Canadin

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Canadin ist ein Benzylisochinolin-Alkaloid (BIA) aus der strukturellen Untergruppe der Protoberberin-Alkaloide.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Canadin-Strukturformel
Allgemeines
Name Canadin
Andere Namen
  • Xanthopuccin
  • (S)-Tetrahydroberin
  • (S)-Canadin
  • (–)-Canadin
Summenformel C20H21NO4
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 225-815-0
ECHA-InfoCard 100.023.468
PubChem 21171
ChemSpider 19910
Wikidata Q4382087
Eigenschaften
Molare Masse 339,4 g·mol−1
Schmelzpunkt

134 °C [(S)-(–)-Canadin][1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: 264270301+312+330[2]
Toxikologische Daten

940 mg·kg−1 (LD50, Maus, oral)[2]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Kanadische Orangenwurzel

Canadin kommt hauptsächlich in der Kanadischen Orangenwurzel vor. Es ist aber auch in vielen Pflanzen der Familie der Papaveraceae vorhanden, wie z. B. Corydalis yanhusuo und Corydalis turtschaninovii.

Gewinnung und Darstellung

Canadin enthält – wie auch die anderen Protoberberin-Alkaloide – eine Benzylisochinolin-Struktureinheit. Dabei wird die sogenannte Berberin-Brücke gebildet. Dies geschieht durch oxidative Cyclisierung unter Einbeziehung der Stickstoff-Methyl-Gruppe. Die vollständige Synthese beginnt meist bei einem Phenylethylamin. Dort wird dann der Isochinolin-Ring durch eine Bischler-Napieralski-Reaktion geschlossen.[1]

Eigenschaften

Canadin besitzt in vitro verschiedene Wirkungen: Es stimuliert die Myogenese und hemmt den Abbau von Muskelproteinen.[3] Außerdem blockiert es K(ATP)-Kanäle in Dopaminneuronen.[4][5] Zudem kann es spannungsabhängige Calciumkanäle blockieren, jedoch ist die Wirkung deutlich niedriger als bei Verapamil.[6]

Einzelnachweise

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