Capivasertib

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Capivasertib ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Proteinkinaseinhibitoren. Er wurde unter den Namen Truquap 2023 in den USA und 2024 in der EU zur Behandlung bestimmter Formen von Brustkrebs zugelassen. Capivasertib ist der erste in der EU zugelassene AKT-Hemmer. Die Anwendung erfolgt oral (Einnahme).

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Capivasertib
Allgemeines
Freiname Capivasertib[1]
Andere Namen
  • 4-Amino-N-[(1S)-1-(4-chlorphenyl)-3-hydroxypropyl]-1-(7H-pyrrolo[2,3-d]pyrimidin-4-yl)piperidin-4-carboxamid
  • AZD-5363, AZD5363
Summenformel C21H25ClN6O2
Kurzbeschreibung

Weißes kristallines Pulver[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1143532-39-1
EG-Nummer (Listennummer) 682-662-6
ECHA-InfoCard 100.208.066
PubChem 25227436
ChemSpider 28189073
DrugBank DB12218
Wikidata Q27074756
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01EX27

Wirkstoffklasse

Antineoplastika

Wirkmechanismus

Hemmung der AKT-Aktivität

Eigenschaften
Molare Masse 428,92 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[3]

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302373
P: 261305+351+338[4]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Weitere Informationen Pharmakologische Daten ...
Pharmakologische Daten[5]
Verabreichungsweg oral (Einnahme)
Bioverfügbarkeit ~ 29 %
Plasmaeiweißbindung ~ 78 %
Maximaler Plasmaspiegel nach 1–2 Stunden
Halbwertzeit 8,3 Stunden
Metabolisierung hauptsächlich über UGT2B7 und CYP3A4
Ausscheidung Urin: 45 %, Fäzes: 50 %
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Chemisch-physikalische Eigenschaften

Capivasertib ist ein weißes bis fast weißes, nicht hygroskopisches kristallines Pulver. Die Löslichkeit im wässrigen Medium ist pH-Wert-abhängig.[2]

Wirkungsmechanismus

Capivasertib hemmt selektiv die Aktivität aller drei Isoformen (AKT1, AKT2 und AKT3) der Serin/Threonin-Kinase AKT. Dieses Enzym spielt eine zentrale Rolle in der Phosphatidylinositol-3-Kinase(PI3K)-Signalkaskade, die viele zelluläre Prozesse reguliert. Eine überaktive AKT wird in vielen Tumoren beobachtet und kann etwa durch Mutationen von AKT1, Funktionsverlust des Phosphatase- und Tensin-Homologs (PTEN) (Loss-of-Function-Mutation) sowie Mutationen in der katalytischen Untereinheit von PI3K (PIK3CA) zustande kommen.[5]

Capivasertib hemmt die AKT in vitro stark. Im Enzymassay betrugen die mittleren inhibitorische Konzentrationen (IC50-Werte) gegenüber AKT1, AKT2 und AKT je unter 10 nmol/L.[6]

Capivasertib zeigte ferner eine antiproliferative Aktivität in Brustkrebszelllinien.[5] In präklinischen Modellen (ER+- Mammakarzinom-PDX-Modelle) wurden bei Kombination von Capivasertib mit einer endokrinen Therapie synergistische Anti-Tumor-Effekte beobachtet.[5][6]

Medizinische Verwendung

Anwendungsgebiet

Capivasertib ist in Kombination mit Fulvestrant angezeigt zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Estrogenrezeptor(ER)-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit einer oder mehreren PIK3CA/AKT1/PTEN-Alterationen nach Rezidiv oder Progression der Erkrankung während oder nach einer hormonellen Therapie. Bei Frauen vor oder um den Eintritt der Menopause sollte die Therapie zudem mit der Gabe eines LHRH-Agonisten kombiniert werden.[5]

Klinische Prüfung

Die Zulassung basiert auf den Ergebnissen der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-3-Studie CAPItello-291 mit 708 Patienten. Unter der Therapie mit Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant betrug das mediane progressionsfreie Überleben in der Subgruppe mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alterationen (n=289) 7,3 Monate gegenüber 3,1 Monate in der Gruppe unter Fulvestrant plus Placebo.[7]

Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren Hautausschlag und Durchfall. Unerwünschte Ereignisse, die zum Absetzen der Behandlung führten, wurden bei 13,0 % der Patienten, die Capivasertib erhielten, und bei 2,3 % der Patienten, die Placebo erhielten, berichtet.[7]

Zulassung

Capivasertib wurde unter den Namen Truquap (Hersteller: AstraZeneca) im November 2023 in den USA[8] und im Juni 2024 in der EU[9] zugelassen.

Synthese

Eine auf dem Patent „Substituted piperidines having protein kinase inhibiting activity“[10] beruhende vierstufige Synthese ist in der Literatur beschrieben.[11]

Einzelnachweise

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