Camaracum

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Camaracum ist der antike lateinische Name der nordfranzösischen Stadt Cambrai. In gallo-römischer Zeit war sie noch eine relativ unbedeutende Siedlung.

Darstellung Camaracums in einem Ausschnitt der Tabula Peutingeriana.

Über die Ursprünge Cambrais ist wenig bekannt. Es lag am linken Ufer der Schelde und gehörte in gallo-römischer Zeit zur Provinz Belgica secunda. Da es keine Funde gallischer Überreste Cambrais gibt, wurde oft angenommen, dass es erst von den Römern als Teil ihres Straßen- und Verwaltungssystems in der Belgica gegründet wurde. Dafür liegt aber kein Beweis vor; und immerhin gibt es in der Umgebung der Stadt bedeutende Funde aus gallischer Zeit. Eine Gruppe antiker Gräber befindet sich am nordwestlichen Stadtrand Cambrais am Fuß der Pierres Jumelles, die Überreste zweier Menhire darstellen.[1]

Erstmals wird Cambrai im 4. Jahrhundert in der Tabula Peutingeriana unter dem Namen Camaraco, im Itinerarium Antonini als Camaracum[2] und in den Notitia Galliarum als civitas Camaracensium[3] erwähnt.[4] Damals lag Cambrai am Kreuzungspunkt mehrerer römischer Straßen, so jener von Amiens nach Bavay, jener von Cambrai nach Saint-Quentin und insbesondere jener von Arras nach Cambrai als Teil der von Boulogne über Bavay nach Köln führenden Route. Um 400 wurde Camaracum Hauptort der Nervier, welche Funktion bisher Bavay innegehabt hatte.[1] Im späten 4. Jahrhundert hielt auch das Christentum in dieser Region Einzug.

Um 447 eroberten die Salfranken unter Chlodio Cambrai, das nun Hauptstadt eines fränkischen Teilkönigreichs wurde.[5] Im späten 5. Jahrhundert herrschte hier der Kleinkönig Ragnachar, den Chlodwig I. entweder in den 490er Jahren oder im ersten Jahrzehnt des 6. Jahrhunderts besiegte und töten ließ.[6] Daraufhin kam Cambrai als Teil von Ragnachars Reich zum Territorium Chlodwigs, der nach dem Sieg über weitere Konkurrenten ein vereinigtes merowingisches Frankenreich schuf.[5]

Literatur

Anmerkungen

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