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Canapé

Mundgerecht geschnittene Vorspeise oder Appetithäppchen From Wikipedia, the free encyclopedia

Canapés oder Kanapees, auch Schnittchen,[1] in Österreich bzw. der Schweiz auch Brötchen[2][3] oder Brödle[4] genannt, sind in der gehobenen Küche mundgerecht geschnittene Vorspeisen oder Appetithäppchen, die aus der klassischen französischen Küche stammen. Es handelt sich meist um in Stücke geschnittene, belegte Brotscheiben, die so klein sind, dass sie leicht in einem oder zwei Bissen zu essen sind.[5] Canapés werden daher ohne Besteck serviert (Fingerfood). Sie gehören zu den Speisen, die traditionell bei Empfängen und Cocktail-Partys gereicht werden.[6]

Exklusive Canapés

Cocktailhappen und Sandwiches zählen nicht zu den Canapés.[7]

Etymologie

Das Wort canapé bedeutet im Französischen ursprünglich „Sofa“. Im 18. Jahrhundert wurde das Wort mit dieser Bedeutung ins Deutsche entlehnt.[1] In der Bedeutung „Sofa“ ist das Wort Kanapee im Deutschen kaum noch gebräuchlich.[8]

Französisch canapé lässt sich über Mittellateinisch canapeum auf Lateinisch conopeum zurückführen und dies weiter auf Griechisch κωνωπεῖον kōnōpeĩon. Das griechische Wort bezeichnet ein Mückennetz oder ein mit einem Mückennetz überzogenes Himmelbett.[1]

Innerhalb des Französischen entwickelte sich Ende des 18. Jahrhunderts[9] die übertragene Bedeutung in der Gastronomie. Sie ging von der Vorstellung aus, dass die Zutaten für den Belag auf den Brotscheiben wie auf einem Sofa sitzen.[10] Im Englischen tauchte das französische Fremdwort erstmals in einem Kochbuch von 1890 auf.[10] Wenig später gelangte es mit dieser Bedeutung vom Englischen ins Deutsche.[1] Duden empfiehlt – unabhängig von der Bedeutung – die eingedeutschte Schreibweise Kanapee.[11]

Herstellung

Tablett mit Canapés

Canapés werden in der Gastronomie in verschiedenster Weise angerichtet:

International

Spanien

In Spanien sind in schlechten Zeiten die Bocadillos entstanden (halbiertes und belegtes Baguette-Brot, z. B. mit Queso, Jamon oder Tomate oder auch mehreren Belägen kombiniert). Aus diesen sind die Montaditos hervorgegangen (kleine Bocadillos). Meist werden sie mit 2 bis 4 Zutaten belegt, z. B. Chorizo, Ziegenkäse und Orangenmarmelade. Die Montaditos sind ähnlich den Pintxos: Hier stecken Spieße in einer kleinen Brotscheibe und halten die Zutaten zusammen.[13][14]

USA

Das Land, in dem die Canapés den größten Zuspruch fanden, waren die Vereinigten Staaten, wo sie gemeinsam mit den Cocktailpartys in den 1920er und 1930er Jahren populär wurden und wo daraufhin Dutzende Bücher mit Canapé-Rezepten auf dem Markt erschienen. Das erste, das sich ausschließlich mit Canapés befasste, war Rachel Bell Maidens The Canapé Book (New York 1934).[15]

Weitere Länder

  • Argentinien: canapés[16]
  • Dänemark: Smørrebrød, oft fantasievoll belegte Butterbrote[17]
  • im Vereinigten Königreich auch open sandwiches[18]
  • Schweiz: Hauptsächlich Canapé, aber auch Brötli, beleiti Brötli oder auch belegte Brötchen[19]
  • Schweden: Kanapé[20]
  • Tschechien: Chlebíčky oder kanapky[21]

Literatur

  • Rachida Amhaouche: Canapés und andere herzhafte Knabbereien. Aus dem Französischen von Daniela Caesar. Ed. Chaaraoui, Casablanca 2009, ISBN 978-9954-1-3099-5.
  • Constance Borde, Sheila Malovany-Chevallier: Sandwiches & Canapés. Kubik RvR, Kehl 2005, ISBN 3-938265-15-9.
  • Christine Smith: Canapés: kleine Köstlichkeiten für Genießer. Aus dem Englischen von Oliver Stroh. Bauer, Bad Wiessee 2004, ISBN 3-936440-53-0.
  • James Beard: Hors D’Oeuvre and Canapés, with a Key to the Cocktail Party. M. Barrows and Company, New York 1940. Neuauflage: James Beard’s Hors D’Oeuvre & Canapés. James Beard Library of Great American Cooking. Running Press, Philadelphia 1999, ISBN 0-7624-0664-X.
Commons: Canapés – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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