zusammen und reisten in die USA. Unter dem Vorwand, eine Reportage über junge, erfolgreiche Animatoren zu drehen, arrangierten sie ein Treffen mit Felinton.

Nach einem Tag der Begleitung durch den Journalisten trafen Drost und Henneberg persönlich auf Felinton und konfrontierten ihn mit der Tatsache, dass sie die wahren Urheber des Films seien. Felinton räumte den Diebstahl ein. Er erklärte, die Preisgelder zurückerstatten zu wollen, und begründete sein Handeln mit persönlichen Motiven und dem Wunsch, sein Umfeld nicht enttäuschen zu wollen.

Dokumentation

Der talentierte Mr. F

Den gesamten Prozess der Aufdeckung und Konfrontation dokumentierten Drost und Henneberg in einer Dokumentation mit dem Titel Der talentierte Mr. F. (in Anlehnung an den Film Der talentierte Mr. Ripley). Die Dokumentation wurde im Oktober 2025 in der ARD Mediathek veröffentlicht und erregte große mediale Aufmerksamkeit.

Versöhnung

Am Ende der Dokumentation zeigt sich eine unerwartete Wendung: Die ursprünglichen Filmemacher und Felinton scheinen eine Einigung erzielt zu haben. In einer überarbeiteten Version des Films wird Felinton in den Credits erwähnt, und er erklärte sich bereit, beim Marketing des Films zu unterstützen.

Veröffentlichung

Der Film Butty wurde nach der Klärung der Urheberschaft erneut auf YouTube veröffentlicht und erhielt durch die mediale Berichterstattung über den Betrugsfall deutlich mehr Aufmerksamkeit als ursprünglich. Die Geschichte wurde in deutschen Medien breit diskutiert und diente als Beispiel für die Herausforderungen des Urheberrechtsschutzes im digitalen Zeitalter.

Rezeption

Der Fall erregte in der Filmbranche und in den Medien große Aufmerksamkeit und wurde als einer der dreistesten Betrugsfälle im Filmgeschäft der letzten Jahre bezeichnet.[1] Die Geschichte verdeutlichte sowohl die Anfälligkeit kreativer Werke für Plagiate im Internet als auch die praktischen Schwierigkeiten bei der internationalen Rechtsdurchsetzung für unabhängige Künstler.

Einzelnachweise

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