Sillenbuch-Heumaden
Landschaftsschutzgebiet in Baden-Württemberg
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Sillenbuch-Heumaden ist ein Landschaftsschutzgebiet in den Stuttgarter Stadtbezirken Sillenbuch und Hedelfingen.
Landschaftsschutzgebiet „Sillenbuch-Heumaden“
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Blick auf die Landschaft um Rohracker und Sillenbuch | ||
| Lage | Landeshauptstadt Stuttgart in Baden-Württemberg, Deutschland | |
| Kennung | 1.11.042 | |
| WDPA-ID | 324578 | |
| Geographische Lage | 48° 45′ N, 9° 14′ O | |
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| Einrichtungsdatum | 29. Oktober 1996 | |
| Verwaltung | Stadtverwaltung Stuttgart | |
Lage
Landschaftsschutzgebiet
Das Landschaftsschutzgebiet umfasst rund 310 Hektar[1] und ist geprägt von Obsthängen sowie Wald- und Gartenlandschaften. Das Landschaftsbild mit fast unversehrt ländlichem Charakter ist Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna und besitzt eine wichtige Erholungsfunktion.[2] Es umfasst primär die Landschaftsteile Tiefenbachtal und Bußbachtal sowie die angrenzenden Waldflächen (Spitalwald, Silberwald, Fuchsrain).
Bußbachtal
Das Bußbachtal ist neben dem Tiefenbachtal eine der beiden namensgebenden Klingen, die die Landschaft des gleichnamigen Landschaftsschutzgebiets prägen. Es liegt im südöstlichen Bereich des Landschaftsschutzgebiets zwischen den Stuttgarter Stadtteilen Sillenbuch und Rohracker.
Das Tal bildet die Quellregion des Bußbachs, eines rechten Zuflusses des Dürrbachs, der seinerseits in den Neckar mündet. Der Bußbach verläuft größtenteils innerhalb des Landschaftsschutzgebiets und ist von Wald- und Gartenflächen umgeben. Eine zentrale Zielsetzung des Schutzgebiets ist der Erhalt und die Förderung des naturnahen Zustands des Bachlaufs sowie die Bewahrung der Klinge als bedeutendes Ökosystem und Freiraum im Stadtgebiet.[1]
Die tief eingeschnittene Klinge trägt außerdem zum Erosionsschutz an den Hängen bei und dient als Naherholungsgebiet für die angrenzenden Stadtbezirke Sillenbuch, Heumaden und Hedelfingen.[3]
Historische Grenzsteine

Aufgrund der Lage des Bußbachtals an der historischen Gemarkungsgrenze zwischen Sillenbuch, Rohracker und Hedelfingen finden sich im Bereich der Klinge und der angrenzenden Waldgebiete zahlreiche historische Grenzsteine. Diese Steine aus Sandstein oder Schilfsandstein, die meist aus dem 18. oder 19. Jahrhundert stammen, markierten ehemals nicht nur die Gemeindegrenzen, sondern auch die Grenzen von Wald- oder adligem Besitz.[4]
Die Steine tragen Inschriften oder Wappen wie die Hirschstange (für Württemberg) und sind heute als Kleindenkmale des historischen Erbes im Landschaftsschutzgebiet erfasst. Sie belegen die historische Nutzung und die einstigen Besitzverhältnisse in der Region.[4]
Tiefenbachtal
Das Tiefenbachtal bildet gemeinsam mit dem Bußbachtal die charakteristische Klingenlandschaft des Landschaftsschutzgebiets Sillenbuch-Heumaden. Es erstreckt sich westlich des Bußbachtals zwischen den Stadtteilen Sillenbuch, Heumaden und Riedenberg und ist von Wald- und Streuobstflächen geprägt.
Der Tiefenbach entspringt auf den Sillenbucher Höhen und fließt in südöstlicher Richtung dem Dürrbach zu. Der Bachlauf verläuft weitgehend naturnah durch eine bewaldete Muschelkalk-Klinge mit steilen Hängen und kleinräumigen Feuchtbiotopen. Das Tal hat Bedeutung für den Wasserhaushalt und die Biodiversität im Gebiet und dient zugleich als Naherholungsraum für die umliegenden Stadtteile.[3]

