Bärendenkmal (Ramberg)

Gedenkstein im Harz von Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Bärendenkmal (auch Bärenstein genannt) im deutschen Mittelgebirge des Harzes ist ein Gedenkstein auf dem Ramberg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Es erinnert an den letzten in Anhalt erlegten Bären im Herbst des Jahres 1696.

Bärendenkmal, Inschrift
Bärendenkmal (2018)

Lage

Das Bärendenkmal befindet sich im Unterharz, im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt, innerhalb des Gebietes von QuedlinburgGernrodeSternhaus, zwischen dem zu Thale gehörenden Ortsteil Friedrichsbrunn und dem zu Harzgerode gehörenden Ortsteil Mägdesprung. Nördlich oberhalb des Krebsbaches steht der sogenannte Bärenstein im Mischwald des Rambergmassivs zwischen dem Bremer Teich und der Viktorshöhe am Rande des bewaldeten Bärenweges (auch Bärweg genannt) auf etwa 472 m ü. NHN.[1]

Das Bärendenkmal ist als Stempelstelle 184[2] in die Harzer Wandernadel einbezogen.

Geschichte

Der Harz war über Jahrhunderte als Reichsbannforst ausgewiesen; damit war das Gebiet zum rechtlich Nutzungsbezirk des römisch-deutschen Kaisers erklärt. Er selbst verfügte in seinem Krongut über Fischfang, Jagd und Rodung.

Den Ostharz teilten sich zwischen dem 15. Jahrhundert und 1918 die deutschen Staaten Anhalt, Braunschweig und Preußen. In dieser Zeit wurden Grenzen mittels Bodengräben oder Grenzsteinen festgelegt oder bestehende Ländergrenzen neu gezogen.

Bis ins späte Mittelalter hinein waren in den Harzwäldern noch Bären beheimatet. Mit dem Aufkommen und der Entwicklung der Feuerwaffen verschob sich das lebensräumliche Gleichgewicht, und die Harzer Bewohner begannen, die großen Raubtiere auszurotten. In der Folge verschwanden Bär, Luchs und Wolf aus den Mischwäldern des Harzes.

Der Bär ist das Wappentier der Askanier und aller anhaltischen Länder; als Begründer des Fürstentums Anhalt gilt Albrecht der Bär.

Letzter Bär in Anhalt

Das Bärendenkmal kennzeichnet die Stelle, an der im November 1696 in den anhaltischen Forsten/Wirtschaftswäldern (im Fürstentum Anhalt-Harzgerode) der letzte Braunbär erlegt worden ist.[3] Errichtet wurde das Denkmal um das Jahr 1900. Es handelt sich um einen granitenen Findling, an dem eine teils grünspanige Kupfertafel mit folgender reliefierter Inschrift angebracht ist: „Der letzte Bär in den Anhaltischen Forsten wurde hier Ende des siebzehnten Jahrhunderts erlegt.“ Das Kleindenkmal steht auf geschichteten Feldsteinen.

Letzter Bär im Harz

Der letzte Großbär (Europäischer Braunbär) im gesamten Harzland soll nach unbestätigten Angaben etwa neunzig Jahre später bei Wernigerode erlegt worden sein. Der Fuhrknecht Buchtekirch soll ihn zwischen 1786 und 1788 zur Strecke gebracht und dafür vom Grafen zu Stolberg-Wernigerode eine Belohnung von zwei Reichstalern erhalten haben.

Literatur

  • Volker Ebersbach: „Bärenzeit“. In: Geschichte der Stadt Bernburg in zwei Bänden. Band 1, Anhaltische Verlagsgesellschaft, Dessau 1998, S. 28, ISBN 3-910192-65-3.
  • Hercynia. Neue Folge. Für die Sektionen Biowissenschaften, Geographie, Pflanzenproduktion. Band 25, hrsg. im Auftrage der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig, Leipzig 1988, S. 49 (mit Abbildung und abweichender Jahreszahl 1686).

Einzelnachweise

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