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Camel Corps (Gordon Relief Expedition)

Einheit der British Army From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Camel Corps war eine auf Kamelen berittene Einheit der British Army. Es wurde 1884/85 im Zuge der Gordon Relief Expedition im Sudan eingesetzt und war möglicherweise die erste Spezialeinheit der britischen Militärgeschichte.

Zwei Sikh-Soldaten des Camel Corps
Garnet Wolseley, Befehlshaber der Gordon Relief Expedition
Herbert Stewart, zeitgenössische Gravur
Schlacht von Abu Klea

Hintergrund

Im Sudan, der ab 1821 unter die Herrschaft der osmanischen Vizekönige (Khediven) von Ägypten gekommen war, begann 1881 der Mahdi-Aufstand. In der Hauptstadt Khartum wurde ab März 1884 Generalgouverneur Charles George Gordon von den Mahdisten belagert. Der britische Premierminister Gladstone gab dem öffentlichen Druck nach und beantragte am 5. August 1884 im Parlament 300.000 £ zur Durchführung einer Expedition unter Garnet Wolseley zur Rettung Gordons. Die, so genannte, Gordon Relief Expedition bestand aus zwei Kolonnen, der River Column und der Desert Column. Die Desert Column, als kleinere, mobilere Streitmacht, sollte unter Sir Herbert Stewart direkt durch die Wüste marschieren. Für diese Wüstenstreitmacht formierte Wolseley die möglicherweise erste Spezialeinheit der britischen Militärgeschichte, das Camel Corps.

Organisation des Camel Corps

Das Camel Corps bestand aus vier Regimentern. Die Männer dafür wurden in 14 Eliteregimentern der Garde, der Schweren und der Leichten Kavallerie geworben. Aus jedem Regiment kamen zwei Offiziere, fünf Unteroffiziere und 38 Mann. Die Männer mussten maximal 22 Jahre alt, körperlich fit, gesund und zudem gute Schützen sein.[1]

Zu Stewarts Streitmacht kamen Männer der 19th Hussars auf Pferden. Karl Neufeld, ein deutscher Kaufmann, begleitete die Expedition als Übersetzer. Der Umstand, dass fast alle britischen Garderegimenter vertreten waren, und die Namen der Offiziere des Camel Corps verrieten etwas über die soziale Bedeutung dieser Formation. Zu nennen sind der 4. Viscount St. Vincent, der 12. Earl of Dundonald, der 7. Baron Rodney, Lord Edward Gleichen und Lord Binning.

Am 8. Oktober trafen verschiedene Einheiten des Camel Corps in Kairo ein. Sie wurden bei den Pyramiden stationiert, um die Infektion mit Krankheiten in der Stadt zu verhindern.[2] Die Soldaten dieser Regimenter mussten mit dem Umgang mit Kamelen ausgebildet werden. Stabschef Redvers Buller schrieb dafür das Memorandum Notes for the Use of Camel Regiments. Bestimmt war, dass die Soldaten zu Fuß kämpfen und die Kamele zum Marsch verwenden sollten.

Verlauf

Im Dezember 1884 erreichten die britischen Truppen Korti, um von hier aus nach Khartum vorzurücken. Am 30. Dezember 1884 begann Stewart mit 1.600 Mann und 2.400 Kamelen seinen Marsch von 185 Meilen, quer durch die Wüste, in Richtung Metemmeh. Am 3. Januar 1885 erreichte er die Brunnen von Gakdul. Hier wurden zwei kleine Forts errichtet und die Truppe wartete auf Verstärkung und Nachschub, wodurch sie auf 1.800 Mann anwuchs. Am 13. Januar wurde der Vormarsch fortgesetzt. Am 17. Januar stieß das Camel Corps bei Abu Klea auf eine Armee der Mahdisten. Diese war aus der Belagerungsarmee vor Khartum und aus Angehörigen des Jaalin-Stammes gebildet worden. Stewart konnte mit 1.500 Mann die weit überlegenen 10.000 Mahdisten in der Schlacht von Abu Klea schlagen. Die Briten verloren in der Schlacht neun Offiziere (u. a. Burnaby, den stellvertretende Befehlshaber) sowie 61 Soldaten. Hinzu kamen 78 Verwundete.[3]

Muhammad Ahmad, der inzwischen selbst die Belagerung von Khartum leitete, beschloss daraufhin, diese abzubrechen, wurde aber von seinen Generälen umgestimmt. In Khartum waren inzwischen die Vorräte verbraucht und die Verteidiger erschöpft. Vor dem Hintergrund des drohenden Entsatzes der Stadt durch britische Truppen wurde der Angriff auf den 26. Januar 1885 festgelegt.

Stewart rückte inzwischen weiter auf Metemmeh vor und wurde am 19. Januar bei Gubat angegriffen. Er selbst wurde dabei tödlich verwundet. Nachdem Stewart verwundet und Burnaby gefallen war, übernahm Sir Charles William Wilson das Kommando. Dies geschah, weil er der rangälteste Offizier war, allerdings ohne Führungserfahrungen. Dieser erreichte den Nil am 21. Januar und traf auf vier Dampfschiffe, die Gordon mit der Bitte um Unterstützung entsandt hatte. Gordon ließ in einer Nachricht vom 14. Januar mitteilen, dass er sich noch zehn Tage würde halten können, wenn keine britischen Truppen einträfen. Wilson legte allerdings eine dreitägige Pause ein, um seine Verwundeten zu versorgen.

Am 24. Januar ließ Wilson zwei Dampfer mit Truppen beladen. Mit 200 Sudanesen, drei britischen Offizieren, unter ihnen Charles Beresford, zwei Marineunteroffizieren und 21 Soldaten des Royal Sussex Regiments brach er in Richtung Khartum auf.[4] Er erreichte Khartum zwei Tage nachdem die Mahdisten die Stadt eingenommen und Gordon getötet hatten. Nach dem Tod Gordons ließ Gladstone trotz des Protestes Wolseleys die britischen Truppen aus dem Sudan, abgesehen vom Gebiet Suakin, abziehen.

Literatur

  • Henry S. L. Alford, W. Dennistoun Sword: The Egyptian Soudan, its Loss and Recovery. With numerous Portraits, Illustrations and Maps, and Records of the Services of the Officers (1896–8). Macmillan, London u. a. 1898 (Nachdruck: Naval & Military Press Ltd, Uckfield 2001, ISBN 1-84342-100-3).
  • Adrian Preston (Hrsg.): In Relief of Gordon. Lord Wolseley's Campaign Journal of the Khartoum Relief Expedition 1884–1885. Hutchinson, London 1967.
  • Mike Snook: Go Strong into the Desert. The Mahdist Uprising in Sudan 1881–1885. Perry Miniatures, Nottingham 2010, ISBN 978-0-9561842-1-4.
  • Julian Symons: England’s Pride. The story of the Gordon Relief Expedition, London 1965.
  • Robin Neillands: The Dervish Wars, London 1996.
  • Daniel Jircik: Noch 1.000 Flaschen Champagner bis Khartum. BoD – Books on Demand. 2021, ISBN 978-3-7543-0198-2.

Einzelnachweise

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