Cardinal (Brauerei)

ehemalige Brauerei in Freiburg, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Cardinal ist eine Westschweizer Biermarke und ehemalige Brauerei in Freiburg im Üechtland in der Schweiz. Die Brauerei wurde 1788 gegründet, 1996 von der Feldschlösschen-Hürlimann-Holding übernommen und 2011 geschlossen. Die Marke Cardinal besteht weiterhin. Seit der Schliessung der Brauerei wird das Bier nicht mehr in Freiburg, dem ehemaligen Hauptsitz der Marke, produziert, sondern in Rheinfelden, dem Hauptsitz der Feldschlösschen Getränke AG.

Schnelle Fakten Brauerei Cardinal ...
Brauerei Cardinal
Logo
Rechtsform AG
Gründung 1788
Auflösung Juni 2011
Auflösungsgrund Schliessung der Brauerei, Marke Cardinal besteht weiter und wird neu in Rheinfelden produziert.
Sitz Freiburg (1788–2011), Rheinfelden (seit 2011)
Branche Brauerei
Website www.cardinal.ch
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Die Brauerei Cardinal
Kleines Cardinal

Geschichte

Die Brauerei wurde 1788 im Au-Quartier (Freiburger Unterstadt) von François Piller (Gastwirt des Gasthauses „Zum Lachs“) für seinen Sohn gegründet, der kurz zuvor seine Ausbildung bei einem bayrischen Braumeister beendet hatte.[1] Nach dem Tod des Vaters zog der Sohn 1802 ins Neustadt-Quartier (Neuveville), und das Geschäft wechselte bis 1877 mehrmals den Besitzer. Schliesslich wurde es vom Industriellen Paul-Alcide Blancpain, der einer Uhrmacherfamilie aus dem Berner Jura entstammte, übernommen und zu einem modernen Industriebetrieb ausgebaut.

Alte Brauerei im Stadtquartier Neuveville
Erinnerungstafel in der Freiburger Unterstadt

Als Papst Leo XIII. am 23. Juni 1890 mit Gaspard Mermillod erstmals einem Bischof von Freiburg die Kardinalswürde verlieh, brachte die Brauerei Blancpain ein Festbier auf den Markt, das "Cardinal". Dieses Produkt war so erfolgreich, dass Paul Blancpain beschloss, seiner Brauerei künftig den Namen Cardinal zu geben.[2]

Die Brauerei besass eigene Güterwagen für den Biertransport. Dieser Wagen war von 1893 bis 1960 im Einsatz.

Bis zum Jahr 1904 entwickelte sich das Geschäft sehr gut, und ein Umzug der noch in der Freiburger Unterstadt gelegenen Brauerei war erforderlich. Die Brauerei bezog einen neuen Standort nahe dem Freiburger Bahnhof mit direktem Gleisanschluss.

1907 erfolgte die Eintragung der Brasserie du Cardinal Fribourg SA (später umbenannt in Bières Cardinal S.A.) im Handelsregister des Kantons Freiburg.[3][4]

1957 wurde der Vertrieb des alkoholfreien Getränkes Sinalco aufgenommen. 1961 erfolgte die Einführung des Dosenbiers und 1967 jene der Einwegflaschen.[5]

Historisches Luftbild von Walter Mittelholzer von 1931

1970/71 verbanden sich die Brasserie du Cardinal und die Brasserie Beauregard in Freiburg, Salmenbräu in Rheinfelden AG, die Brasserie de la Comète in La Chaux-de-Fonds und die Brauerei Wädenswil zur Sibra-Holding. Zwei Jahre später erhielt die gesamte Holding den Namen Cardinal.[6] Cardinal wurde von nun an zu einer nationalen Marke und auch in die USA exportiert. Angesichts des allgemeinen Rückgangs des Bierkonsums und des Durchbruchs der ausländischen Biere, verfolgte die Cardinal Holding eine Strategie von Export und Diversifizierung.[1] Der ehemalige Tessiner Bundesrat Nello Celio war Verwaltungsratspräsident der Holding, als er 1978 die Unternehmensberatung Hayek Engineering zur Hilfe rief.[7] 1981 wurde die Brauerei Beauregard geschlossen.[5] 1988 kündigte die Sibra Holding an, damals unter der Leitung von Sam Hayek, dem Bruder von Swatch-Gründer Nicolas Hayek, per Ende Jahr aus dem Bierkartell auszutreten.[8]

1991 wurde Sibra von Feldschlösschen aufgekauft.[6] 1995 lancierte Cardinal mit Cardinal Draft das erste Draft-Bier der Schweiz.[1]

Am 29. Oktober 1996 kündigte die Feldschlösschen-Hürlimann-Holding, die inzwischen die Aktienmehrheit der Cardinal Holding erworben hatte, die Schliessung der Freiburger Brauerei an. Nach massiven Protesten der Freiburger Bevölkerung und einer Kampagne der Tageszeitung La Liberté unterzeichneten die Feldschlösschen-Hürlimann-Holding und die Behörden von Stadt und Kanton Freiburg am 25. Februar 1998 ein Abkommen, das die vorläufige Fortsetzung des Betriebes am Standort Freiburg garantierte.

Die Zahl der Mitarbeitenden verringerte sich 1996–2010 von 220 auf 75. Die dänische Carlsberg-Gruppe, seit 2000 Inhaberin von Feldschlösschen, entschied 2010, die Cardinal-Bierproduktion 2011 nach Rheinfelden zu verlegen und den Standort Freiburg zu schliessen.[6] Am 31. August 2010 kündigte die Feldschlösschen Getränke AG die Schliessung des Produktionsstandortes in Freiburg für Juni 2011 an.[9][10] Der Produktionsort von Cardinal-Bieren wurde zu Feldschlösschen nach Rheinfelden verlegt.

Der Staat und die Stadt Freiburg übernahmen das Fabrikgelände zum 1. Juni 2012 für 21,5 Millionen Franken, um dort einen Technologie- und Innovationspark zu errichten.[11]

Heute stehen auf dem Areal der Technologie- und Innovationspark blueFACTORY mit weiteren Unternehmen und dem Cardinal Restaurant «Les Menteurs». Das Cardinal Biermuseum zeigt Informationen zur Geschichte von Cardinal.

Sortiment

Aktuelle Produkte

  • Cardinal Blonde (4,8% vol)
  • Cardinal Blanche (4,8% vol)
  • Cardinal Spéciale (5,2% vol)
  • Cardinal 0,0% (0,0% vol)
  • Cardinal Bière de Noël (5,4% vol)

Ausgelaufene Produkte

  • Cardinal Non-Filtrée (4,7% vol)
  • Cardinal Lime Cut (4,6% vol)
  • Cardinal 2.4 (2,4% vol)
  • Cardinal Rousse (5,2% vol)
  • Cardinal Brunette (5,5% vol)
  • Cardinal Bière de Printemps (5,5% vol)
  • Cardinal Edition d’été (4,3% vol)
  • Cardinal Bière d’automne (5,3% vol)
  • Cardinal sans alcool (0,5% vol)
  • Cardinal Draft (4,7% vol)
  • Cardinal Draft Absinth (6,0% vol)
  • Cardinal Draft Cola (2,0% vol)
  • Cardinal Vodka Citrus (5,9% vol)
  • Cardinal Best Lager (4,9% vol)
  • Cardinal Millennium (6,5% vol)
  • Cardinal Monsoon (4,9% vol)
  • Cardinal Bière des Vignerons (6,9% vol)
  • Cardinal Lemon (4,6% vol)
  • Cardinal Angel Granatapfel Holunder (0,5% vol)
  • Cardinal Angel Orange-Lotusblüte (0,5% vol)
Commons: Cardinal (beer) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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