Byströmit

Mineral aus der Tapiolit-Gruppe From Wikipedia, the free encyclopedia

Byströmit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ mit der chemischen Zusammensetzung MgSb2O6[5] und damit chemisch gesehen ein Magnesium-Antimon-Oxid.

Schnelle Fakten Allgemeines und Klassifikation, Kristallographische Daten ...
Byströmit
Graues Byströmit, umgeben von gelbem Stibiconit, aus der Mina la Fortuna, El Antimonio, Sonora, Mexiko
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Bym[1]

Chemische Formel MgSb5+2O6[2]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/D.04
IV/D.04-040[3]

4.DB.10
44.02.01.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem tetragonal
Kristallklasse; Symbol ditetragonal-dipyramidal; 4/m2/m2/m[4]
Raumgruppe P42/mnm (Nr. 136)Vorlage:Raumgruppe/136[5]
Gitterparameter a = 4,68 Å; c = 9,21 Å[5]
Formeleinheiten Z = 2[5]
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte ≈ 7[6]
Dichte (g/cm3) gemessen: 5,5(1) bis 5,7; berechnet: 5,80[6]
Spaltbarkeit nicht definiert
Farbe blaugrau bis gelblichbraun[6]
Strichfarbe hellgrau[6]
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend[6]
Glanz erdig[7]
Kristalloptik
Brechungsindex n = 1,855 bis 1,915[6]
Optischer Charakter einachsig
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Byströmit kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem, konnte bisher aber nur in Form poröser, massiger Mineral-Aggregate gefunden werden, die aus submikroskopischen Teilchen bestehen. Einzelne, mikroskopisch kleine Kristalle sind durchsichtig bis durchscheinend und von blaugrauer Farbe, die durch Beimengungen von Stibiconit auch ins Gelblichbraune abweichen kann. Die Strichfarbe von Byströmit ist jedoch immer hellgrau.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Byströmit in der „Mina la Fortuna“ bei El Antimoneo (auch El Antimonio) im Municipio Caborca im mexikanischen Bundesstaat Sonora. Analysiert und erstbeschrieben wurde das Mineral durch Brian Mason und Charles J. Vitaliano, die es nach dem Kristallchemiker Anders Byström (1916–1956) benannten, der die Struktur der synthetischen Verbindung MgSb2O6 entschlüsselt hatte. Veröffentlicht wurde die Erstbeschreibung 1952 im Fachmagazin American Mineralogist.

Da der Byströmit bereits vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) 1958 bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Byströmit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.[2] Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Byströmit lautet „Bym“.[1]

Das Typmaterial des Minerals wird im Natural History Museum (NHM) in London unter der Inventarnummer BM 1951,300 und im National Museum of Natural History (NMNH) in Washington, D.C. unter der Inventarnummer 106194 aufbewahrt.[8]

Klassifikation

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Byströmit zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung „MO2- und verwandte Verbindungen“, wo er gemeinsam mit Columbit-(Fe), Ordoñezit, Tapiolit und Tripuhyit in der „Polyrutil-Reihe“ mit der Systemnummer IV/D.04 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/D.04-040. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2 und verwandte Verbindungen)“, wo Byströmit zusammen mit Ordoñezit, Tapiolit-(Fe), Tapiolit-(Mn) und Tredouxit die „Tapiolitgruppe“ mit der Systemnummer IV/D.04 bildet.[3]

Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[9] 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Byströmit in die Abteilung „Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen und der Kristallstruktur. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung und seinem Aufbau in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen Kationen; Ketten kantenverknüpfter Oktaeder“ zu finden, wo es zusammen mit Ordoñezit, Tapiolit-(Fe) und Tapiolit-(Mn) die „Tapiolitgruppe“ mit der Systemnummer 4.DB.10 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Byströmit die System- und Mineralnummer 44.02.01.01. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Antimonate“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Antimonate A(X2O6)“ in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 44.02.01, in der auch Ordoñezit und Tripuhyit eingeordnet sind.

Kristallstruktur

Byströmit kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe P42/mnm (Raumgruppen-Nr. 136)Vorlage:Raumgruppe/136 mit den Gitterparametern a = 4,68 Å und c = 9,21 Å sowie 2 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[5]

Bildung und Fundorte

Byströmit bildet sich in Quarz-Adern von verwitterten Antimon-Lagerstätten, wo er vorwiegend in Paragenese mit Stibiconit und Quarz auftritt.

Außer an seiner Typlokalität Grube „Fortuna“ sowie in der nahe gelegenen Grube „San Jose“ bei El Antimoneo (Sonora) in Mexiko konnte das Mineral bisher nur noch in der Grube „Silberne Rose“ bei Brandholz-Goldkronach im Fichtelgebirge in Oberfranken, Bayern (Deutschland) entdeckt werden (Stand 2025).[10]

Siehe auch

Literatur

  • Anders Byström, Brita Hök, Brian Mason: The crystal structure of zinc metantimonate and similar compounds. In: Arkiv för Kemi, Mineralogi och Geologi. Band 15, Nr. 4, 1942, S. 1–8 (englisch).
  • Brian Mason, Charles J. Vitaliano: Bystromite, magnesium antimonate, a new mineral. In: American Mineralogist. Band 37, 1952, S. 53–57 (englisch, minsocam.org [PDF; 358 kB; abgerufen am 22. November 2025]).
Commons: Byströmite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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